Williams-Steigerung in China

Updates bringen mehr Abtrieb im Heck

Felipe Massa - Williams - GP China 2014 Foto: xpb 53 Bilder

Obwohl beim GP China nur sechs Punkte auf das Konto kamen, machte Williams in Shanghai einen Sprung nach vorne. Die Ingenieure haben an der Schwachstelle gearbeitet. Der FW36 hat jetzt mehr Abtrieb im Heck.

Nur Mercedes, Ferrari, Force India und Williams haben bisher in allen vier Rennen dieser Saison gepunktet. Auch bei den Fahrern beschränkt sich die Zahl der regelmäßigen Punktelieferanten auf ein Quartett. Nico Rosberg, Fernando Alonso, Nico Hülkenberg und Valtteri Bottas kamen in Australien, Malaysia, Bahrain und China in den Top Ten ins Ziel.

Für Williams galt in Shanghai wie bei allen Rennen zuvor: Da wäre mehr möglich gewesen. Felipe Massas Chancen auf WM-Zähler schwanden bei seinem ersten Boxenstopp auf Null. Der Reifenwechsel dauerte 1.18 Minuten. Die Hinterräder waren falsch aufgesteckt worden. Das linke rechts und umgekehrt. Dabei wurden die Radmuttern zerstört und mussten getauscht werden. Ärgerlich für Williams, denn bei den ersten drei Rennen zählte die Boxencrew zu den zuverlässigsten.

Zwei Williams-Kollisionen beim Start

Beide Williams-Piloten waren am Start in Kollisionen verwickelt. Massa hat sich bislang als bester Starter der Turbo-Ära profiliert. Auch diesmal stürmte der Brasilianer vom sechsten Startplatz wie der Blitz nach vorn. Ohne den Kontakt mit Fernando Alonso wäre er als Dritter in die erste Kurve eingebogen.
 
"Ich war rechts schon an Rosberg vorbei, als zwischen Fernando und einem Red Bull eine Lücke aufging. Plötzlich ist Alonso zu mir rübergezogen. Der Stoß war ziemlich hart. Irgendetwas war danach verbogen, denn das Auto hat stark untersteuert." TV-Experte Martin Brundle gab Massa eine Mitschuld: "Wer so wild beim Start hin und herzackt, nimmt einen Crash in Kauf."

Auch Valtteri Bottas kam nicht ohne Feindberührung durch die erste Kurve. "Rosberg hat plötzlich vor mir gebremst und mich dabei berührt." Der Mercedes traf den Williams am rechten Hinterrad. Bottas machte einen Satz, fing das querstehende Auto aber gekonnt ab.
 
Wie sein Unfallgegner Rosberg fuhr er ein Rennen ohne Telemetrie. Das ist im Zeitalter ferngelenkter Rennen ein echtes Handikap. Trotzdem holte der Finne im Schlussabschnitt auf Nico Hülkenberg auf und wurde Siebter. Diesmal hatte der Williams den besseren Reifenverschleiß als der Force India.

Williams plötzlich im Regen gut

Es zeichnete sich schon im Training ab, dass Williams sich in seiner Schwachstelle verbessert hat. Dem Auto mit dem höchsten Top-Speed und dem besten Spritverbrauch fehlte Abtrieb im Heck. Massa und Bottas bezahlten dafür mit erhöhter Reifenabnutzung in Bahrain und zwei Mal in der Qualifikation. Im Regen von Melbourne und Sepang war Williams jeweils das schlechteste Mercedes-Team.

In Shanghai wendete sich das Blatt. Trotz Regen im Training führte Williams die Rangliste der Mercedes-Kundenteams an. "Wir haben jetzt deutlich mehr Stabilität auf der Hinterachse", jubelte Massa. Ein neuer Frontflügel und eine modifizierte Kühlung mit kleineren Auslässen im Heck verbesserten die Anströmung des Diffusors. Das erhöhte den Anpressdruck auf der Hinterachse.

In Barcelona soll ein zweites Kühlpaket debütieren. Damit kann das Heck noch mehr geschlossen werden. Bis dahin wollen die Ingenieure auch die Probleme mit der Heckflügelversion lösen, die für Strecken mit viel Abtrieb gedacht ist. "Da reißt uns in den Kurven noch die Strömung ab", erzählt Massa. Williams musste in Shanghai auf eine Variante mit weniger Anpressdruck zurückgreifen. Und war auf der Geraden mit 334,6 km/h Zweitschnellster.

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