Williams mit Mercedes-Taktik

Neue Nase erst in Bahrain?

Valtteri Bottas - Williams - Formel 1-Test - Barcelona - 22. Februar 2016 Foto: Stefan Baldauf 10 Bilder

Williams blieb in der ersten Testwoche von Barcelona unscheinbar. Der WM-Dritte des Vorjahres verlegte sich darauf Kilometer abzuschrubben und Daten zu sammeln. Mit Technik-Ugprades wurde noch gegeizt. Die neue Nase soll frühestens in Melbourne debütieren, vielleicht auch erst in Bahrain.

Wo war Williams in der ersten Testwoche von Barcelona? Valtteri Bottas landete in der Abschlusstabelle der Rundenzeiten mit 1.25,648 Minuten auf Platz 14. Felipe Massa kam über Platz 21 nicht hinaus. Dafür spulten die beiden Williams-Piloten 1.755 Kilometer ab. Und sie beschränkten sich auf die Reifenmischungen hard, medium und soft.

Einsatzleiter Rob Smedley ließ sich durch die Zeitenjagd der Konkurrenz nicht aus der Ruhe bringen. "Wir wollen hier in der ersten Woche Daten sammeln, Longruns abspulen und die Zuverlässigkeit absichern." Technikchef Pat Symonds bestätigte, dass der verkürzte Testplan auch das Testprogramm geändert hat. Es erinnerte stark an das, was das Werksteam von Mercedes vorexerziert hat. Bestzeiten standen nicht auf dem Plan.

Williams auf der Geraden zu schnell

Williams geizte bis jetzt mit technischen Neuheiten. Auffälligstes Merkmal ist ein Bügel im Bereich der Hinterachse. Mercedes-Chefdesigner Aldo Costa fand auch gleich einen Namen dafür: "Diesen Brückenflügel müssen wir uns anschauen. Sieht interessant aus." Die neue Hinterachse funktioniert wie erhofft. Bottas und Massa notierten zufrieden, dass sich die Traktion des Autos verbessert hat. Und genau das war der große Schwachpunkt des alten FW37.

Doch wo ist die neue Nase abgeblieben? Sie hatte vergangene Woche ihren Crashtest-Termin. Vom Ergebnis ist abhängig, wann sie debütiert. Bei Williams zweifelte man, dass sie noch bei den Testfahrten eingesetzt wird. Oder vielleicht sogar erst zum zweiten Rennen in Bahrain kommt. Weil ja nicht nur die Nase neu ist, sondern auch alles, was dahinter und darunter ist. Also Frontflügel, Leitbleche und Bremsbelüftungen. Die Nase soll deutlich kürzer sein, in ihrer Form allerdings an die aktuelle erinnern.

Mit den Dauerläufen zeigte sich Massa zufrieden. "Wir waren ziemlich konstant unterwegs. Auf eine Runde hat es aber noch nicht so gepasst. Wir haben nicht das geeignete Setup gefunden. Die Reifen wollten einfach nicht schnell genug auf Temperatur kommen." Das Auto generiert laut Massa spürbar mehr Abtrieb, aber immer noch nicht genug. "Wir sind auf der Geraden immer noch zu schnell." Mit 338,5 km/h landete Williams in der Top-Speed-Liste auf Platz 2 hinter Mercedes.

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