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Romain Grosjean - HaasF1 - GP England - Silverstone - Formel 1 - Freitag - 6.7.2018
Kimi Räikkönen - Ferrari - GP England - Silverstone - Formel 1 - Freitag - 6.7.2018
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Kimi Räikkönen - Ferrari - GP England - Silverstone - Formel 1 - Freitag - 6.7.2018 91 Bilder

Zwei Wege zum Budgetdeckel in der Formel 1

Dreistufenplan bis 150 Millionen Dollar

Während sich das Motorenreglement zu einer schwierigen Geburt gestaltet, gehen die Verhandlungen über die Budgetdeckelung erstaunlich geräuschlos voran. Es gibt zwei Modelle, wie Liberty ab 2021 die Kosten in drei Schritten auf 150 Millionen Dollar senken will.

Die Durchsetzung eines Kostendeckels galt lange als Ding der Unmöglichkeit. Jede Einflussnahme auf den Wirtschaftsplan war den großen Teams ein Dorn im Auge. Keiner wollte etwas von seinem Vorteil aufgeben. Man verschanzte sich hinter dem Argument, dass eine Kostenobergrenze nicht kontrollierbar sei und dass man nicht über Nacht zwischen 200 und 500 Menschen auf die Straße setzen kann. Die Bemühungen von Liberty Media, den Teams eine fairere Ausgangsbasis zu verschaffen, kamen erst in Schwung, als sich Red Buil auf die Seite der Reformer schlug. Damit war ein Keil zwischen die Topteams getrieben.

Eine zweite Wendung nahm der Kampf um eine gerechtere Formel 1 in der Woche vor dem GP Österreich. Da trafen sich Ferrari-Präsident Sergio Marchionne, FIA-Präsident Jean Todt und Liberty-Chef Chase Carey an einem geheimen Ort zu einer Lagebesprechung. Man trennte sich in gutem Einvernehmen, heißt es. Liberty hatte damit Ferrari als wichtigsten Part im Boot. Der Sitzung der Strategiegruppe am 4. Juli in London blieb Marchionne fern. Seine Abgesandten blieben stumm. Es war vorher schon alles gesagt.

Welche Kosten werden rausgerechnet?

Dass FIA und Liberty im Motorenstreit bei den Herstellern auf Granit gebissen haben, liegt daran, dass Ferrari in dieser Frage überhaupt keine Position einnimmt. Die Italiener können mit und ohne MGU-H leben. Ganz anders bei der Budgetdeckelung. Der vermeintlich größte Gegner einer Finanzkontrolle ist offenbar einverstanden mit den Plänen von Liberty. Über die Gründe dieses Sinneswandels kann nur spekuliert werden. Es hat möglicherweise damit zu tun, dass sich das Klima der einstigen Verbündeten Ferrari und Mercedes seit dem Batteriestreit merklich abgekühlt hat. Ferrari dreht jetzt sein eigenes Ding.

Chase Carey - Ross Brawn - Formel 1 - GP Monaco 2018
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Bei der Budgetdeckelung befinden sich FIA, Liberty Media und die Teams deshalb auf einem guten Weg. Ein bisschen verwässert ist der ursprüngliche Plan jedoch schon. Die Kostenbremse wird nicht 2021 mit der gewünschten Obergrenze von 150 Millionen Dollar kommen, sondern erst 2023. Für einige Teams könnte er zu spät kommen. Force India, Williams und McLaren warten händeringend darauf, dass ihnen die Regeln einen Steilpass zuspielen.

Diskutiert wird noch, in welchen Schritten die Budgets auf das Endziel gesenkt werden sollen. Die großen Teams wünschen sich eine Absenkung in drei Stufen: 200 Millionen im Jahr 2021, dann 175 für 2022 und zum Schluss 150 Millionen. Die kleinen Teams schlagen eine verschärfte Version vor: 170-160-150 Millionen. Auch noch nicht geklärt ist, welche Kosten in den Budgetdeckel integriert werden soll. Nach jetzigen Plänen zählen Fahrergehälter, Marketing und Betriebskosten nicht dazu. „Die Fahrergagen sind einer der größten Kostentreiber“, warnt Red Bull-Chef Helmut Marko.

Motorsport Aktuell Sebastian Vettel - Ferrari - GP England 2018 - Silverstone - Freitag - Training Trainingsanalyse GP England 2018 Ferrari wildert im Mercedes-Revier

Das wird eine enge Kiste.

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