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Russell-Rauswurf bei Williams - Was macht Mercedes?

Schmeißt Williams George Russell raus? Mercedes plant kein Revanchefoul

Eigentlich haben beide Williams-Fahrer Verträge für die nächste Saison. Doch die neuen Besitzer haben offenbar Schlupflöcher entdeckt. Es wird nicht mehr ausgeschlossen, dass Mercedes-Schützling George Russell sein Cockpit verliert.

Es gibt in der Formel 1 nichts, was es nicht gibt. Die Williams-Fahrer haben mehrmals in diesem Jahr bekundet, dass sie für 2021 bei dem britischen Rennstall unter Vertrag stehen. Auch nach dem Besitzerwechsel. Claire Williams hatte 2019 sogar darauf bestanden, dass ihr Juwel George Russell im Team bleibt, als Mercedes ernsthaft darüber nachdachte, Valtteri Bottas gegen den 22-jährigen Engländer auszutauschen.

Mercedes entschied sich zwar anderweitig, hätte aber auch so die Entscheidung von Williams akzeptiert. Teamchef Toto Wolff erzählte vor einem Jahr, dass Fahrerverträge das Hoheitsgebiet der Kundenteams sind und man sich da als Motorenpartner nicht einmische.

Genau in diesem Vorgang scheinen die neuen Besitzer des britischen Rennstalls nun einen Hebel zu sehen, den Vertrag mit Russell aufzulösen. Auch Nicholas Latifis Position soll nicht sicher sein. Der Kanadier kann aber ruhiger schlafen als sein Teamkollege, weil er ordentlich Geld in die Kasse bringt.

Daneben braucht Dorilton Capitals aber einen Fahrer, der die Kohlen aus dem Feuer holt, wenn Punkte auf der Straße liegen. Russell ist so ein Fahrer. Sergio Perez aber auch, und das könnte Russells Pech sein.

George Russell - Williams - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 24. Oktober 2020
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George Russell gilt als eines der größten Talente der Formel 1. Muss er sein Cockpit dennoch räumen?

Mercedes hat schon Ersatzplan für Russell

Sergio Perez ist nicht nur schnell, er bringt über seine mexikanischen Sponsoren auch Geld. Allerdings nicht so viel, wie viele glauben. "Wenn du das Gehalt von Perez abziehst, bleiben noch drei Millionen übrig. Dafür hast du dein ganzes Auto mit mexikanischen Sponsoren zugepflastert", verrät uns ein Teamchef.

Die Verträge mit dem aktuellen Racing-Point-Piloten laufen offenbar so: Zuerst muss sich das Team mit dem Fahrer einigen. Dann bestimmt Strippenzieher Carlos Slim, wieviel Geld die mexikanischen Sponsoren zahlen. Bis dahin hat das Team aber schon das Gehalt mit dem Piloten ausgehandelt und es bleibt nicht mehr so viel übrig. So oder so: Slim sitzt am längeren Hebel.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff bestätigte, dass der Platz von Russell bei Williams nicht sicher ist, glaubt aber nicht, dass sein Schützling ausgetauscht wird. "Die neuen Besitzer von Williams wollen das Team nach vorne bringen. Das geht nur mit guten Fahrern. Ich würde Russell an ihrer Stelle behalten."

George Russell - Williams - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 24. Oktober 2020
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Mercedes hat angekündigt, Russell im Falle eines Rauswurfs nicht im Stich zu lassen.

Wolff schließt aus, dass Mercedes Williams als Revanche für die Untreue die Motoren wegnehmen würde. "Wir wären nicht glücklich, aber es würde unser Verhältnis mit Williams nicht beschädigen. Der Motorvertrag ist nicht an Russell gebunden. Das ist ein separates Abkommen. Wir haben mit Williams einen Vertrag bis 2025, und Mercedes ist bekannt dafür, Verträge zu respektieren. Und wir respektieren die Unabhängigkeit von Williams. Sie müssen die Entscheidungen treffen, die für ihr Team am besten sind."

Wenn der Formel-2-Meister von 2018 zwischen die Stühle fallen sollte, hat Mercedes schon sein Auffangnetz gespannt. "Dann haben wir mit George einen sensationellen Ersatzfahrer und geben ihm so viele Testmöglichkeiten, wie es nur möglich ist um ihn optimal auf 2022 und danach vorzubereiten."

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