Zielflagge zu früh in Montreal

Model trifft keine Schuld

Winnie Harlow - Zielflagge - GP Kanada 2018 Foto: sutton-images.com 55 Bilder

Der Grand Prix von Kanada wurde eine Runde zu früh beendet. Rennleiter Charlie Whiting lieferte anschließend die Erklärung, warum Model Winnie Harlow die karierte Flagge zum falschen Zeitpunkt schwenkte.

Das Rennen in Montreal dümpelte in den letzten Runden nur noch dahin. Dass man Sebastian Vettel die Zielflagge eine Runde vor dem Erreichen der eigentlich vorgesehenen Distanz von 70 Runden zeigte, hatte mit dem langweiligen Geschehen aber nichts zu tun. Das karierte Tuch wurde vom kanadischen Model Winnie Harlow versehentlich eine Runde zu früh geschwenkt. Den Regeln entsprechend wurde deshalb der Stand nach Runde 68 gewertet.

Im Fahrerlager wurde anschließend diskutiert, ob man den Job nicht lieber den Experten überlassen sollte. „Wir stellten ja auch nicht Models als Streckenposten oder FIA-Kommissare ein, oder?“, scherzte Force-India-Sportdirektor Otmar Szafnauer. Die Szene erinnerte an Fußballstar Pele, der 2002 in Brasilien für das Schwenken der Flagge eingeteilt war. Damals verpasste der Lokalheld seinen Einsatz. In Montreal war die Dame zu früh dran – wie zuletzt 2014 beim GP China, als ein lokaler Marshall vorzeitig aktiv wurde.

Kommunikationsfehler bei den Offiziellen

„Es handelte sich hier um das gleiche Problem wie 2014 in China. Es war einfach gesagt ein Kommunikationsfehler“, erklärte Rennleiter Charlie Whiting anschließend. „Dem Model wurde der Befehl zum Abwinken zu früh erteilt. Die Dame trifft also keine Schuld.“ Verantwortlich für das Zeichen war ein Repräsentant des örtlichen Motorsportvereins. „Er hat bei der Rennleitung nachgefragt, ob sich das Rennen schon in der letzten Runde befindet. Doch in der Rennleitung hatte man das nicht als Frage verstanden, sondern als Statement – und mit okay geantwortet.“

Winnie Harlow - Zielflagge - GP Kanada 2018 Foto: sutton-images.com
Model Winnie Harlow posierte vor dem Rennen noch mit der Zielflagge für die Fotografen.

Whiting bezeichnete es als ärgerlichen Fehler, der nicht hätte passieren dürfen. Der Brite konnte aber nicht ausschließen, dass es sich wiederholt: „Überall wo Menschen arbeiten, können Fehler passieren. Wir haben an allen Strecken unterschiedliche Kommunikationssysteme und unterschiedliche Sprachen. Man könnte höchstens überlegen, ob man die traditionelle Flagge abschafft und ein anderes Zeichen für das Ende des Rennens einführt. Man könnte zum Beispiel das Signal auf den LED-Boards automatisch einspielen. Aber da müsste man erst ein System entwickeln und klären, wann und wie es aktiviert wird. Das wäre ein sehr großer Aufwand für ein Problem, das praktisch nur alle 10 Jahre auftritt.“

Whiting zeigte sich erleichtert, dass der Fehler ohne Konsequenzen blieb. Nur Daniel Ricciardo war sauer, weil dem Australier die kurz vor Schluss gefahrene schnellste Rennrunde noch aberkannt wurde. Sie wurde gestrichen und Red-Bull-Teamkollege Max Verstappen gutgeschrieben. Größere Konsequenzen hatte ein verfrühtes Rennende zuletzt 1985. Damals blieben Jacques Laffite und Dereck Warwick in der letzten Runde liegen. Wegen der fehlerhaften Zielflagge wurden die beiden dennoch auf den Plätzen 3 und 5 gewertet.

Rennleitung verzichtete auf Warnung an Fahrer

Sebastian Vettel bemerkte allerdings, dass die Situation nicht ganz ungefährlich war: „Auf dem Lenkrad und der Boxentafel habe ich gesehen, dass noch eine Runde zu fahren ist. Auch auf der Leinwand habe ich das Fernsehbild gesehen, auf dem “Last Lap„ stand. Über Funk wurde ich angewiesen, weiter Vollgas zu fahren. Aber einige Streckenposten haben schon ihre Flaggen zum Gruß geschwenkt. Ich habe befürchtet, dass jemand auf die Strecke rennt, während wir noch im Renntempo angerast kommen.“

Auch Whiting sah die Situation kritisch: „Die Marshalls haben wohl die karierte Flagge gesehen und gedacht, dass das Rennen vorbei sei. Es war ja auch effektiv vorbei, aber ich kann verstehen, dass die Piloten von ihren Teams nicht die Anweisung bekommen haben, langsam zu machen.“ In der Hitze des Moments machte die Rennleitung auch nicht von der Möglichkeit Gebrauch, sich direkt in den Funk aller Fahrer einzuklinken und sie zu reduziertem Tempo aufzufordern. „Um noch mehr Konfusion zu vermeiden haben wir das Rennen lieber weiterlaufen lassen“, erklärte Whiting.

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