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Formel E Chile 2018

Vergne siegt vor Teamkollege Lotterer

Formel E - eprix - Santiago de Chile - Chile 2018 Foto: FIA Formula E

Das Renault-Kundenteam Techeetah landete in Chile den ersten Doppelsieg in der Geschichte der Meisterschaft. In der Reihenfolge Jean-Eric Vergne vor André Lotterer. Audi erlebte in Südamerika erneut eine schmerzliche Niederlage.

05.02.2018 Claus Mühlberger Kommentare

Vor einem Jahr konnte kaum jemand den Namen Techeetah korrekt buchstabieren. Doch das von britischen Formel 1-Veteranen Mark Preston (ehemals Arrows, McLaren und Super Aguri) geleitete und von chinesischen Yuan genährte Team machte flott Karriere in der Formel E. Beim Saisonfinale 2017 in Montreal holte Jean-Eric Vergne den ersten Sieg für die China-Truppe. Bekannt wurde Techeetah auch durch ein Video, bei dem ein Gepard zum Beschleunigungsduell gegen den Formel E-Rennwagen antritt.

Anders als viele Konkurrenten hat Techeetah kaum Sorgen mit der Technik. Die Chinesen beziehen ihr Auto nämlich von Renault. Die Franzosen liefern offenbar erstklassige Ware. In Santiago de Chile waren die Techeetah eine Klasse für sich, natürlich auch dank gelungener Fahrwerksabstimmung, cleverem Energiemanagement und nicht zuletzt auch dank sehr tüchtiger Fahrer: Pole-Mann Vergne und der deutsche Formel E-Rookie André Lotterer, der erst sein viertes Rennen in der Serie bestritt, landeten den ersten Doppelsieg in der Geschichte der Formel E. Die Beiden schalteten und walteten offenbar nach Belieben.

Techeetah entkommt Disqualifikation

Und dennoch hing der Sieg gleich zwei Mal am seidenen Faden – im Rennen und danach, bei der technischen Abnahme. In der Schlussphase glaubte Vergne, er müsse Energie sparen, und lupfte auf der langen Geraden. Lotterer schlitterte prompt ins Heck des Teamgefährten, aber so zart, dass kein Unheil geschah. „Ich glaube, acht Reifen haben gleichzeitig blockiert. Wir hatten sicher Glück in dieser Szene. Trotzdem war es faires Racing“, meinte der Sieger. Verfolger Sébastien Buemi (Renault) konnte zwar aufschließen, kam aber nicht vorbei am Techeetah-Gespann. Der Schweizer seinerseits musste sich den Angriffen von Felix Rosenqvist erwehren, der Sam Bird im Nacken hatte, der sich einen Zusatzpunkt durch die schnellste Rennrunde sicherte.

Jean-Eric Vergne - Andre Lotterer - Techeetah - Formel E - eprix - Santiago de Chile - Chile 2018 Foto: FIA Formula E
Vergne und Lotterer jubelten Arm in Arm. Nach dem Rennen hatten sie Glück, dass die Technikkommissare Gnade walten ließen.

Auch nach den 37 Rennrunden ging es spannend weiter. Die Kommissare entdeckten bei der technischen Abnahme ein illegales Gurtspannssytem. Hintergrund: Erstmals galt in der Formel E keine Mindestzeit mehr beim Stopp. Techeetah entkam der drohenden Disqualifikation, musste aber zweimal 15.000 Dollar Strafe zahlen.

Audi-Fahrer Daniel Abt, der den Sieg beim Auftakt in Hongkong wegen eines lachhaften Formfehlers verloren hatte, beklagte sich über die milde Strafe via Twitter: „Hier ging es um sicherheitsrelevate Teile. Das ist nicht fair.“ Abt schied in Chile nach einem Rempler von Nick Heidfeld aus. Audi-Teammate Lucas di Grassi musste mit defektem Inverter die Segel streichen. Nach einem Drittel der Saison hat der Titelverdiger null Punkte auf dem Konto.

In der Meisterschaft führt Vergne mit 71 Punkten. Rosenqvist folgt mit 66 Punkten. Weitere fünf Zähler dahinter liegt Bird. Das restliche Feld ist bereits abgeschlagen. In der Team-Wertung hat Techeetah durch den Doppelerfolg die Führung übernommen. Erster Verfolger ist Mahindra Racing. Die Teams trennen zwei Punkte.

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