Wolff-Absage an Wehrlein

Manor-Pilot zieht die Niete

Pascal Wehrlein - Manor - GP Brasilien 2016 - Sao Paulo - Donnerstag - 10.11.2016 Foto: sutton-images.com 36 Bilder

Pascal Wehrlein hoffte, 2017 von Manor den Sprung zu einem besseren Team zu schaffen. Doch statt eines Aufstieges zieht der Sigmaringer die Niete im Transfer-Poker. Der 22-Jährige muss im kommenden Jahr bei Manor bleiben.

Pascal Wehrlein ist neben Felipe Nasr und Esteban Gutierrez der große Verlierer im Poker um bessere Cockpits für die kommende Saison. Der DTM-Champion von 2015 wird in der nächsten Saison bei Manor bleiben müssen. Die Hoffnungen, bei HaasF1 oder Force India unterzukommen, zerschlugen sich in Brasilien.

Wehrlein will bei Force India nachhaken

HaasF1 wird Kevin Magnussen neben Romain Grosjean setzen. Gutierrez muss sich einen neuen Arbeitsplatz suchen. Einzige Chance: der zweite Sitz neben Wehrlein bei Manor. Dafür müssen wohl aber Sponsorenmillionen fließen. Wehrlein bleibt auf Manor sitzen, obwohl er bis zuletzt mit Force India liebäugelte. Statt dem 22-jährigen Sigmaringer bekommt Noch-Manor-Teamkollege Esteban Ocon das zweite Cockpit neben Sergio Perez (Artikel).

„Ich muss damit zurechtkommen. Ich kann jetzt lästern, oder irgendwas Schlechtes sagen. Aber das bringt mich nicht weiter. Es bleibt mir nur, weiter auf der Strecke alles zu geben und Esteban alles Gute zu wünschen“, referierte ein etwas geknickter Wehrlein. Die Absage von Force India übermittelte ihm Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. „Er hat mich gestern angerufen und darüber unterrichtet.“

Wehrlein möchte sich damit aber nicht zufrieden geben. Er will das Gespräch mit Force India suchen, um die Gründe für Ocon und gegen ihn zu ermitteln. „Ich möchte ja daraus lernen.“ Einige können die Entscheidung des indisch-englischen Rennstalls nicht nachvollziehen. Weil Wehrlein seinen Teamkollegen bislang im Griff hatte.

Doch der Schein könnte trügen. Ocon stieß erst nach der Sommerpause in Spa zu Manor. Das Auto ist nicht auf ihn zugeschnitten. Der Franzose ist zu groß und hat keine ideale Sitzposition im Manor-Renner. Force India hat sich mit GPS-Daten abgesichert. Und Ocon hatte das Team schon bei einem gemeinsamen Test überzeugt. Mehr als Wehrlein, der ebenfalls schon für Force India probte.

Platzierungsmillionen entscheidend für 2017

Trotz des Rückschlags will Wehrlein nicht den Kopf hängen lassen. Er glaubt daran, dass Manor 2017 weitere Fortschritte machen kann. „Das Team hat großes Potential und erfahrene Leute. Ich glaube, wir können nächstes Jahr ein gutes Auto nach Australien bringen. Viel wichtiger wird aber die Entwicklung während des Jahres sein, weil die Autos für alle so neu sind. Da wird es große Fortschritte von Rennen zu Rennen geben“, meint der Manor-Pilot.

Um eine permanente Weiterentwicklung unter der Saison zu gewährleisten, muss das Geld fließen. Wehrlein weiß: „Wir müssen den zehnten Platz in der Konstrukteurs-WM halten.“ Das würde dem kleinen Team aus Banbury einen zweistelligen Millionen-Betrag an Prämiengeldern in die Kassen spülen. Wehrlein gibt aber zu: „Die Entscheidung von Force India ist ein kleiner Rückschritt für mich.“

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