Zwei DRS-Zonen in Monza

Formel 1-Ingenieure stochern im Dunkeln

Sauber-Heckflügel Foto: Grüner 22 Bilder

Wenn es um die Frage der DRS-Zonen auf einer Rennstrecke geht, lässt die FIA die Teams lange zappeln. So fehlen den Ingenieuren bei der Entwicklung neuer Teile wichtige Daten. In Monza hat die Rennleitung überraschenderweise zwei DRS-Zonen geplant.

In der kommenden Woche steigt wieder das Highspeed-Festival in Monza. Die ungewöhnliche Streckencharakteristik mit vielen Geraden, die nur von drei Kurven und drei Schikanen unterbrochen werden, sorgt Jahr für Jahr für viel Arbeit in den Technikbüros. Fast alle Teams bringen spezielle Aerodynamik-Pakete, die nach dem GP Italien wieder in die Mülltonne wandern.

DRS hilft Luftwiderstand zu senken

Im königlichen Park zu Monza zählt nur Top-Speed. Der Luftwiderstand muss soweit wie möglich reduziert werden. Die flachen Flügel bieten ein Minimum an Abtrieb. In der vergangenen Saison rieben sich Beobachter allerdings verwundert die Augen. Die Heckflügel waren bei einigen Teams so steil wie in Monaco. Der F-Schacht machte es möglich. Damit konnten die Piloten den Luftstrom am Flügel mit einer Handbewegung abreißen lassen und den Luftwiderstand deutlich reduzieren.

Der F-Schacht ist mittlerweile Geschichte. Die Fahrer haben nun aber ein neues Spielzeug. Mit dem Drag Reduction System (DRS) haben die Piloten in dieser Saison die Möglichkeit, das obere Flügelelement auf Knopfdruck flach zu stellen. Der Effekt ist der gleiche wie beim F-Schacht. Der Luftwiderstand des Flügels wird reduziert. Allerdings entscheidet nun nicht mehr der Fahrer sondern die FIA, wann die Aktivierung erlaubt ist.

Teams können nicht mehr reagieren

Und genau da liegt der Knackpunkt. "Die FIA informiert uns immer erst eine Woche vor dem Rennen, wo die DRS-Zonen liegen", erklärt Sauber-Technikchef James Key. "Es ist aber sehr wichtig bei der Entwicklung des Flügels zu wissen, wie oft wir das DRS einsetzen dürfen. Doch beim Design mussten wir uns schon im Juli festlegen."

Nach Aussage von Key hat Sauber mit nur einer DRS-Zone in Monza gerechnet. Wie die Rennleitung in Spa durchblicken ließ, soll es nun aber doch zwei Möglichkeiten pro Runde geben, den Flügel flacher zu stellen: Einmal auf der Zielgeraden und einmal nach den Lesmo-Kurven auf der Anfahrt zur Ascari-Schikane.

Zwei DRS-Zonen und zwei Messpunkte

Zwei DRS-Zonen gab es in dieser Saison schon in Montreal und Valencia. Zum ersten Mal sind die beiden Zonen in Monza aber deutlich voneinander getrennt. Damit sind auch zwei so genannte "detection zones" nötig. An diesen Punkten wird der Abstand zum Vordermann gemessen. Liegt man hier weniger als eine Sekunde hinter einem anderen Auto, wird das System automatisch scharf geschaltet.

Da die Heckflügel generell deutlich flacher sind als auf normalen Strecke, fällt auch der Gewinn beim Aktivieren in Monza jedoch nicht ganz so deutlich aus. "Wir rechnen damit, dass der Effekt halb so groß ist wie normal", rechnet Key vor. Die Fans blicken trotzdem gespannt auf die Top-Speed-Tabellen. Erstmals in Monza mit KERS und DRS an Bord könnten die Rekorde purzeln.

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