Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 7. Oktober 2017 sutton-images.com
Valtteri Bottas  - Mercedes - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 7. Oktober 2017
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Valtteri Bottas  - Mercedes - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 7. Oktober 2017 64 Bilder

Zu viel Vollgas für Red Bull

Zwei Fahrer, zwei Setups

Malaysia-Sieger Red Bull verlor in Suzuka eine Sekunde auf Mercedes. In der Not probierten es Daniel Riccardo und Max Verstappen mit unterschiedlichen Setups. Es blieb die Erkenntnis, dass Suzuka eine Strecke mit zu viel Vollgas ist.

Kann man diese Formel 1 noch erklären? Da tun sich selbst Experten schwer. Im gleichen Maß wie sich Mercedes innerhalb von nur sieben Tagen einer Wunderheilung erfreute, fiel Malaysia-Sieger Red Bull zurück. Auf Lewis Hamilton fehlte eine Sekunde, auf Sebastian Vettel eine halbe.

Nach dem dritten Training blickte man bei Red Bull noch in viele ratlose Gesichter. Wo war sie hin, die ermutigende Form vom ersten Training am Freitag. Motorsportdirektor Helmut Marko schüttelte sein Haupt: „Gestern haben uns 2 Zehntel gefehlt, heute eine Sekunde. Vielleicht hat es mit dem Gummi auf der Strecke zu tun, vielleicht mit den höheren Temperaturen. Bei uns haben die Reifen schon nach der ersten der S-Kurve überhitzt.“

Verstappen mit mehr Abtrieb als Ricciardo

Zwei Stunden später schickte Red Bull seine Autos mit unterschiedlichen Abstimmungen in die Qualifikation. Ricciardo hatte sich für weniger Abtrieb entschieden. „In den Simulationen war das auf eine Runde fast gleich schnell. Ich wollte mehr Top-Speed, damit ich im Rennen nicht so verwundbar bin.“ Die Software hatte Recht. Nur 28 Tausendstelsekunden trennten die beiden Red Bull-Piloten.

Verstappen glaubt trotzdem, dass er für das Rennen die besseren Karten hat. „Es soll wärmer werden. Das könnte auf die Reifen gehen und vielleicht den Unterschied zwischen einem und zwei Stopps ausmachen. Da bin ich mit mehr Abtrieb etwas besser aufgestellt.“ Riccardo bestätigt: „Für mich wird ein Einstopprennen ein Kampf. Wenn ich das ganze Rennen attackieren will, brauche ich vielleicht zwei Stopps.“

Normalerweise profitiert Red Bull von höheren Temperaturen. Laut Ricciardo müssten die Temperaturen am Sonntag aber schon erdrutschartig nach oben gehen, wenn man plötzlich mit Mercedes mitfahren will. „Dazu brauchen wir mehr als 30 Grad.“ Verstappen rät: „Wir sollten uns auf die Ferrari konzentrieren.“

Die Krux mit den Vollgaskurven

Bei der Analyse des Abstandes zu Mercedes und Ferrari kommt die Sprache im Red Bull-Camp schnell auf die Vollgaspassagen. Doch diesmal geben die Techniker und Fahrer nicht nur den zumeist bergauf führenden Geraden die Schuld. „Viele Kurven, die letztes Jahr noch Kurven waren, gehen jetzt voll. Da verlieren wir auch Zeit, weil der Speed dort damit auch von der Motorleistung bestimmt wird“, urteilt Verstappen.

Helmut Marko ergänzt. „Die Fliehkräfte in den Kurven bremsen das Auto ab. Wir kommen danach nicht mehr auf den alten Speed, die anderen mit ihrer Power schon.“ Teamchef Christian Horner gibt ein eindrucksvolles Beispiel, das durch die GPS-Messungen der Konkurrenz bestätigt wird:

„Wir verlieren zwischen der Spoon-Kurve und der Schikane eine halbe Sekunde. Mercedes und Ferrari erreichen ihren Top-Speed kurz vor dem Bremspunkt der Schikane. Auch sie verlieren in der 130R-Kurve Geschwindigkeit, legen danach aber noch einmal zu. Wir kommen nicht mehr über unseren Top-Speed vor der 130R-Kurve hinaus.“ McLaren-Teamchef Eric Boullier klagt: „Uns geht es genauso.“

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