Antonio Felix da Costa - BMW - Formel E - Riad BMW

Formel E in Saudi-Arabien 2018

Félix da Costa schenkt BMW den Sieg

BMW gelang ein Einstieg nach Maß: Beim ersten Auftritt des Münchner Herstellers in der Elektrorennserie gewann António Félix da Costa in Riad. Der Portugiese hatte allerdings auch ein bisschen Glück: Der 29-Jährige profitierte von zwei späten Durchfahrtsstrafen für die DS-Techeetah-Piloten Jean-Éric Vergne und André Lotterer.

António Félix da Costa gehört quasi zu den Gründungsmitgliedern der Formel E. Als einer der wenigen im aktuellen Fahrerfeld war der Portugiese schon im Herbst 2014 mit von der Partie, als die Elektrorennserie aus der Taufe gehoben wurde. Bei 41 Rennen trat da Costa seither an, nur eines davon gewann er, und dies liegt auch schon ein Weilchen zurück, nämlich fast vier Jahre. In den letzten beiden Saisons ging es krass bergab für den 29-Jährigen und sein Andretti-Team. Podiumsplätze lagen meist in weiter Ferne und am Ende der Saison 2017/2018 war die Andretti-Crew gar nur Letzter in der Teamwertung.

Jetzt also der Sieg in Riad für BMW, das Einsatzteam Andretti und da Costa. Der Umschwung von „Zero to hero“ ist nicht allzu schwer zu erklären: Denn BMW war, wie schon beim DTM-Einstieg zur Saison 2012, so schlau, eine große Zäsur im Reglement zu nutzen. In Riad debütierten die stark veränderten GEN2-Autos. Folgerichtig wurden die Karten neu gemischt, sowohl in Bezug auf die Technik (mehr Leistung, günstigere Schwerpunktlage, Brake-by-wire-Bremse und modifizierte Aero) wie auch auf die Taktik: Wegen der größeren Batterie wurde der Autotausch hinfällig und zudem wurde der „Attack Mode“ (25 kW-Mehrleistung für acht Minuten) neu eingeführt. So überrascht es nicht, dass manche der Platzhirsche Federn lassen mussten, dem Umstand geschuldet, dass sie in vielerlei Hinsicht nicht von den Erfahrungen aus dem Vorjahren profitieren konnten.

Fehlstart für Audi

Bei BMW-Motorsport in München begannen die Vorbereitungen auf den Formel-E-Einstieg vor zwei Jahren. Besonders stolz ist Sportchef Jens Marquardt auf den Technologietransfer von der Serienentwicklung ins Rennauto: „Die Ingenieure arbeiten sogar unter einem Dach.“ Die erste Dividende erntete BMW bei den Tests im Oktober, als da Costa und Alexander Sims dominierten. Den Sieg in Riad hat BMW aber nicht nur überragendem Speed zu verdanken, sondern auch Patzern der Konkurrenz.

Antonio Felix da Costa - BMW - Formel E - Riad
Formula E
Das Podium trägt Bart: der Zweitplatzierte Vergne, da Costa, d‘Ambrosio.

Das stärkste Gesamtpaket hat wohl nach wie vor Techeetah. Der Wechsel des Motorlieferanten von Renault zu DS änderte nichts an der Vormachtstellung des China-Startups. Champion Jean-Éric Vergne und André Lotterer schienen auf dem Weg zum Doppelsieg. Doch ein Regelverstoß – zu heftiges Rekuperieren – blieb nicht unentdeckt. Beide mussten Duchfahrtstrafen antreten, und nur deswegen kam da Costa erneut an die Spitze.

Ein zähes Debüt hatte HWA. „Wir fanden nicht den wünschenswerten Speed“, klagte Stoffel Vandoorne. Gary Paffett landete in einer Mauer – das Aus. Ein Schickal, das der DTM-Champ mit Edo Mortara (Venturi) und Pechito Lopez (Dragon) teilte. Das Team von Jay Penske blieb so ohne Punkte, denn Maximilian Günther konnte aus Trainingsrang 21 nach Mauerkontakt nur noch den 16. Platz machen.

Das hochgejazzte Formel-E-Debüt von Felipe Massa war ebenfalls mau. Der Ex-GP-Held kam im Venturi nach Drive-Trough-Strafe wegen zu starken Rekuperierens als 17. ins Ziel und behauptete danach: „Bis zur Strafe hatte ich eine gute Pace.“

Bei Audi hing der Haussegen ziemlich schief. Die Plätze acht für Daniel Abt und neun für Lucas di Grassi sind alles andere als deckungsgleich mit den hohen Erwartungen. Aber mit einem missglückten Saisonstart hat man bei Audi ja schon im letzten Jahr seine Erfahrungen gemacht. Nach dem Doubleheader von Hongkong standen die Audi-Sportler mit leeren Händen da. Sieben Monate später errangen sie in einem packenden Finale noch die Teammeisterschaft.

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