Jean-Eric Vergne - Formel E - Monaco 2019 Motorsport Images

Formel E in Monaco 2019

Vergne holt zweiten Saisonerfolg

Jean-Éric Vergne ist der erste Fahrer, dem zwei Triumphe in dieser Saison glückten. In einem für Formel E-Verhältnisse ereignisarmen Rennen landete der Franzose vor Oliver Rowland und Felipe Massa.

„Zweiter zu werden ist wie, wenn du deine Schwester küsst“, sagte einst der Eishockey-Meistertrainer „Kill“ Bill Stewart. Formel E-Neuling Oliver Rowland könnte dies bestimmt nicht nachvollziehen. Im sonnigen Monaco war der Brite im Nissan hocherfreut über den Silberrang. „Ich bin so glücklich fürs Team“, strahlte der Nissan-Pilot. „Es war wahrscheinlich mein erstes gutes Rennen in der Formel E.“

Vielleicht wäre für Nissan sogar noch viel mehr drin gewesen als nur der zweite Platz. Denn Rowland setzte im Shootout des Qualifyings knapp die Bestzeit. Doch die Pole-Position war er wegen einer alten Startplatzstrafe postwendend wieder los. Weil Rowland vor zwei Wochen in Paris eine Kollision mit BMW-Mann Alexander Sims verursacht hatte, wurde er um drei Plätze nach hinten strafversetzt. In Paris war es übrigens genau umgekehrt: Da erbte Rowland Startplatz eins, weil der Trainingsschnellste Pascal Wehrlein strafexpediert worden war.

Jean-Eric Vergne - Pascal Wehrlein - Formel E - Monaco 2019
Motorsport Images
Pascal Wehrlein folgte Jean-Eric Vergne über acht Runden. Dann beging er einen Fehler und fiel auf Rang vier zurück.

Wehrlein wird Vierter

Nirgendwo ist die Pole-Position so wichtig wie in Monaco. Das war vor dem Rennen der allgemeine Tenor. Und genauso kam es dann auch: Jean-Eric Vergne überführte die geerbte Pole-Position in seinen zweiten Saisonsieg nach Sanya, ohne dass er von seinen Hintermännern allzu grimmig belästigt worden wäre.

Wehrlein, zunächst bester Verfolger des DS-Techeetah, rauschte in Runde neun in den Notausgang der Sainte-Dévote-Schikane und hatte etwas Glück, sich als Vierter wieder einreihen zu können. „Mein Fehler“, klagte der Württemberger in Diensten von Mahindra.

Auch Rowland konnte Titelverteidiger Vergne nicht wirklich gefährlich werden. Da half auch der Attack Mode nichts. Bei aktiviertem Angriffsmodus (zwei Mal für je vier Minuten) verbesserten die Topfahrer ihre Rundenzeiten nur um zwei bis drei Zehntel. Zu wenig für Attacken. „Monaco war das erste Rennen des Jahres, wo es wirklich um Energieeffizienz ging“, fasste Vergne zusammen. Bei den bisherigen acht Rennen des Jahres seien ja immer SafetyCar-Phasen dazwischen gekommen, die das Bild verfälschten.

BMW und Audi ohne Punkte

In Monaco gab es nur eine extrem kurze Full-Course-Yellow-Phase, als der gestrandete Dragon von Maximilian Günther geborgen wurde. Demzufolge entwickelte sich ein Rennen, bei dem die Kalkulationskünste der Boxencrews und das geschickte Rekuperieren der Fahrer im Vordergrund standen. Doch es zeigte sich: Alle Spitzenteams haben ihre Hausaufgaben brav erledigt. Niemand scheiterte mit Strommangel. Obwohl: „Bei mir wurde es am Ende noch ziemlich knapp“, bemerkte Felipe Massa. Der Brasilianer rettete mit Mühe den dritten Rang für Venturi.

Techeetah ist das Team der Stunde in der Formel E: Vergne schoss in der Fahrerwertung von Platz sechs auf den ersten Rang, André Lotterer ist Zweiter, nachdem aus Startplatz 20 noch den siebten Platz machte. Zupass kamen dem Deutschen die Disqualifikation von BMW-Mann Antonio da Costa wegen zu hohem Leistungseinsatz (228 statt 225 kW) und die Zurückstufung von Daniel Abt wegen Verursachens einer Kollision. Weil auch Sam Bird und Robin Frijns mit den Audi-Kundenautos von Virgin patzten, gab es für die vier Ringen keinen einzigen Punkt. Schwacher Trost: BMW ging es nicht besser. In der Teamwertung besitzt DS-Techeetah einen komfortablen Vorsprung auf die Audi-Privatiers von Envision-Virgin.

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Die Formel-E-Titel 2019 gehen an Jean-Éric Vergne und DS-Techeetah.

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