Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Österreich 2015 - Danis Bilderkiste Daniel Reinhard

Zuverlässigkeits-Tabelle

Mercedes als einziges Team makellos

Mercedes befindet sich in einer komfortablen Situation. Wer das schnellste Auto hat, profitiert doppelt. Weil man mit der Technik nicht immer ans Limit gehen muss. Wer aufholt, muss riskieren: Auf der Strecke, bei den Boxenstopps, bei der Entwicklung.

Ein Blick in die Statistik sagt alles. Mercedes hat die meisten Siege, Punkte und Rennkilometer. Von 4.823 Kilometern in acht Grand Prix haben Lewis Hamilton und Nico Rosberg 4.823 Kilometer zurückgelegt. Ferrari nur 4.421 Nur noch ein weiteres Team kann eine weiße Weste vorweisen. Auch Williams ist noch nie ausgefallen.

Das Mercedes-Kundenteam hinkt in Kilometer-Check trotzdem hinterher. Wegen des Startverzichts von Valtteri Bottas in Melbourne. Und weil Felipe Massa zwei Mal überrundet wurde. Macht 4.507 Kilometer total. Ist es Zufall, dass mit Force India ein weiteres Mercedes-Team auf Platz 3 liegt. Wahrscheinlich nicht. Trotz des Motorschadens von Nico Hülkenberg in China kommt der WM-Fünfte auf 4.506 Kilometer.

Mercedes hat noch einen zweiten Vorteil. Der erste Motor überstand 6 Rennen. Während die Silberpfeile und seine Satelliten seit dem GP Kanada erst die zweite von vier Antriebseinheiten einsetzen, befindet sich Ferrari schon in der dritten. Red Bull-Renault und McLaren-Honda haben bereits die ersten Strafen für die Überschreitung des Kontingents ausgeschöpft.

Überlegenheit senkt Ausfallrisiko bei Mercedes

Mercedes schlägt aus seinem Speedvorteil doppeltes Kapital. Wie McLaren 1988, Williams 1992 oder Ferrari 2004. Auch die münzten überlegenen Speed in Standfestigkeit um. Dort, wo man es sich leisten kann, fahren Hamilton und Rosberg mit gedrosselter Motor-Power. Was den gesamten Antriebsstrang entlastet. Somit sinkt das Ausfallrisiko. Bei den Boxenstopps kann Mercedes eine halbe Sekunde Sicherheit einbauen. Das schützt vor Strafen oder verkanteten Radmuttern.

Die Seriensieger können auch den Entwicklungsfahrplan besser organisieren. Den Einsatz von Motor-Token hat Andy Cowell und seine Truppe auf den dritten Motor verschoben. Die Ingenieure in Brackley können sich auf die wenigen Schwachstellen konzentrieren. Zum Beispiel die Ers-Kühlung. Sie müssen das Rennauto nicht neu erfinden. Ferrari braucht mehr Abtrieb. Und ein Auto, das auf jedem Reifentyp schnell ist. Und perfekte Boxenstopps. Viel Arbeit auf einmal.

Der Druck provoziert Fehler. Vettels Boxenpanne in Österreich ist kein Einzelfall. "Wir hatten nicht das erste Mal Probleme mit der Radmutter. Das müssen wir abstellen", fordert Teamchef Maurizio Arrivabene. Er hält auch nichts davon, diese Saison abzuschreiben und sich voll auf 2016 zu konzentrieren. "Das haben wir früher gemacht. Es gibt ein Team, das auf nächstes Jahr schaut. Der Großteil kümmert sich aber um unser aktuelles Auto." Arrivabene weiß auch: Wenn Ferrari frühzeitig aufgibt, konzentriert sich Mercedes auf die kommende Saison. Dann ist nichts gewonnen.

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