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Wirbel um Red Bull-Dämpfer

Horner kontert Betrugsverdacht

Red Bull musste in Kanada einen illegalen Verstellmechanismus am Dämpfer der Vorderachse ändern. Teamchef Christian Horner wehrt sich gegen den Verdacht, das Auto zwischen Qualifying und Rennen unerlaubterweise verstellt zu haben.

Am Donnerstag hatte auto motor und sport exklusiv enthüllt, dass die FIA-Inspekteure in Kanada eine illegale Dämpferverstellung an der Red Bull-Vorderachse entdeckt hatten. Damit die Kontrolleure leichter überwachen können, ob in der sogenannten Parc Fermé-Phase zwischen Qualifying und Rennen illegale Änderungen am Fahrwerk vorgenommen werden, müssen sämtliche Einstellungen an der Aufhängung immer mit einem Werkzeug durchgeführt werden.

FIA zwingt Red Bull zum Ausbau

Bei Red Bull war der dritte Dämpfer der Vorderradaufhängung mit einem Mechanismus versehen, der es den Mechanikern erlaubt, Einstellungen in verschiedenen Stufen mit der bloßen Hand vorzunehmen. Das ist laut Reglement illegal. Die FIA zeigte Gnade und wies Red Bull lediglich an, das System auszubauen.

Ob Red Bull die Technik tatsächlich dazu benutzt hat, um unerlaubte Einstellungen, wie zum Beispiel eine Änderung der Bodenfreiheit, durchzuführen, konnten die Kontrolleure nicht beweisen. Unter den Fans sorgte die Enthüllung dennoch für große Diskussionen. Hat Red Bull die Regeln wieder einmal etwas zu weit ausgedehnt? Hat das Weltmeisterteam gar absichtlich betrogen?

Horner weist Betrugsverdacht von sich

Teamchef Christian Horner wehrte sich nun gegen entsprechende Verdächtigungen. "Wir haben die Fahrwerkshöhe niemals unter Parc Fermé-Bedingungen verstellt. Weder mit einem Werkzeug noch per Hand." Der Engländer dementierte allerdings nicht das Vorhandensein des strittigen Mechanismus, den Red Bull auf Anweisung der FIA ausbauen musste.

Die FIA ist zuletzt öfter gegen Red Bull aktiv geworden. Neben der Fahrwerksverstellung sorgten auch illegale Löcher im Unterboden (Monaco), eine illegale Belüftung der Radnaben (Montreal) und strittige Motor-Mappings (Hockenheim) für Diskussionen. Die erzwungene Umstellung auf ältere Motoreinstellungen vor dem GP Ungarn sorgte zuletzt für viel  Wirbel. Doch Horner redete die Wirkung klein: "Sebastian hat die sowieso nicht gemocht. Das war also eher ein Sturm im Wasserglas."

Red Bull entgeht Bestrafung

Die Schuld für die vielen Diskussionen sieht Horner nicht bei der FIA. "Die anderen Teams gehen zur FIA und beschweren sich. Wenn man oft vorne liegt, ist das aber ganz normal. Die FIA kommt dann zu uns und untersucht die Fälle. Das Auto war immer 100 Prozent in Ordnung." Eine Strafe gab es in dieser Saison noch nicht gegen Red Bull. Bisher drückten die Regelhüter immer ein Auge zu.

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