Lewis Hamilton - Sebastian Vettel - GP Österreich 2017 - Qualifying xpb
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying
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Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying 40 Bilder

WM-Duell wird härter

Hamilton muss es alleine richten

Die Pole Position beim GP Österreich ging an Valtteri Bottas. Lewis Hamilton startet nur vom 8. Platz. Der Engländer muss allein Schadensbegrenzung betreiben. Es gibt keine Hilfe von Bottas und wenig von den Strategen.

Sebastian Vettel war zufrieden. Für den WM-Spitzenreiter lief das Training fast optimal. Vettel startet aus der ersten Reihe, sein WM-Gegner Lewis Hamilton aus der vierten. Einziger Wermutstropfen: Vettel verfehlte die die Pole Position von Valtteri Bottas um 42 Tausendstel. „Ich hatte ein paarmal Glück im Duell gegen Valtteri. Es ging immer um Hundertstel zu meinen Gunsten. Da kann ich mich jetzt nicht beklagen. Ich war am Limit. Ich glaube, Valtteri hatte noch etwas in Reserve.“

Lewis Hamiltons Name steht in der Trainingsrangliste auf Platz 3. Doch wegen seines Getriebewechsels geht der Mercedes-Pilot nur von der achten Stelle aus ins Rennen. Mitten im emotionalen Force India-Sandwich. Dem WM-Zweiten steht ein hartes Stück Arbeit bevor, wenn er noch auf das Podium fahren will. Sein Durchmarsch aus dem Jahr 2014, wo er von Platz 9 auf Rang 2 fuhr, ist für Hamilton kein Maßstab: „Damals war unser Auto deutlich überlegener als heute.“ Die Startplatzstrafe war schon aus dem Kopf, kurz nachdem er sie am vergangenen Dienstag erfahren hat. „Da musst du sofort auf einen Ablenkungsmodus schalten und dir immer wieder sagen: Ich mache das Bestmögliche aus der Situation.“

Ein schwieriges Wochenende noch schwieriger gemacht

Hamilton ist bei dem Unternehmen Schadensbegrenzung ziemlich auf sich gestellt. Bottas wird das Feld auf keinen Fall einbremsen, um dem Teamkollegen zu helfen. „Das steht in keinem unserer Strategiepläne.“ Auch die Strategen können wenig für Hamilton tun. Wenn es keine Flut von Safety Cars gibt wie in Baku, oder wenn nicht ein Sommergewitter über dem Red Bull-Ring niedergeht, dann wird der GP Österreich ein Einstopp-Rennen. „Deshalb haben die Strategen auch nur eine Chance, sich was Schlaues einfallen zu lassen“, kommentiert Niki Lauda kühl.

Mercedes hat sich bereits auf eine Alternativ-Strategie für Hamilton festgelegt. Der Engländer startet gegen den Trend mit Supersoft-Reifen: „Sie sind ein bisschen langsamer und halten ein bisschen länger“, sagt Hamilton leidenschaftslos. Unter normalen Umständen ist seine Reifenwahl kein Joker. „Er kann einer werden, wenn es zwischendrin mal regnet oder ein Safety Car kommt.“

Teamchef Toto Wolff und Niki Lauda blickten mit einem lachenden und weinenden Auge auf die Qualifikation zurück. Einerseits die Freude über die Pole Position von Bottas, andererseits der Frust über das Getriebepech von Hamilton. „Bottas ist heute Hamilton artig gefahren. Lewis kam nicht in die Gänge. Da sind auch wir dran schuld. Wir haben ihm ein ohnehin schon schwieriges Wochenende noch schwieriger gemacht. Der Bremsdefekt am Morgen hat seinen Tag genauso durcheinandergebracht wie das Hin- und Herspringen zwischen Ultrasoft- und Supersoft-Reifen“, ärgerte sich Lauda. Hamilton dagegen glaubt nicht, dass ihn der Ausflug auf den Supersoft-Gummi im Q2 viel gekostet hat. „Ich habe einfach keine perfekte Runde hinbekommen.“

Lauda fürchtet, dass WM-Kampf schmutziger wird

Bottas kommt beim GP Österreich die gleiche Aufgabe zu wie in Sotschi. Mit einem Sieg nimmt er Vettel 25 Punkte weg und hält somit den Schaden für Hamilton klein. Die Zuschauer hoffen natürlich, dass es in Spielberg doch noch zum Duell der beiden Königsfiguren kommt. Weil sich Mercedes und Ferrari im Vergleich der Rundenzeiten praktisch ebenbürtig sind. Im Topspeed lag Hamilton um 2,3 km/h vor Vettel. Nicht genug, um aus eigener Kraft zu überholen. Da bräuchte er schon die Hilfe von DRS.

Im dritten Training kam es zwischen Hamilton und Vettel erneut zu Spannungen. Vettel war auf einer schnellen Runde, und Hamilton bummelte in Kurve 7 auf der Ideallinie herum. Antwort war eine entsprechende Handbewegung aus dem Ferrari-Cockpit. Als TV-Moderater Davide Valsecchi die beiden WM-Kandidaten auf der Zielgerade zu einem Handschlag animieren wollte, liefen sie aneinander vorbei. Hamilton erklärte später „Wir sind vorher schon zusammengestanden.“

Niki Lauda sieht Anzeichen, dass der WM-Kampf schmutziger wird: „Das milde Urteil der FIA im Fall Vettel war ein Freibrief, seine Aggressionen und Emotionen auf der Rennstrecke auszuleben. Perfekt für egozentrische Rennfahrer, die ihr Revier behaupten wollen. Das wird auch Lewis mal inspirieren, es genauso zu machen. Es kann ja nichts passieren.“

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