Zwischenbilanz der Fahrernoten

Sebastian Vettel klar in Führung

Sebastian Vettel - GP Ungarn - Formel 1 - 30.7.2011 Foto: xpb 27 Bilder

Sommerpause in der Formel 1. Zeit Bilanz zu ziehen. Nach elf Grand Prix führt Sebastian Vettel nicht nur in der Formel 1-WM überlegen, sondern auch im Mittel der auto motor und sport-Fahrernoten. Auf Platz zwei liegt Fernando Alonso mit zehn Punkten Rückstand.

Die Fahrernoten von auto motor und sport sorgen bei den Fans regelmäßig für starke Reaktionen. Den einen sind sie zu gut, den anderen zu schlecht. Oft spielt der persönliche Bezug zu einem Fahrer eine Rolle bei der Kritik. Da wird die Leistung oft durch die Fan-Brille gesehen.

Auch unsere Wertung ist subjektiv. Etwas anderes ist bei einer Notenvergabe gar nicht möglich. Es ist auch schwer, den Fahrern gegenüber gerecht zu bleiben, die in schlechteren Autos fahren. Vielleicht ist ein 15. Platz von Vitantonio Liuzzi im Hispania unter den gegebenen Umständen höher einzuschätzen als ein Sieg von Sebastian Vettel im Red Bull. Doch wer weiß, wie Liuzzi mit dem Druck der Führung umgegangen wäre, wäre er an Stelle von Vettel im Siegerauto gesessen.

Spitzenpiloten werden kritischer betrachtet

Grundsätzlich gilt: Fehler von Spitzenpiloten werden kleinlicher bewertet als von Fahrern in den hinteren Reihen des Feldes. Weil die nicht nur mit den Gegnern kämpfen, sondern auch mit ihren Autos. Andererseits kann ein fehlerfreier Start/Ziel-Sieg von der Pole Position nur mit einer "10" benotet werden, auch wenn er noch so einfach aussieht. Der betreffende Pilot hat dann einfach alles richtig gemacht. Da spielt es auch keine Rolle, wie überlegen das Auto war. Es soll schon Rennfahrer gegeben haben, die aus dem besten Auto im Feld kein Kapital schlugen.

Sebastian Vettel hat sich in den ersten elf Rennen ein bisschen zur Reizfigur in der Fangemeinde entwickelt. Einige der Leser beklagen sich über zu gute Benotung. Da muss man dann allerdings die Frage stellen: Wie soll man einem Fahrer, der in neun Rennen sechs Mal gewinnt und drei Mal Zweiter wird, groß Punkte abziehen? Gerade die Schumacher-Fans müssen sich hier zurückhalten. Viel besser ist ihr Idol in den Jahren 2000 bis 2004 auch nicht gefahren. Bei Vettel kommt hinzu, dass er seit dem GP England eben nicht mehr im besten Auto sitzt. Das sind abwechselnd der Ferrari und der McLaren. Mit Bevorzugung der Deutschen hat das nichts zu tun. Wenn Jenson Button wie in Montreal und Budapest eine "10" verdient, bekommt er sie auch. Und zwar als einziger, weil jeder andere Fahrer an diesen beiden Wochenenden in seinem Schatten stand. Inclusive der Deutschen. Ein Lewis Hamilton kann dann unmöglich auch eine "10" bekommen, auch wenn er schneller war als der Teamkollege. Er hat sich gedreht, er hat mitten im Feld gewendet, dadurch eine Durchfahrtstrafe proviziert, und er hat sich von seinem Renningenieur die falsche Reifenwahl aufschwatzen lassen. Sorry, das gibt Punktabzug. Der Sieg von Button war ja kein Zufall. Dass er mit Köpfchen fährt, hat er schon in Melbourne und Shanghai 2010 bewiesen. Und in Montreal. Und wer nach Hamiltons Dreher die Nerven behält, und nicht sofort vorbeischießt auch wenn die Versuchung noch so groß ist, weil er im Augenwinkel die gelben Flaggen sieht, der ist höher zu bewerten als einer, der bis dahin sicher in Führung lag.

Wochenende wird komplett betrachtet

Benotet wird grundsätzlich die Gesamtleistung über das Wochenende. Auch die Qualifikation und der direkte Vergleich zum Teamkollegen spielt eine Rolle. Wenn Heikki Kovalainen in praktisch jedem Training und Rennen vor Jarno Trulli ankommt, dann drückt sich das auch im Mittel der Noten aus. Der Finne führt mit 5,5 zu 4,1.

Es liegt auf der Hand, dass der Notenschnitt auch ein Spiegel des WM-Standes ist. Der wird ja nicht zufällig ermittelt. Dort führt Vettel mit 85 Punkten Vorsprung auf Mark Webber. Bei uns liegt er mit 101 zu 91 Punkten vor Fernando Alonso. Hinter dem Spanier geht es genauso eng zu wie in der Punktewertung. Es folgen Button mit 87, Webber mit 81 und Hamilton mit 76 Zählern. In unserer Fotoshow können Sie die genaue Zwischenwertung nachlesen.

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