Williams wechselt zu Bridgestone

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Sensationstransfer auf dem Formel 1-Reifenmarkt: Ab 2006 wird das Team von Frank Williams den Reifenpartner wechseln. Statt Michelin kommen dann japanische Pneus von Bridgestone zum Zuge.

Trotz der in diesem Jahr nicht besonders berauschenden Leistungen steht der japanische Reifenhersteller auch bei zwei anderen Teams sehr hoch im Kurs: Auch Red Bull wird 2006 zu Bridgestone wechseln. Und Toyota denkt über den entsprechenden Schritt ernsthaft nach.

Dass Bridgestone trotz der in diesem Jahr mageren Bilanz mit nur einem - kampflos errungenen - Saisonsieg (Michael Schumacher beim GP der USA) so gefragt ist, hat vier Gründe. Zum einen glauben viele, dass 2006 der Qualifikations-Modus geändert wird. Das für Bridgestone ungünstige Einzelzeitfahren soll durch ein Qualifying im alten Stil ersetzt werden. Dadurch wüde das Problem der Bridgestone-Reifen, bei kühlem Wetter zu langsam die optimale Betriebstemperatur zu erreichen, eine geringere Rolle spielen.

Zweites Argument für Bridgestone: Es ist gut möglich, dass ab 2008 in der Formel 1 Einheitsreifen eingeführt werden. Wie Sportchef Pierre Dupasquier mehrmals deutlich gemacht hat, würde Michelin in diesem Falle aufhören. Die alten Bridgestone-Teams würden dann von ihrem Erfahrungsvorsprung profitieren.

Zum Dritten befürchten viele im Fahrerlager, dass Michelin in Zukunft durch den Weggang von zwei Topleuten entscheidend geschwächt wird: Dupasquier geht bald in Rente. Seine frühere rechte Hand, Entwicklungschef Patrick Vasselon, hat das Unternehmen bereits Ende 2004 verlassen.

Michelin muss sparen

Viertens ist Michelin offenbar gezwungen die Kosten zu reduzieren. Aus diesem Grunde wollen die Franzosen einige der bisher sieben belieferten Teams loswerden, möglicherweise über den eleganten Umweg, von den Teams eine Kostenbeteiligung zu fordern.

Trotz der augenblicklich etwas schwierigen Lage, was die Erfolge angeht: Bridgestone hat die Formel 1 in den letzten Jahren klar dominiert. Seit dem Jahr 2000, als Michelin in den Grand Prix-Sport zurückkehrte, hatten die Japaner ihren Konkurrenten aus Frankreich klar vom Griff: Die Kombination Michael Schumacher-Ferrari-Bridgestone holte je fünf Titel in der Fahrer- und in der Konstrukteurs-WM. 2005 allerdings stehen die Zeichen gut, dass Michelin endlich auch einen Titel erringt: Renault-Fahrer Fernando Alonso führt in der WM mit 26 Punkten Vorsprung.

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