Letzte Warnung an Mercedes-Fahrer

"Beim nächsten Crash kracht es"

Nico Rosberg - Formel 1 - GP Österreich 2016 Foto: Reinhard 62 Bilder

Mercedes-Teamchef Toto Wolff wird sich am Donnerstag mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg in der Fabrik in Brackley treffen. Niki Lauda weiß, was den Fahrern blüht. Sie dürfen weiter frei fahren. Aber beim nächsten Crash gibt es ernsthafte Konsequenzen.

Die Kollision von Nico Rosberg und Lewis Hamilton am Red Bull-Ring hat ein Nachspiel. Es findet am Donnerstagmorgen in der Fabrik in Brackley statt. Teamchef Toto Wolff bittet seine Fahrer zum Rapport. Um ihnen zwei Dinge klar zu machen: Es ist ein Privileg, dass Mercedes sie frei fahren lässt. Wenn es aber wieder in einer Kollision endet, dann gibt es ernsthafte Konsequenzen. „Und da lassen wir uns alles offen“, kündigt Niki Lauda an.

Der Außenminister von Mercedes hat sich mit Toto Wolff bereits abgesprochen. Beide vertreten die Meinung: „Wir wollen Weltmeister mit zwei Top-Fahrern werden, aber die Meisterschaft muss ohne Unfälle gewonnen werden. Das muss machbar sein. So eine Situation wie in Österreich wollen wir nicht mehr sehen. Lewis lässt nicht locker, und Nico hält dagegen. Logisch, dass es da kracht. Das ist inakzeptabel. Ich kann von zwei erwachsenen und intelligenten Fahrern erwarten, dass sie das ohne Unfall hinkriegen.“

Mercedes lässt frei fahren, aber mit Abstand

Als dreifacher Weltmeister weiß Lauda: „Wenn du Weltmeister werden willst, musst du als Fahrer auch einmal nachgeben können. Wir brauchen zwei Teamfahrer, die sich nach allen Regeln der Kunst bekämpfen, aber gerade so, dass sie nicht zusammenkrachen. Jeder Punkt, der dir verloren geht, kann dir am Ende in der Weltmeisterschaft fehlen. Stellt euch vor, der Vettel ist bis auf 10 Punkte dran, und unsere beiden Herren fahren sich so in die Kiste, dass beide liegenbleiben.“

Lauda kündigt an: „Toto wird mit Lewis und Nico am Donnerstag Klartext reden. Wir haben uns bereits darüber abgestimmt. Wir wollen die zwei frei fahren lassen, aber nur so weit, dass sie nicht zusammenfahren. Wenn es nicht klappt und zu den zweieinhalb Unfällen in Barcelona, Montreal und Spielberg noch ein weiterer hinzukommt, behalten wir uns alle Schritte vor. Irgendwo hört der Spaß auf.“

Crash? Nur beim letzten Rennen

Doch wie soll man einen Hamilton zurückpfeifen, wenn er merkt, dass der Gegner angeschlagen ist? Und wie will man Rosberg dazu bringen, dass er in der Situation in der letzten Runde nicht dagegenhält? Da geht der Mann mit dem Kapperl ins Detail. „In Österreich war Lewis vorne, und er lag außen. Da kann Nico den Angriff nicht abwehren, wenn er eh schon weiß, dass er ein Bremsproblem hat. Es war eine sinnlose Aktion, die ihn und uns 6 Punkte gekostet hat. Er hätte einfach früher bremsen müssen.“

Anderer Fall in Barcelona. Dort gibt Lauda seinem Schützling Hamilton die Schuld: „Lewis hätte wissen müssen, dass Nico die Innenspur dicht machen wird. Dann kann ich nicht nach innen ziehen und auf dem Gas bleiben, bis nichts mehr geht. Ein Rennfahrer von seiner Klasse muss wissen, dass er damit nicht durchkommt. “

Eine kleine Ausnahme macht Lauda. Wenn im letzten Rennen der WM-Titel für Mercedes und für einen der Mercedes-Fahrer sicher eingefahren ist, dann darf bis zum bitteren Ende gekämpft werden. „Dann und nur dann könnte ich akzeptieren, dass es zwischen den beiden kracht. Aber auf keinen Fall auf dem Weg dorthin.“

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