Williams - Formel 1 - GP England - Silverstone - 3. Juli 2014 ams
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Mercedes - GP England 2014
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Williams nimmt Kurs auf Platz 2

Red Bull und Ferrari unter Druck

Eigentlich wollten Red Bull und Ferrari den Kampf um Platz 2 hinter Mercedes unter sich ausmachen. Spätestens seit dem GP England gibt es einen dritten Kandidaten. Wie schon in Montreal und am Red Bull-Ring war der Williams-Mercedes das zweitschnellste Auto im Feld. Zeichnet sich da ein Trend ab?

Vor Silverstone hatte Williams-Technikchef Pat Symonds die meiste Angst. Das Streckenlayout passte nicht in das Profil des Williams FW36. Der war immer dann besonders stark, wenn es lange geradeaus ging, wenn viel gebremst und beschleunigt wurde. In schnellen Kurven litt das Auto unter seinem Abtriebs-Defizit. Da machten Red Bull und Ferrari die bessere Figur.

Doch diese Regel gilt nicht mehr. Williams war auch in Silverstone die zweite Kraft. Wie zuvor in Montreal und am Red Bull-Ring. Den GP Kanada hätte Felipe Massa vermutlich gewonnen, wenn er beim Boxenstopp nicht 4,5 Sekunden liegengelassen hätte. Dann wäre er vor Sergio Perez auf die Strecke gekommen, hätte nicht so viel Zeit im Pulk hinter dem Force India verloren und hätte Nico Rosberg in seinem waidwunden Mercedes locker überholt. Auch ohne DRS.

Williams hatte in Montreal freiwillig auf das Flachstellen des Heckflügels verzichtet. Damit nicht das passiert, was Mercedes passiert ist. So schonte Williams die MGU-K und das zugehörige Steuergerät. Wenn Massa und Bottas den DRS-Knopf drücken, dann wird automatisch auch der Elektromotor auf volle Power geschaltet. Eine Erklärung, warum Bottas beim Überholen in Silverstone an seinen Gegnern vorbeiflog, als würden die parken.

Auto zehn Mal mit dem besten Topspeed

Der Williams FW36 ist das effizienteste Auto im Feld. In vier der neun Qualifikations-Sitzungen (Australien, Malaysia, Monaco, Österreich) und in sechs der neun Rennen (Malaysia, Bahrain, Spanien, Kanada, Österreich, England) erzielte ein Williams den höchsten Topspeed. Teilweise mit gehörigem Abstand. Kein Auto liegt so stabil auf der Bremse. "Das brake-by-wire hatten wir schon bei den Testfahrten im Griff“, erzählt Felipe Massa.

Anfangs bezahlten die Williams in den Kurven ihren Preis. Es fehlte an Abtrieb, vor allem auf der Hinterachse. Das verbesserte sich mit einem neuen Kühlpaket, das schlankere Seitenkästen und eine flachere Heckpartie erlaubte. Ab dem GP China war das Auto in der Balance.

Einziges Sorgenkind blieb der Heckflügel. Die Version für langsame Strecken funktionierte nicht. Es kam zu Strömungsabriss. Deshalb musste Williams auch auf den Strecken, die viel Anpressdruck erfordern, mit ihrem Highspeed-Flügel fahren. "Da sind wir einen Schritt zu weit gegangen“, gibt Symonds zu. "Wir wussten, dass wir am Limit waren. Es ist das einzige Teil, das nicht so funktioniert hat, wie es der Windkanal uns glauben ließ.“ Beim GP Ungarn gibt es Abhilfe. Dann debütiert ein neuer Heckflügel.

Auch in den Kurven bei der Musik

Keine guten Nachrichten für Red Bull und Ferrari, die glaubten, sie würden Platz 2 hinter Mercedes unter sich ausmachen. Der Williams ist inzwischen eine ernsthafte Konkurrenz. Der Rennstall aus Grove wäre vermutlich schon längst Zweiter in der Konstrukteurs-WM, wenn man nicht so viele Punkte verschenkt hätte. So fehlen auf Ferrari 3 und auf Red Bull 65 Zähler.

Die Sektorzeiten von Silverstone beweisen, dass die Williams mittlerweile auch in den Kurven konkurrenzfähig sind. Trotz ihres überragenden Topspeeds. Auf dem Zielstrich war Valtteri Bottas mit 240,6 km/h der Schnellste. Knapp vor Sebastian Vettel. Die Ziellinie liegt in Silverstone knapp hinter Club Corner in einer Beschleunigungsphase. Der Williams hat also auch eine gute Traktion.

Im ersten Sektor mit fünf Kurven war nur Lewis Hamilton schneller als Bottas. Der Vorsprung des Siegers betrug dort lediglich 0,031 Sekunden. Sektor 2 ist mit den Kurven Brooklands, Luffield, Woodcote, Copse, Maggotts, Becketts und Chapel der selektivste. Bottas schaffte mit 39,893 Sekunden hinter Hamilton (39,637 s) und Vettel (39,736 s) die drittschnellste Zeit. Im Schlussabschnitt mit den Kurven Stowe, Vale und Club stand es zwischen Hamilton und Bottas praktisch unentschieden. Hamilton gewann das Duell mit 26,812 zu 26,817 Sekunden hauchdünn.

Die Sektorzeiten von Bottas im Vergleich zu Hamilton und Vettel sind deshalb so bemerkenswert, weil der Finne mit nur einem Stopp unterwegs war, seine Gegner jedoch mit zwei. Sie hatten also meistens die frischeren Reifen am Auto. Im Fall von Vettel sogar die weichere Mischung zum Schluss, als das Benzingewicht nicht mehr so auf die Rundenzeiten drückte. Pat Symonds kündigte an: "Hockenheim sollte uns noch besser liegen. Das ist wieder so ähnlich wie die Strecken in Österreich und Kanada.“

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Zwei Rennen lang durfte die Mercedes-Konkurrenz hoffen.

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