Renault, Toro Rosso und Williams

Die schleichenden Revolutionen

Toro Rosso STR 6 Foto: xpb 82 Bilder

Renault, Williams und Toro Rosso haben die Formel 1-Technikexperten mit ungewöhnlichen Konzepten überrascht. Doch bis jetzt haben sich die Revolutionen noch nicht als Favoritenschreck gezeigt. Für Unruhe bei den Teams sorgen die schwachen Zeiten allerdings nicht.

Das beste an Robert Kubicas erstem Testtag im neuen Renault war die Zahl der Runden. Nachdem Teamkollege Vitaly Petrov bei der Premiere nicht über 28 Runden hinauskam, knackte Kubica die 100-Runden-Marke. Die ungewöhnliche Auspuffführung scheint nicht die befürchteten Probleme aufzuwerfen.

Renault-Auspuff sorgt für Probleme

Man machte sich vor allem Sorgen über erhöhte Temperaturen rund um das Cockpit. Einziges Manko, an dem die Renault-Ingenieure noch arbeiten müssen, ist die veränderte Motorcharakteristik, die der extralange Auspuff mit sich bringt. "Ich spüre es in den langsamen Kurven. Da ist das Ansprechverhalten noch nicht optimal", erklärte Kubica.

Immerhin war der Pole hinter Fernando Alonso und Sebastian Vettel am Mittwoch der drittschnellste Fahrer aus der Liga der Neukonstruktionen. Noch vor dem neuen Mercedes. Auf Alonso fehlten Kubica 1,1 Sekunden.

Williams ist schwer unterwegs

Williams muss mehr Rundenzeit gutmachen. Rubens Barrichellos Bestwert von 1.16,023 Minuten lag 2,7 Sekunden hinter Alonsos Tagesbestzeit. "Ich bin die ganze Zeit mit 120 Kilogramm Sprit im Tank herumgefahren, weil wir probieren wollten, wie die Reifen auf soviel Gewicht reagieren. Da stimmt die Balance hinten und vorne nicht. Ich hatte Untersteuern in langsamen und Übersteuern in schnellen Kurven", jammerte Barrichello.

Als sich sein Team endlich erbarmte, etwas abzutanken, stoppte die rote Flagge den Testbetrieb. Danach war Fahrerwechsel angesagt. Pastor Maldonado sollte seine ersten Kilometer mit dem Auto abspulen.

Barrichello im Niemandsland

Somit schwebt Barrichello im Niemandsland. "Wenn die besten Zeiten mit 50 bis 60 Kilogramm im Tank gefahren worden sind, dann fehlen uns acht Zehntel auf die Spitze", rechnet er hoch. Zwei Stunden verlor der Brasilianer, weil sich ein Kabel an einem Hitzeschild durchschmorte. "Das sind halt die dummen Defekte, die passieren, wenn das Auto in letzter Minute fertig wird", brummte Technikpapst Patrick Head.

Auf KERS hat Williams verzichtet, nachdem am ersten Tag der Generator seinen Geist aufgegeben hatte. Am dritten Tag ist deshalb KERS-Training angesagt. "Wir mussten warten, weil ein neuer Generator aus England eingeflogen werden musste. Das Problem ist im Griff", versprach Technikchef Sam Michael.

Toro Rosso noch nicht beunruhigt

Toro Rosso landete von den Rundenzeiten noch hinter Williams. Sebastien Buemis schnellste Runde wurde mit 1.16,359 Minuten gestoppt. Trotzdem meinte der Schweizer: "Das Auto fühlt sich gut an. Okay, es rutscht mehr herum, aber wir nehmen an, dass das an den neuen Reifen und am fehlenden Doppeldiffusor liegt." Ob die stark taillierten Seitenkästen ein großer Coup sind, ist im Augenblick noch nicht abzuschätzen. Erst der nächste Test in Jerez wird eine erste Standortbestimmung erlauben.

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