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Williams bestätigt zweiten Fahrer

Latifi neben Russell

Williams hat seinen zweiten Fahrer für 2020. Nicholas Latifi wird wie erwartet für den englischen Traditionsrennstall starten. Der 24-jährige Kanadier ist derzeit in der Formel 2 unterwegs.

Es kommt wie angenommen. Nicholas Latifi steigt von der Formel 2 in die Formel 1 auf und fährt in der kommenden Saison für Williams. Das gab der Traditionsrennstall am Donnerstag (28.11.2019) vor dem letzten Saisonrennen in Abu Dhabi bekannt.

„Wir sind glücklich, dass Nicholas vom Reserve-Fahrer zum Stammfahrer aufsteigt und für uns neben George Russell fährt“, verkündete Teamchefin Claire Williams. „Das Team ist beeindruckt von seinen Leistungen in der Formel 2 in diesem Jahr, und von seiner Arbeit, die er für Williams im Hintergrund in der Fabrik verrichtet hat.“

Latifis Aufstieg zum Stammfahrer hatte sich in den letzten Monaten angedeutet. Doch es dauerte, bis Team und Fahrer Vollzug melden konnten. Das hatte unterschiedliche Ursachen. „Wir haben mit einer Handvoll Fahrer gesprochen. So ist das üblich. So ein Prozess dauert. Nicholas war unser Wunschfahrer. Wir haben viele Gespräche geführt, wollten aber auf den richtigen Moment warten“, führt die Teamchefin aus. „Wir wollten ihn mit Verhandlungen nicht von seiner Tätigkeit in der Formel 2 ablenken. Und es musste erst sichergestellt werden, dass Nicholas die notwendigen Punkte für die Superlizenz holt.“ Die wird der Kanadier am Saisonende auf seinem Konto haben.

Millionen von Vater Michael Latifi

Latifi fährt nach Stationen in der Formel 3 und der Formel Renault 3.5 seit 2014 in der Formel 2, vormals GP2. In den ersten beiden Jahren absolvierte der Kanadier dort vereinzelte Rennen. Seit 2016 fährt er die komplette Meisterschaft für Dams. Latifis Erfolge in den Nachwuchsklassen halten sich in Grenzen. In dieser Saison steuert der 24-Jährige auf sein bestes Ergebnis zu. Zwei Läufe vor dem Saisonende belegt Latifi hinter dem bereits feststehenden Meister Nyck de Vries den zweiten Rang.

Im Gegensatz zum Champion steigt Latifi in die Königsklasse auf. De Vries hingegen fährt in der Formel E für das Mercedes-Werksteam. Latifis Aufstieg hat mehr mit einer kräftigen Finanzspritze als mit purem Talent zu tun. Sein Vater Michael Latifi, der Anteilseigner bei McLaren ist, hat in Kanada das drittgrößte Nahrungsmittelunternehmen des Landes aufgebaut. Der Milliardär finanziert die Karriere des Sohnemanns. Davon wird Williams profitieren.

Der Traditionsrennstall stürzte in dieser Saison endgültig ab. Williams wird zum zweiten Mal in Serie den letzten Platz der Team-WM belegen. Bislang sammelte der Rennstall aus Grove nur einen kümmerlichen Punkt. Den steuerte Robert Kubica bei, der beim GP Singapur seinen Abschied von Williams verkündet hatte, und den Latifi 2020 ersetzen wird.

Nicholas Latifi - Williams - Formel 1 - GP USA - Austin - 1. November 2019
Williams
Nicholas Latifi bestritt in dieser Saison sechs Trainingseinheiten im Williams FW42.

Nur zwei Teams mit Wechseln

Williams kann die finanzielle Unterstützung von Latifi gut gebrauchen, um die Entwicklung des kommenden Rennwagens (FW43) und die Umstrukturierungen in Grove voranzutreiben. Latifi kennt das Team in seiner Rolle als Ersatzfahrer. In dieser Saison kletterte der Kanadier in sechs Trainings in den FW42. „Ich habe es genossen, das Team bei der Entwicklung des diesjährigen Autos zu unterstützen. An der Rennstrecke und in der Fabrik. Jetzt freue ich mich darauf, die gemeinsame Reise mit dem Team zu vertiefen.“

Latifi glaubt an die Wende bei Williams. „Zwei schlechte Jahre definieren nicht das Vermächtnis eines Rennstalls wie Williams. Wir kennen die Probleme. Und ich bin sicher, dass wir sie gelöst bekommen. Ich werde alles dafür geben, meinen Teil beizutragen.“ 2020 wird er sich mit einem der vielversprechendsten Nachwuchstalente messen. Formel-2-Meister Russell wird eine große Zukunft vorhergesagt. Der Engländer gewann in dieser Saison bislang jedes Qualifikationsduell gegen Kubica, den es als Ersatz- und Simulatorfahrer zu Haas oder Racing Point ziehen könnte. „George wird nächstes Jahr kein Rookie mehr sein. Sicher hat er mehr Erfahrung im Team und in seinem zweiten Jahr mehr Erfahrung als ich.“

Mit der Verpflichtung Latifis sind alle Stammcockpits für das nächste Jahr besetzt. Acht Teams setzen auf Konstanz. Nur bei Renault und Williams gibt es jeweils einen Fahrerwechsel.

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