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Lewis Hamilton - Mercedes - GP China 2016 - Shanghai - Rennen
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Zu viel Action in Shanghai?

"Das ist ein Luxusproblem"

Nach dem GP China scheiden sich die Geister. Die einen waren ganz begeistert über so viel Action. Die anderen kritisieren, dass der Rennverlauf zu verwirrend war. TV-Experte Martin Brundle findet Kritik an zu viel Action nicht gerecht.

Über Action konnte man sich beim GP China nicht beklagen. 66 Boxenstopps, 128 Überholmanöver, viel Kleinholz. Nur an der Spitze war es übersichtlich. Nico Rosbergs Sieg stand ab der dritten Runde nicht mehr in Frage. Und die Technik lieferte kein Überraschungsmoment. Zum fünften Mal in der Geschichte der Formel 1 fiel kein einziges Auto aus.

Es gab aber auch Kritiker, denen während der 56 Runden zu viel passiert ist. Die bei zwei, drei, vier und sogar fünf Boxenstopps der einzelnen Fahrer den Überblick verloren haben. Selbst Lewis Hamilton hatte Schwierigkeiten: "Es ist so viel passiert in diesem Rennen, dass ich mich an Einzelheiten gar nicht mehr erinnern kann. Rein in die Box, Plätze gutmachen, wieder rein in die Box, wieder Plätze gutmachen. Es ging die ganze Zeit rauf und runter und fühlte sich an, als würde ich nie irgendwo ankommen."

Wie kam Vettel auf Platz 2 nach vorne?

Bei manchen seiner insgesamt 19 Überholmanöver war Hamilton nicht mehr in der Lage, den Gegner genau zu benennen. "Einen habe ich außen in Kurve 7 erwischt. Drei andere in Kurve 8, wo sie einen Angriff nicht erwartet haben. Das war cool." TV-Experte Martin Brundle musste zugeben: "Ich bin nicht in der Lage, aus dem Stegreif zu erklären, wie genau Vettel auf den zweiten Platz nach vorne kam."

Der frühere FIA-Präsident Max Mosley hatte immer gesagt: "Mir sind 3 Überholmanöver, an die ich mich erinnern kann, lieber als 33 beliebige." Trotzdem kann Brundle mit Kritik nichts anfangen, dass der Frust über den konfusen Rennverlauf die Freude an den vielen Zweikämpfen überwiegt: "Das ganze Feld ist ein echtes Rennen gefahren. Mit Ausnahme der ersten Kurve haben wir hohe Fahrkunst gesehen. Ich fand das großartig."

66 Boxenstopps am oberen Limit

Brundle räumte ein, dass 66 Boxenstopps am oberen Limit liegen, aber das sei eben der Preis dafür, wenn unterschiedliche Strategien und abbauende Reifen die Show verbessern sollen. "So ein Rennen mit Reifen, die konstant Grip liefern, wäre stinklangweilig. Ich glaube auch nicht, dass die Fans überfordert sind. Sie wollen ein Rennen sehen und erkennen an der Farbe der Reifen ganz genau, wer gerade auf welcher Mischung unterwegs und deshalb schnell oder langsam ist."

Auch Experten haben erst vor dem letzten Stopp gemerkt, wo die Reise hingeht. Es gab wohl keinen, der schon in der 10. Runde erkannt hat, dass Vettel auf dem zweiten Platz landen könnte und kein Force India in die Punkte fährt. Brundle meint, dass die Show hier wichtiger ist, als das Rennen in jeder Phase lesen zu können: "Wenn ich jetzt nicht gleich das Rennen von Vettel nacherzählen kann, dann machen wir uns über ein Luxusproblem Gedanken."

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Das war Action pur. Wir sollten nicht darüber jammern, dass es zu viele Überholmanöver gab.
Lieber weniger Überholmanöver, dafür welche, an die man sich erinnert. Man muss ein Rennen noch verstehen können.
Die Lösung liegt in der Mitte. Drei Überholmanöver sind mir zu wenig. Aber 200 müssen es auch nicht sein.
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