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Williams verzockt mit Medium-Reifen

"Wir rechneten mit Regen"

Williams hatte sich nach dem dritten Startplatz von Valtteri Bottas mehr ausgerechnet als 14 WM-Punkte beim GP Ungarn. Es lag nicht am Auto, dass die Williams-Piloten nicht in den Kampf um die Spitze eingreifen konnten. Die Strategen zockten mit harten Reifen aus Angst vor Regen.

Nach dem Training sah es nach einer weiteren Williams-Show aus. Valtteri Bottas auf Platz 3, Felipe Massa auf Rang 6. Und das auf der Angststrecke von Williams. Doch die weißen Autos mit den Martini-Streifen sind neuerdings nicht nur auf der Geraden schnell und in den Bremszonen stark. Seit dem jüngsten Aero-Paket und Modifikationen an der Aufhängung kann der Williams FW36 auch die langsamen Kurven. Das Trainingsergebnis lieferte den Beweis.

Bottas jubelte nach seinem dritten Startplatz im Red Bull-Sandwich: "Das ist ein echter Fortschritt. Wir haben jetzt spürbar mehr Abtrieb." Massa konnte davon nicht im gleichen Maße profitieren. Die vielen Unfälle in letzter Zeit haben das Ersatzteillager von Williams geplündert. Massa musste mit einem Unterboden, Stand Barcelona, fahren. "Damit war das Heck ziemlich nervös."

Williams brachte harte Reifen nie auf Temperatur

Im Rennen war es mit der Williams-Herrlichkeit schnell vorbei. Beide Fahrer wurden beim zweiten Boxenstopp mit den härteren Reifen weitergeschickt. "Wir haben diese Reifen nie zum Arbeiten gebracht", bedauerte Technikchef Pat Symonds. Als Bottas am Ende des Rennens noch einmal auf die Mischung "soft" wechselte, war das Auto wie verwandelt. Prompt fuhr der Finne die drittschnellste Runde des Rennens und meldete sich mit den Worten am Funk: "Es ist das erste Mal, dass ich mein Auto richtig spüre."

Symonds gibt zu: "Rückblickend waren die harten Reifen ein Fehler. Wir haben sie wegen der kühleren Temperaturen am Renntag aufgezogen. Der "medium"-Gummi funktioniert normalerweise in einem niedrigeren Temperaturbereich. Und wir dachten, es kommt noch einmal Regen. Deshalb wollten wir auf den harten so lange wie möglich fahren können. Die Reifenwahl sollte uns flexibel halten, aber sie war falsch, weil das Tempo nicht stimmte."

Massa im Ziel nicht unglücklich

Am Ende gab es nur 14 Punkte für Williams. Felipe Massa atmete trotzdem auf. Der Brasilianer war mit Platz 5 zufrieden. "Nach den vielen Ausfällen in den letzten Rennen musste ich mal wieder zu Ende fahren. Darum war ich auch am Anfang super vorsichtig. Bloß nicht wieder ein Ausrutscher. Mit dem alten Unterboden hatte ich weniger Abtrieb als Valtteri. Die Anfangsphase auf der feuchten Strecke war deshalb besonders schwierig für mich."

Auch Massa glaubt, dass es ein Fehler war, in Runde 23 auf die "medium"-Reifen zu wechseln. "Vorher auf den weichen Reifen fühlte sich das Auto viel besser an. Leider kam der Stopp zu früh, um mit der harten Mischung zu Ende zu fahren. Wir hatten heute einfach nicht das Paket, um mit Ferrari und Red Bull zu kämpfen."

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