António Félix da Costa - BMW - Formel E - Marrakesch FIA Formel E

Formel E in Marrakesch

BMW auf Crashkurs

Nach dem turbulenten Formel-E-Saisonstart in Riad ging es auch beim zweiten Rennen in Marrakesch drunter und drüber. Für die größten Schlagzeilen sorgten die beiden BMW-Piloten, die in Führung liegend kollidierten. Jérôme d’Ambrosio staubte in seinem Mahindra-Renner ab. Bei den deutschsprachigen Fahrern gab es vor allem Frust.

Die Formel E versucht immer wieder mit künstlichen Gimmicks für mehr Spektakel zu sorgen. Doch eigentlich gibt es auch ohne „Fan Boost“ und „Attack Modus“ genügend Action. In Marrakesch ging es am Samstag schon in der Qualifikation rund. Tom Dillmann konnte mit seinem Nio in der Boxengasse nicht mehr rechtzeitig abbremsen und krachte dem Virgin von Robin Frijns ins Heck. Der Niederländer wiederum fuhr unfreiwillig auf seinen Teamkollegen Sam Bird auf, der direkt vor ihm geparkt hatte.

Obwohl am Auto von Bird der Diffusor beschädigt war, konnte sich der Brite mit 46 Tausendsteln Vorsprung die Pole-Position vor Jean-Éric Vergne sichern. Riad-Sieger António Félix da Costa, der die drittschnellste Zeit gefahren hatte, wurde um drei Plätze zurückgestuft, weil er sowohl in der Aufwärmrunde als auch der Runde zurück in die Boxen mehr als die maximal erlaubten 200 kW abgerufen hatte. So erbte Sébastien Buemi den dritten Startplatz.

Doch kaum waren die Lichter der Startampel erloschen, wurde das Feld kräftig durchgewirbelt. Vergne versuchte sich schon in der ersten Kurve innen an Bird vorbeizuschieben. Doch der Angriff des Meisters endete in einem Dreher. „Das war wirklich ein idiotisches Manöver“, gab Vergne anschließend zu. „Ich habe eine Lücke gesehen, die sich aber schnell geschlossen hat. Ich hatte nur noch die Wahl zwischen einer Kollision und einem Dreher. Weil ich keine Strafe riskieren wollte, habe ich mich für den Dreher entschieden.“

Félix Da Costa gibt Fehler zu

Um dem Techeetah-Renner auszuweichen, wurden einige Piloten, wie zum Beispiel Buemi oder Mitch Evans, zu einer weiten Linie durch die Auslaufzone gezwungen, was sie viele Plätze kostete. Die Profiteure des Startchaos saßen in den Autos von BMW-Andretti. Alexander Sims und António Félix da Costa schoben sich auf die Plätze 2 und 3 und machten sofort Druck auf den Führenden Bird. Auf der schnellen und flüssigen Strecke in Marrakesch konnte der bayerische Antriebsstrang seinen Effizienzvorteil voll ausspielen.

In Folge eines teaminternen Platztausches ging 15 Minuten nach dem Start erst Da Costa, dann auch Sims am Virgin vorbei. Die BMW-Doppelspitze fuhr sich zwischenzeitlich einen Vorsprung von mehr als fünf Sekunden heraus. Doch aus dem Doppelsieg wurde nichts. Knapp zehn Minuten vor Ablauf der Zeit startete Sims am Ende der langen Geraden einen Angriff auf das Schwesterauto. Félix da Costa verteidigte sich hart, beide BMW kollidierten und rutschten mit qualmenden Rädern in Kurve 7 in den Notausgang.

Während Félix da Costa in der Bande stecken blieb, rollte Sims wenigstens noch auf Platz 4 ins Ziel und sammelte damit seine ersten Punkte. Félix da Costa nahm die Schuld reumütig auf sich: „Das war einzig und allein mein Fehler. Ich habe dem Team den Sieg gekostet. Alex war heute der Schnellere von uns beiden, vor allem in den letzten 15 Runden. Ich hätte ihn einfach vorbeilassen sollen.“ Ab sofort droht bei BMW Stallregie. BMW-Sportchef Jens Marquardtschimpfte: „Wir werden daraus lernen. So was wird uns nicht noch einmal passieren.“

Audi-Werksteam ohne Podestchance

Jérôme d’Ambrosio nahm das Geschenk dankend an. Der Belgier geigte von Startplatz 10 stark auf und staubte den Sieg ab. Nach der langen Safety-Car-Phase zur Bergung des Da-Costa-Autos musste sich der Mahindra-Pilot am Ende nur noch eine Runde gegen die beiden Virgin von Frijns und Bird verteidigen.

Vergne betrieb nach seinem Dreher in der Startrunde Schadensbegrenzung. Der Techeetah-Pilot landete vor Teamkollege André Lotterer auf Rang 5. Auch die beiden Audi-Werkspiloten Lucas di Grassi und Daniel Abt sammelten auf den Positionen 7 und 10 Punkte. Bei HWA ging dagegen wieder nichts zusammen. Gary Paffett und Stoffel Vandoorne schieden früh aus, nachdem sie in der Startrunde kollidiert waren.

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