Formel 3 Sicherheit

Hohe FIA-Standards für den Nachwuchs

Stefanos Kamitsakis Formel 3 Crash 2009 Foto: xpb

Von schweren Unfällen mit bösen Folgen ist die Formel 3 in den vergangenen Jahren weitgehend verschont geblieben. Zu verdanken ist dies auch den strengen Sicherheitsauflagen, die die FIA den Chassis-Herstellern abverlangt.

Tödliche Unfälle sind im Rennsport gottlob rar geworden, trotz oft haarsträubender Kollisionen, Überschlägen und Abflügen. Der letzte tödliche Formel 3-Unfall in Deutschland liegt fast ein Vierteljahrhundert zurück: 1988 starb der Ungar Csaba Kesjar im Zeittraining auf dem Norisring. 1991 verunglückte der Niederländer Marcel Albers im englischen Thruxton.

Keine absolute Sicherheit in der Formel 3

Doch es war der verheerende Überschlag des Niederländers Wouter van Eeuwijk auf dem Nürburgring 1998, der eine unmittelbare Sicherheitsdiskussion in Gang setzte. Bei einem Überschlag riss der Überrollbügel seines Dallara komplett ab; der damals 19-Jährige erlitt einen Bruch des zweiten Halswirbels - und ist seitdem vom Kopf abwärts gelähmt.

Bereits für das nächste Rennen sorgte Dallara eigenständig dafür, dass ihre Autos beim nächsten Lauf mit einem durch andere Schrauben und Bleche verbesserten Überrollbügel ausgerüstet war. "Um den Stahlbügel abzubrechen, hätte nun zweieinhalb mal so viel Kraft eingeleitet werden müssen", erläutert Dallara-Konstrukteur Jos Claes. "Das bedeutet aber nicht, dass sich ein solcher Unfall nie wiederholen könnte", betont der Belgier, "so etwas kann auch heute noch passieren, ganz gleich in welcher Rennwagen-Kategorie."

Es ist aber immer unwahrscheinlicher geworden. Dazu beigetragen hat selbstverständlich auch die Sicherheit an den Strecken: Dort, wo sich etwa van Eeuwijks Formel 3 kopfüber in den harten Boden des Auslaufzone eingegraben hatte, schützen vermehrt asphaltierte Auslaufflächen vor diesem Risiko. "Ein Eingraben des Bügels ist damit nicht möglich", sagt Claes.

Formel 3-Autos werden immer sicherer

"Alles, was sich im Formelsport an neuen Erkenntnissen gesammelt hat, wird in den neuen Autos angewendet", betont Formel 3-Teamchef Peter Mücke. Dazu zählen besonders eine noch tiefere Sitzposition, hohe Cockpitwände, die wiederum von innen mit dem so genannten Kragen aus Hartschaum ausgekleidet sind, sowie Crashboxen an der Front wie auch im Heckbereich.

"Verletzungen sind heute äußerst selten geworden", sagt Mücke, "etwa wenn ein Fahrer hart auf den Randsteinen aufsetzt und das Chassis durchschlägt. Dabei kann die Wirbelsäule gestaucht werden."

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