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Nico Rosberg Formel BMW
Nico Rosberg
Nico Rosberg Formel BMW 2002
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Zweiter Matchball für Rosberg

Brasilien-Sieg reicht zum Titel

Nico Rosberg kann in Brasilien mit einem Sieg zum Titel fahren. Teamkollege Lewis Hamilton hat sich schon auf eine Niederlage im WM-Duell eingestellt. „Es ist wahrscheinlicher, dass ich den Titel verliere als das ich ihn gewinne.“ Aufgeben wird der Brite aber natürlich nicht.

Der Kampf um den WM-Titel 2016 geht in Brasilien in die vorletzte Runde. Mit seinen beiden Siegen in Austin und Mexiko konnte Lewis Hamilton den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Nico Rosberg von 33 auf 19 Punkten reduzieren. Doch dem amtierenden Weltmeister gehen bei seiner Aufholjagd die Rennen aus. Die Rechenspiele werden immer einfacher.

Rosberg braucht noch einen Sieg

In den verbleibenden beiden Grands Prix in Brasilien und Abu Dhabi reichen Rosberg ein zweiter und ein dritter Platz, um den Teamkollegen hinter sich zu halten. Noch einfacher wäre es, wenn der Deutsche eines der beiden Rennen gewinnt. Auch dann ist der Titel sicher. Nach Mexiko hat Rosberg am 13. November also den zweiten Matchball – dieses Mal bei eigenem Aufschlag.

„Ich bin mir dessen natürlich bewusst. Und es ist cool, in dieser Situation zu sein. Aber ich werde deswegen nicht meine Herangehensweise ändern“, blickt Rosberg nüchtern voraus. „Das bedeutet, dass ich mich einfach darauf konzentriere, das Rennen in Brasilien zu gewinnen und an nichts anderes zu denken. Dieser Ansatz fühlt sich für mich einfach am Besten an.“

Auf mögliche Rechenspiele für die WM-Schlussrunden will sich der 31-Jährige gar nicht einlassen. „Es sind immer noch zwei Rennen zu fahren. Da kann so viel passieren. Warum sollte ich die Energie darauf verschwenden und an bestimmte Szenarien denken.“

Während Rosberg das Wort „Titel“ weiter nicht in den Mund nehmen will, sieht WM-Rivale Hamilton die ganze Situation realistisch: „Ich kämpfe um etwas, bei dem ich nicht weiß, ob ich es überhaupt erreichen kann. Das ist eine ungewohnte Situation. Aber ich werde bis zum Ende kämpfen. Es könnte schmerzvoll, aber auch großartig werden. Aber ich kann jetzt natürlich nicht aufgeben.“

Titel-Verlust nicht so schmerzhaft wie 2007

Hamilton ist sich der beschränkten Erfolgschancen bewusst: „Ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass ich die WM verliere als dass ich sie gewinne. Das ist nicht leicht zu verdauen. Aber so ist es nun mal. Auf Niederlagen kann man sich nie so richtig vorbereiten, aber ich habe das ja schon ein paar Mal erlebt. Ich weiß, dass es sicher nicht so schmerzhaft werden wird wie 2007. Ich werde also darüber hinwegkommen. Ich habe ja immer noch meine 3 Titel. Ich hoffe einfach, dass ich nächstes Jahr nicht wieder so viele Technik-Probleme haben werde.“

In Mexiko hat Hamilton noch einmal seine ganze Klasse gezeigt. Nach eigener Aussage musste er dafür noch nicht einmal ans Limit gehen: „Ich war ein gutes Stück schneller als er an diesem Wochenende. Das ist alles, was ich machen kann: Rausgehen und eine gute Pace zeigen. Es gab keinen Moment im Rennen, in dem ich richtig Gas geben musste. Ich habe das Auto ins Ziel getragen. Ich habe versucht, den Motor zu schonen. Vor den Kurven bin ich immer schon früh vom Gas gegangen.“

Rosberg gestand die Niederlage in Mexiko fair ein: „Ich wollte hier natürlich gewinnen. Aber es hat nicht sollen sein. Lewis hat seine Sache sehr gut gemacht. Er war das ganze Wochenende ein bisschen schneller. Er geht natürlich jetzt voll motiviert an die Arbeit ran. Ich akzeptiere den zweiten Platz. Das ist okay. Als Schadensbegrenzung würde ich das aber nicht bezeichnen.“

Während Hamilton an der Spitze im Cruise-Modus unterwegs war, hatte Rosberg dahinter alle Hände voll zu tun. Bei der Attacke von Max Verstappen am Start wurde es ganz eng. Beide Autos berührten sich. Rosberg befürchtete bereits einen Ausfall. Trotz der Attacke forderte der WM-Spitzenreiter nicht, dass die Konkurrenz von Red Bull und Ferrari im Titelduell etwas vorsichtiger zur Sache geht.

„Es ist doch cool, dass es auch bei uns Kämpfe gibt. Solche Duelle machen ja auch uns Fahrern Spaß“, so Rosberg. Mit der Verstappen-Attacke war er dennoch nicht ganz einverstanden: „Es ist aber auch klar, dass alles innerhalb der Grenzen bleiben muss. In Kurve 1 war er über dem Limit. Bei ihm hat das Rad voll blockiert. Dann ist er in mich rein und hat mich von der Strecke geschoben. Das war ein wenig zu viel.“

Besiegt Hamilton den Brasilien-Fluch?

Die schlechte Pace im Vergleich zu Hamilton schob Rosberg auf die besondere Reifensituation. Durch den glatten Asphalt und die kühlen Temperaturen kämpfte der Deutsche damit, Hitze in die Gummis zu bekommen. Das brachte ihn in die Fänge der Red Bull. „Ich hoffe, dass wir in Brasilien noch mal etwas zulegen können. Red Bull ist nah dran. Ferrari manchmal. Dieses Wochenende waren sie teilweise sehr nah. Es bleibt auf jeden Fall spannend.“

Rosberg will nun ein paar Tage zusammen mit seiner Familie Energie tanken, bevor es nach Brasilien geht. In Interlagos konnte er immerhin schon zweimal gewinnen. Hamilton stand in 9 Anläufen dagegen noch nie auf dem Brasilien-Podium.

„Ich hatte eine Chance mit McLaren zu gewinnen. Aber da wurde ich von Nico Hülkenberg rausgekegelt“, erinnert sich Hamilton. „Und letztes Jahr war es ganz eng mit Nico. Ich habe die Pole Position wegen eines Schaltfehlers beim Beschleunigen den Berg hinauf verloren. Da fehlten am Ende nicht mal 8 Hundertstel. Vielleicht klappt es ja jetzt beim dritten Mal.“

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