Zu langsam

Villeneuve suspendiert

Foto: Daniel Reinhard

Das Sauber-Team schickte den Kanadier bei den Testfahrten in Barcelona nach Hause und holte Felipe Massa als Ersatz. Villeneuve ist sauer, das Team ist unzufrieden.

Schon nach dem ersten Rennen schienen die Tage von Jacques Villeneuve bei Sauber gezählt, nun spitzt sich die Situation zu. Am Ende des zweiten Tages der Barcelona-Tests (6.4.) teilte das Testteam dem Kanadier mit, dass seine Dienste nicht mehr länger benötigt würden, obwohl der Testplan vorsah, dass Villeneuve auch am 7. April fahren sollte.

"Da haben wir einen unserer wenigen Tests, und prompt habe ich einen Bremsdefekt, was auf dieser Strecke kein Spaß ist", schimpfte Villeneuve, der am Mittwoch-Vormittag wegen des Bremsproblems kaum zum Fahren kam. Am Nachmittag standen Aerodynamik-Tests auf dem Programm. "Das Auto hatte keine Balance", sagt Villeneuve.

Langsame und unregelmäßige Zeiten

Beim Testteam sah man den Fall anders. Villeneuves Zeiten seien langsam und unregelmäßig gewesen, das habe die Ingenieure verunsichert, heißt es aus dem Sauber-Lager. Tatsächlich war Villeneuve von 13 Fahrern der langsamste. Auf Olivier Panis, der im Toyota Vorletzter war, fehlte Villeneuve fast eine Sekunde, auf die Bestzeit gar 3,7 Sekunden.

Villeneuve verteidigt sich, es sei nie geplant gewesen, möglichst schnelle Runden zu fahren. "Irgendwas ist nicht in Ordnung, das Auto ist einfach zu langsam, und nun kommt der andere Fahrer, um das zu prüfen." Den Namen Felipe Massa nimmt Villeneuve möglichst nicht in den Mund.

Peter Sauber: "Habe keine Eile"

Der Brasilianer erhielt allerdings schon mittags den Anruf, sich nach Barcelona zu begeben, die misslungenen Aerodynamik-Versuche fanden erst nachmittag am Nachmittag statt. Als Massa am Donnerstagmorgen (7.4.) den C24 übernahm, fuhr er eine Bestzeit von 1:17,1 Minuten. Damit wäre nach der Zeitenliste vom Vortag immer noch ganz hinten. Bereits bei den Wintertests sah Sauber in Barcelona so alt aus, dass die Ingenieure ein deutliches Aerodynamik-Defizit ausmachten.

"Jacques bräuchte ein Auto mit mehr Abtrieb", sagt Peter Sauber, der offen zugibt, mit den Leistungen des Ex-Weltmeisters unzufrieden zu sein. Doch von einem Rauswurf will der Schweizer immer noch nichts wissen: "Ich habe keine Eile zu einem Fahrerwechsel. Meine Priorität ist, das Auto schneller zu machen." Verhandlungen mit anderen Fahrern bestreitet Sauber. In den letzten zwei wochen waren BAR-Tester Anthony Davidson und Red Bull-Junior Vitantonio Liuzzi mit Sauber in Verbindung gebracht worden.

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