Wirbel um Vettel

Foto: dpa

Michael Schumacher kehrte bei einem 24-Stunden-Kartrennen in Kerpen zu seinen Wurzeln zurück, der zu seinem Nachfolger auserkorene Sebastian Vettel stahl zur gleichen Zeit auf einer anderen Bühne allen die Schau.

Die Journalisten drängten sich beim Motorsport-Saisonabschlussfest seines Arbeitgebers BMW im schweizerischen Flims um den Formel-1-Teenager, für die fast gleichaltrigen Piloten aus dem BMW-Nachwuchsprogramm ist Vettel schon das große Vorbild. "Es ist logisch, dass ein neues Gesicht gesucht wird, aber ich selbst fühle mich in keiner Weise damit verbunden. Das wäre vermessen", betonte Vettel.

Schumacher, der in seiner Heimatstadt Kerpen so gut wie unter Ausschluss der Öffentlichkeit Vollgas gab, sei das Optimum gewesen in der Formel 1. Dem 19-jährigen Vettel gehört nach Expertenmeinung die Zukunft. In der kommenden Saison ist er dritter Fahrer bei BMW-Sauber, nachdem er sich mit starken Auftritten und der Trainingsbestzeit gleich bei seinem ersten Test empfohlen hatte. Als Testpilot ist er auch Ersatzmann, falls Nick Heidfeld oder Robert Kubica ausfallen. Aufgeregt sei er dann bestimmt, nicht aber aber total nervös, prophezeite Vettel mit Blick auf sein Renndebüt in der Königsklasse des Motorsports.

eine Hoffnungen sind nicht unbegründet. "Man muss auch mal das Risiko eingehen, zwei junge Fahrer im Team zu haben, die dann bereit sind, wenn der Wagen bereit ist", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Mit seinem Team will er 2008 die ersten Siege anvisieren. Im Premierenjahr hatte es schon zu zwei Podestplätzen gereicht. Neben Routinier Heidfeld hat Theissen in Kubica einen weiteren jungen
Fahrer unter Vertrag.

Die beiden Jungspunde sorgen für Frische in der Formel 1. Vor allem Vettel avanciert zum Publikumsliebling. Ein weibliches japanisches Fan-Quartett reist teilweise sogar zu Vettels Auftritten nach Europa. "Telefonnummern hab' ich aber nicht", sagte er mit einem Augenzwinkern. Trotz des rasanten Aufstiegs bleibt der Sohn eines Zimmermanns und einer Hausfrau aus dem hessischen Heppenheim bodenständig. "Mich hat mal jemand gefragt, was ich mit meiner ersten Million machen würde. Ich hab gesagt, ich bringe sie zur zur Bank. Und dann hat er mich nach der zweiten Million gefragt. Die bring ich auch zur Bank, habe ich ihm entgegnet", erzählte Vettel.

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