Wirbel um Ralf Schmacher

Manager auf verlorenem Posten

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Wirbel um Wirbelbruch: Nach dem Crash von Ralf Schumacher beim US-GP wird eine Klage gegen das Krankenhaus kaum Aussicht auf Erfolg haben. Der Kerpener hat sich selbst entlassen.

Willi Weber polterte vor dem Frankreich-Grand Prix in diversen Medien, wie unzureichend die Arbeit des Krankenhauses in Indianapolis im Falle seines Schützlings Ralf Schumacher gewesen sei, und dass er ernstlich eine Schadenersatz-Klage erwäge. Ein solcher Rechtsstreit ist wegen der schwierigen Beweisführung und des langen Instanzenweges langwierig, aber am Ende könnten laut Berechnung von Rechtsexperten über eine Million Dollar Schadenersatz herausspringen - falls Weber gewinnt.

Genau da liegt der Haken: Entgegen erster Gerüchte, wiesen die Ärzte den verunfallten Schumacher durchaus darauf hin, dass im Bereich der betroffenen Brustwirbel TH11 und TH12 Anomalien festzustellen seien. Eine eindeutige Diagnose ist allerdings bei Haarrissen in Wirbeln nicht immer sofort möglich. ""Ein gebrochener Knochen zeigt oft erst nach Tagen Spuren einer Bruchlinie", sagt Formel 1-Arzt Sid Watkins.

Der Chef-Mediziner des GP-Zirkus besprach sich mit den Kollegen im Methodist-Hospital und riet anschließend Manager Weber, den Ball bezüglich Geldforderungen lieber flach zu halten. In Indianapolis riet man Ralf Schumacher sicherheitshalber zu drei Wochen Bettruhe. Stattdessen unterschrieb der Angeschlagene ein Papier, dass ihm auf eigenes Risiko den Heimflug erlaubte.

Eine Million Dollar pro Rennen gespart

Acht bis zwölf Wochen soll der Heilungsprozess dauern. Optimisten rechnen bem Ungarn-GP im August wieder mit dem Deutschen, Pessimisten kalkulieren eher mit den abschließenden drei Überseerennen ab Ende September. Sid Watkins lässt durchblicken, dass er keinerlei Risiko durch einen verfrühten Einsatz eingehen wird.

Das ist Teamchef Frank Williams ganz recht. Auch wenn Juan Pablo Montoya sich mit dem Team ohne Schumachers Hilfe im Abstimmungsdickicht verirrt, hat es Sir Frank nicht allzu eilig mit der Rückkehr des Verletzten. Ab dem dritten ausgelassen Grand Prix (Hockenheim, 22.8.) zahlt nicht mehr das Team das Gehalt sondern eine Versicherung. Es geht um nicht weniger als eine Million Dollar pro Rennen. Finanziell gesehen könnte Williams, falls Schumacher 2004 gar nicht mehr fährt, sechs Millionen Dollar sparen.

Sportlich gesehen ist die Saison für die Weißblauen ohnehin schon abgeschrieben. Zudem steht der Wechsel von Schumacher zu Toyota fest, der Vertrag ist schon lange unterschrieben.

Warum Toyota ein großes Interesse hat, dass Ralf Schumacher bald wieder in den Williams steigt und alle weiteren Hintergründe zum letzten Grand Prix in Magny Cours lesen Sie in der neuen Ausgabe von auto motor und sport, Heft 15, ab 7. Juli im Handel.


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