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Stroll-Plan zur Rettung von Williams

Wird Williams das B-Team von Mercedes?

Williams - Formel 1 - GP China 2018 Foto: sutton-images.com 53 Bilder

Der kanadische Milliardär Lawrence Stroll soll Pläne haben, Williams zu retten. Er wäre offenbar bereit, eine Partnerschaft zwischen Williams und Mercedes wie die von Ferrari und HaasF1 zu finanzieren.

28.04.2018 Michael Schmidt

Williams befindet sich in einer kritischen Phase der Firmengeschichte. Sportlich geht es bergab. Der drittälteste Rennstall der Formel 1 dümpelt im Tabellenkeller herum. Der FW41 hat ein massives Problem mit der Kühlung, das nicht über Nacht zu lösen ist. Auch finanziell ist der Formel 1-Dino angeschlagen. Williams hängt am Tropf der Mitgift seiner Fahrer Lance Stroll und Sergey Sirotkin. Ende des Jahres wird sich Hauptsponsor Martini verabschieden. Wenn Williams sein Auto nicht auf Vordermann bringen kann, wird es nichts mit der Verteidigung des 5. Platzes in der Konstrukteurs-WM. Das bedeutet dann auch empfindliche Einbußen bei der Geldverteilung durch die Rechteinhaber.

Als Liberty Media kürzlich seine Pläne für die Formel 1 ab 2021 bekannt gab, atmete Teamchef Claire Williams auf. Eine Budgetdeckelung von 150 Millionen Dollar und eine gerechte Verteilung der Einnahmen würde das Team retten. „Wenn die Pläne so umgesetzt werden, war das ein guter Tag für Williams.“ Doch die Tochter von Firmengründer Frank Williams kann möglicherweise nicht so lange warten. Der Fahrerlagerfunk meldet, dass Lawrence Stroll an einem Rettungsplan arbeitet. Demzufolge soll der kanadische Milliardär die Absicht haben, Williams eine Partnerschaft mit Mercedes zu finanzieren. Ein Kauf des Teams ist den Gerüchten zufolge nicht geplant.

Williams müsste sich von vielen Mitarbeitern trennen

Lawrence Stroll & Toto Wolff Foto: xpb
Lawrence Stroll, Vater von Lance, würde Williams eine Partnerschaft als Mercedes B-Team finanzieren.

Vorbild ist das Modell Ferrari und HaasF1. Der US-Rennstall kommt mit einer Belegschaft von 220 Mitarbeitern aus, weil 70 Prozent des Autos von Ferrari geliefert werden. Die Amerikaner überweisen dafür rund 70 Millionen Dollar nach Maranello. Nur das Chassis, die Aerodynamik und die Kühler entstehen in Eigenregie. Ein solche Partnerschaft würde Williams Geld sparen und eine sportliche Basis bieten, die ausreicht um im Mittelfeld mitzufahren. Mercedes wiederum hätte mit Williams ein Juniorteam, das sich politisch auf die Seite des großen Partners schlagen würde und das zumindest ein Cockpit bietet, um junge Fahrer aus dem eigenen Talentschuppen zu platzieren.

Der Stroll-Plan hat nur ein Problem. Claire Williams und Technikchef Paddy Lowe sollen von dem Plan nicht begeistert sein. Der erzbritische Rennstall würde damit seine Unabhängigkeit aufgeben, auf die Frank Williams immer so stolz war. Willliams beschäftigt derzeit rund 550 Mitarbeiter. Da müssten 300 Leute um ihren Job fürchten. HaasF1 kommt mit 220 Angestellten aus.

Mercedes will Strolls Vorstoß nicht kommentieren. Die Braut muss erst einmal heiraten wollen, bevor man sich darüber Gedanken macht. Ein Projekt dieser Größe lässt sich nicht einfach so aus dem Boden stampfen. Das braucht Anlaufzeit. Gerade in der aktuellen Situation, wo der Weltmeister der letzten vier Jahre genug eigene Probleme zu lösen hat. Zum ersten Mal bläst den Silberpfeile sportlich richtig Gegenwind ins Gesicht.

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Vielleicht sollte sein Sohn lieber Klamotten verkaufen, dann würde es Williams besser gehen!

Rotzröddeldiböck 2. Mai 2018, 17:53 Uhr
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