Wo wird hier gespart?

Acht Test-Tage kosten 9,1 Millionen Euro

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Indien - 25. Oktober 2013 Foto: xpb 23 Bilder

FIA-Präsident Jean Todt hatte sich vor seiner zweiten Amtsperiode einen Sparkurs auf die Fahnen geheftet. Sind das alles nur Lippenbekenntnisse? Die Formel 1 erlaubt 2014 wieder Testfahrten unter der Saison. Mercedes hat ausgerechnet, dass die acht Tage 9,1 Millionen Euro kosten.

Ans Sparen denkt in der Formel 1 schon lange keiner mehr. Man muss sich nur die Budgets der großen Teams anschauen: Red Bull: 250 Millionen Euro plus. Ferrari: Mindestens 220 Millionen Euro. McLaren: 205 Millionen. Mercedes 180 Millionen. Ohne Motor, versteht sich. Tendenz steigend.

Die Ressourcenbeschränkung ist das Papier nicht wert auf dem sie steht. Weil sich die Top-Teams nicht daran halten. Und weil die FIA den großen Teams laufend neue Lockerungen im Reglement gestattet. Zum Schaden der kleinen Rennställe. Jean Todt kündigte zwar in seinem Wahlkampf gegen David Ward an, dass er sich um die Kostenkontrolle kümmern werde, doch bis jetzt ist wenig passiert. Es wird nicht billiger, sondern teurer.

Jeder Tag kostet 1,13 Millionen

Das beste Beispiel sind die acht Testtage unter der Saison. Sie kommen zu den zwölf Tagen im Winter hinzu. Im Austausch dazu sollen die Windkanalzeiten und CFD-Nutzung eingeschränkt werden. Doch das ist Augenwischerei. Die Windkanäle und Großrechner gibt es schon. Sie sind entweder bezahlt oder werden in den Bilanzen abgeschrieben. Betriebsstunden dort sind billiger als Kilometer auf der Strecke.

Irgendeiner hat irgendwann einmal ausgerechnet, dass jeder Kilometer dort 1.000 Euro kostet. Was die acht Tage in der Saison 2014 angeht, hat Mercedes eine exakte Kalkulation aufgemacht. Obwohl man auf ein separates Testteam verzichten will, werden die Tests in Bahrain, Barcelona, Silverstone und Abu Dhabi 9,1 Millionen Euro kosten. Was man dafür im Windkanal und am CFD-Rechner einspart, ist ein Bruchteil davon.
 
Sauber, Force India, Caterham oder Marussia sind sich nicht sicher, ob sie sich alle acht Tage leisten können. Der Wunsch, stattdessen einen Tag mit dem Originalauto im Windkanal zu verbringen, wurde von Red Bull abgelehnt. Absurdes Argument: Zu teuer. Man müsse dann auch so einen Windkanal bauen. Gegenfrage: Warum mietet sich Red Bull nicht einfach bei Sauber ein? Die könnten das Geld gut gebrauchen.

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