Wird Formel 1 bald GP1?

Abspaltung von FIA rückt näher

FIA & Formula 1 Foto: XPB 52 Bilder

Bereitet Bernie Ecclestone noch einmal den ganz großen Coup vor? Eine Formel 1 ohne FIA. Zusammen mit Red Bull und Ferrari. Notfalls unter dem Namen GP1. Alle Anzeichen deuten darauf hin. Die anhaltende Kritik am eigenen Produkt, die Aufforderung das Spritlimit aufzuweichen, der Schachzug hinter dem Rücken der FIA die Budgetdeckelung zu kippen.

Zuerst war es nur ein Bauchgefühl. Doch so langsam wird die Vision einer Abspaltung der Formel 1 vom Weltverband ein realistisches Szenario. Und so könnte der Plan aussehen: Die Formel 1 wird durch anhaltende Kritik der Meinungsträger immer mehr entwertet. Es ist kein Zufall, dass Bernie Ecclestone, Red Bull und Ferrari gemeinsam Front gegen die neue Formel 1 machen.

Genau diese drei könnten die Käufer der Anteile sein, die CVC Capitals an den kommerziellen Rechten der Formel 1 hält. Zurzeit 35,1 Prozent, inklusive aller Stimmrechte im Direktorium. CVC-Chef Donald MacKenzie beteuert zwar regelmäßig, dass CVC nicht verkaufen wolle, doch das muss er tun, um den Wert der Aktie hochzuhalten. Experten glauben, dass Ecclestone, Red Bull und vielleicht auch Ferrari zuschlagen, sobald der Preis stimmt.

Heißt die Formel 1 bald GP1?

Es wäre dann eine Formel 1 ohne die FIA. Aus Sicht der Drahtzieher dieses Plans stört sie nur. Ecclestone und Red Bull wollen Motorsport pur. Keine Energiespar-Formel mit grüner Alibi-Technik. Sie müssten ihr eigenes Produkt notfalls GP1 nennen, denn die FIA würde sich die Namensrechte zurück erstreiten. Und es gäbe nach Ansicht von Rechtsgelehrten auch Probleme mit diversen Rennstrecken. Ecclestone hat Verträge mit den Veranstaltern, nicht mit den Strecken. Die stehen unter FIA-Aufsicht.

Immer mehr Anzeichen sprechen dafür, dass sich Unheil zusammenbraut. Ecclestone erneuerte am Renntag von Bahrain seine Kritik am neuen Rennformat. Es sei inakzeptabel für die Fans, polterte der Formel 1-Chef. Dabei hatte Mercedes am Tag davor bei ihm eifrig Werbung in eigener Sache gemacht. Offenbar hat die Gehirnwäsche den Formel 1-Chef nicht überzeugt.
 
Ecclestone forderte sogar die Anhebung des Spritlimits um zehn Kilogramm, wohlwissend, dass sich die FIA völlig lächerlich machen würde, wenn sie diesen Vorschlag akzeptierte. Dann wäre ihre schöne Spritspar-Idee beim Teufel. Und es wäre nichts gewonnen. Die Motoren würden kaum lauter werden, nur häufiger kaputtgehen, und Mercedes würde die zehn Kilogramm mehr genauso in mehr Leistung umsetzen wie Ferrari und Renault.

FIA-Vertreter zeigen sich erstaunt, dass sich Red Bull und Ferrari jetzt aufregen: "Die Regeln sind seit zwei Jahren bekannt und wurden von den Teams mit der FIA so definiert, wie sie heute sind."

Bernie kippt Budgetdeckelung ohne FIA

Der dramatischste Beweis für eine offene Konfrontation mit dem Weltverband ist ein Brief von Bernie Ecclestone an FIA-Präsident Jean Todt, in dem er ihm mitteilt, dass die sechs Teams in der Strategiegruppe, also Red Bull, Ferrari, Mercedes, McLaren, Lotus und Williams gegen eine Budgetdeckelung seien. Das Treffen fand ohne FIA-Vertreter statt. Bernie und die Teams setzten die Pariser Behörde ganz bewusst vor vollendete Tatsachen. So als wollte man sagen: Ab jetzt bestimmen wir, was hier läuft.
 
Wenn die Hauptdarsteller einmal die Anteile an dem Geschäft gekauft haben, werden sie die FIA komplett ausklinken. Dann werden auch die komplizierten und teuren Turbo-Monster zu Grabe getragen.
 
Das Risiko, dass Mercedes, Renault und Honda einen Rückzieher machen, gehen die Separatisten bewusst ein. Die kleinen Teams werden zu Pausenclowns degradiert. Die großen werden sie mit ihrem Geld erdrücken. Doch auch dafür haben Ecclestone, Red Bull und Ferrari schon eine Lösung parat. Sie bieten ihnen Kundenautos an. Gute Nacht, Formel 1.

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