Williams vor Reifen-Rätsel

"Ferrari macht etwas anders als die anderen"

Williams - Formel 1 - GP Bahrain - 16. April 2015 Foto: ams 104 Bilder

Williams ist in der Team-Hierarchie klar hinter Ferrari auf Rang 3 zurückgefallen. Besonders die Pace im Rennen macht Felipe Massa und Valtteri Bottas Sorgen. In Sachen Reifenverschleiß kann man mit der roten Konkurrenz nicht mithalten.

Die beiden Williams-Piloten führen aktuell nur ein Duell gegen sich selbst. In Malaysia und in China hatte das brasilianisch-finnische Duo keine Chance gegen Mercedes und Ferrari an der Spitze. Von hinten drohte allerdings auch keine Gefahr. Doch der Blick zurück ist nicht erlaubt. "Wir sind mit dem Ziel in die Saison gegangen, den Rückstand auf Mercedes zu verkürzen. Jetzt liegen wir nur noch auf Rang 3. Wir sind also etwas hinter den Zielen zurück", analysiert Bottas die aktuelle Lage.

Kollege Massa hat ebenfalls nur Ferrari im Visier. Der Brasilianer hat für den Formanstieg seines ehemaligen Teams keine Erklärung: "Im Qualifying von China lagen sie eine Sekunde hinter Mercedes. Im Rennen waren sie dann gleichauf. Sie machen mit ihren Reifen etwas ganz anders, als alle anderen Teams. Und das haben sie auf unterschiedlichen Strecken bewiesen."

Williams muss Fokus auf Soft-Reifen legen

Williams kann die Pace der Konkurrenz im Rennen nicht mitgehen. In China waren beide Piloten mit der Reifenfolge "Soft-Medium-Medium" unterwegs. Die schnelleren Soft-Reifen konnten nur am Start gefahren werden. "Wir haben sie einfach nicht im richtigen Temperaturfenster gehalten", erklärt Bottas. "Deshalb mussten wir auch im Mittelstint Medium fahren. Dort haben wir die meisten Zeit auf die Spitze verloren."

In Bahrain stehen wieder "Soft" und "Medium" zur Verfügung. "Wir müssen unsere Fokus darauf legen, dass wir besser mit den weichen Reifen zurechtkommen", fordert Bottas. Dass ein Fortschritt nur mit Updates möglich ist, glaubt der Finne nicht. "Wir müssen als Rennteam einfach besser arbeiten. Das Setup, der Reifendruck, die Temperatur in den Heizdecken - wir müssen alle Variablen hinbekommen, um die Reifen im richtigen Fenster zu halten."

Auf lange Sicht müsse aber auch die Entwicklungsabteilung für Fortschritte sorgen. "Wir haben es im vergangenen Jahr mit weniger Budget geschafft, mit Mercedes zu kämpfen und Ferrari zu schlagen. Ich sehe keinen Grund, warum wir das nicht wieder schaffen sollten", so Bottas optimistisch. Teamkollege Massa ist sich da nicht so sicher. "Wenn 2 Teams in die richtige Richtung arbeiten und eins davon nur die Hälfte des Budgets hat, dann wird man das sicher spüren."

Massa in Bestform

Der Rückstand auf Ferrari verdirbt dem Routinier etwas die Laune. Dabei hat der 33-Jährige aus Sao Paulo in dieser Saison mehrfach bewiesen, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört. In allen 3 Rennen konnte er Bottas sowohl im Qualifying als auch im Rennen schlagen. Chefingenieur Rob Smedley spricht vom besten Massa aller Zeiten. Vergleichbar nur mit den Leistungen der Saison 2008, als er mit Ferrari beinahe Weltmeister wurde.

Massa selbst gibt sich geschmeichelt, möchte die eigene Leistung nicht überbewerten. "Ich hatte letzte Saison etwas Pech zum Saisonbeginn. Aber am Ende des Jahres konnte ich schon auf einem ähnlichen Level fahren." Dass seine Form deutlich besser ist, als in seinen letzten Jahren bei Ferrari, bestreitet der Wahlmonegasse nicht. "Für die Leistungen bei Ferrari gibt es Gründe. Die möchte ich aber nicht näher erläutern. Das ist Vergangenheit."

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