WM-Titel abgeschrieben

Ferraris Pannenserie hält in Barcelona an

GP Spanien 2009 Foto: Ferrari 60 Bilder

Nach dem schlechten Saisonstart und dem misslungenen Räikkönen-Poker im Qualifying ging die Pannenserie auch im Rennen von Barcelona weiter. Felipe Massa hat die Weltmeisterschaft schon abgeschrieben.

Eigentlich war für Barcelona der große Wendepunkt in der Saison von Ferrari angekündigt. Doch Präsident Luca di Montezemolo bekam am Fernsehen nicht gerade die Show geboten, die er sich von seiner Scuderia gewünscht hatte. Schon im Qualifying leistete sich das Team den ersten Patzer, als man Kimi Räikkönen überheblich in der Box ließ, während die Konkurrenz schnelle Runden fuhr. Der Finne flog schon im ersten Abschnitt raus und startete von Platz 16.

Räikkönen mit Technikproblemen

Am Ende war es egal. Denn auch im Rennen machte der Finne keine gute Figur. Hydraulik-Probleme zwangen den Champion von 2007 in Runde 17 zur Aufgabe. "Mein Gaspedal ist einfach durchgefallen", grummelte der Blondschopf anschließend. Doch das sollte nicht das letzte Problem von Ferrari gewesen sein.
 
Bei Felipe Massa gab die Tankanzeige den Strategen Rätsel auf. Schon beim ersten Tankvorgang wunderte man sich an der Boxenmauer, dass weniger Sprit im Tank war als eigentlich drin sein müsste. Eine Lösung für das Problem wurde offenbar nicht gefunden, denn Berechnungen nach dem zweiten Service machten schnell klar: Das Benzin reicht nicht bis zur Ziellinie.

Leichtes Drosseln reichte nicht

Zunächst dachte man, dass es Massa durch leichtes aber dauerhaftes Heben des Gasfußes über die Runden schaffen könnte. "Deshalb haben wir zunächst nicht an einen weiteren Boxenstopp gedacht", erklärte Massa. "Erst wenige Runden vor Schluss habe ich den Funkspruch erhalten, dass uns noch eine Runde fehlt." Die Lösung sah so aus, dass der Brasilianer sein Tempo zunächst um vier, später um sechs Sekunden drosseln musste.
 
Der Vizeweltmeister schaffte es zwar ins Ziel, allerdings nicht bevor Sebastian Vettel und Fernando Alonso vorbeigefahren waren. Beinahe wäre auch noch Nick Heidfeld durchgeschlüpft. Nur 1,6 Sekunden rettete Massa auf Rang sechs. Über die Ursache gab es zunächst verschiedene Meinungen. Ein Rechenfehler wurde dabei allerdings kategorisch ausgeschlossen.

Probleme mit Tank und Spritverbrauch

Massa vermutete, dass etwas an der Tankanlage nicht gestimmt haben könnte. Teamchef Stefano Domenicali hatte dagegen den Tank des Autos im Verdacht. Auch der Benzinverbrauch bei Felipe Massa fiel negativ auf. Eigentlich hätte der Brasilianer mit zehn Kilogramm Sprit mehr im Tank, vier Runden länger fahren müssen als Jenson Button. Er steuerte seine Box beim ersten Stopp aber schon zwei Umläufe nach dem Briten an. "Auch das werden wir uns anschauen", so der nüchterne Kommentar der Teamchefs.

Für Felipe Massa ist nach der erneut mageren Punktausbeute der WM-Zug endgültig abgefahren: "Da ist nichts mehr möglich. Brawn hat vier Siege in fünf Rennen. Da muss man realistisch bleiben." Selbst eine enorme Steigerung bei Ferrari würde daran nichts ändern: "Die Brawn würden dann ja immer noch genügend Punkte sammeln."

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