5 Gründe für einen MGF

Mittelmotor-Roadster ab 4.000 Euro

MGF, Michael Orth Foto: Ingolf Pompe 13 Bilder

Der MGF, mit dem MG 1995 einen Neustart wagte, ist ein Auto für Individualisten. Wer kleine Schwächen gern Charakter nennt, ist mit dem Mittelmotor-Roadster gut und oft auch günstig bedient. Für den Kauf eines MGF gibt es 5 gute Gründe:

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1. sein langer Stammbaum mit MG TC, MGA und MGB

Es ist ein MG, und mehr müsste – oder sollte – man dazu eigentlich nicht sagen. Die über 90-jährige Historie des Herstellers steht außer Frage, und MGF wie MG TF knüpfen in loser Folge an die großen Vorgänger aus dem Hause MG an. Sie sind die modernen Erben von M-Type Midget, TC, MGA und MGB.

Mit dem Niedergang der englischen Autoindustrie sank auch der Stern von MG. Ab 1981 klebte das Emblem nicht mehr auf eigenständigen Serienmodellen, sondern auf solchen der Konzernschwester Austin. Erst mit dem MGF änderte sich das 1995, nachdem BMW im Jahr zuvor die Marke als Teil der Rover- Gruppe gekauft hatte. Insofern steht der MGF für eine – wenn auch nur kurz währende – Auferstehung. Denn schon 2005 ging die MG Rover Group in Konkurs. Am MGF aber hat's nicht gelegen.

2. sein Preis – schon ab 1.500 Euro geht es los

Um die 40 000 Mark waren für einen neuen MGF fällig, Servolenkung und ABS kosteten in der Basisversion zunächst extra. Heute gibt es vernachlässigte MGF ab 1500 Euro. Ihre Instandsetzung ist stets teurer als ein bereits ordentliches Exemplar zu kaufen, das für ab 4.000 Euro zu haben ist. Für unser Fotoauto möchte das Autohaus Erhardt in Esslingen (Tel. 07 11/316 96 16, www.autohaus-erhardt.com) 6.500 Euro. Dafür sind Lack und Verdeck neu, die Technik ist komplett überholt.

3. seine Leistung mit dem Lotus Elise-Motor

Die meisten MGF treibt mit 120 PS der K-Serien-Motor an, wie er auch im Lotus Elise oder von Rover verwendet wurde. 26 PS stärker ist die VVC-Version mit variabler Ventilsteuerung. Mit einem Facelift kommen 1999 ein 1,6-Liter mit 115 PS und ein 1,8-Liter mit 160 PS. Ab 2000 bot MG auch ein CVT-Getriebe mit Schaltpaddeln am Lenkrad. Den TF gab es zudem mit 136 PS.

4. seine Individualität - und technische Eigenständigkeit

Zwar verkauften sich der MGF mit 77.269 Exemplaren und ab 2002 der MG TF (39.280 Stück) international nicht schlecht. Aber der große Hype, wie ihn etwa die Konkurrenz Mazda mit dem MX oder BMW mit dem Z3 auslösen konnte, blieb aus. Der MGF war nie ein Mode-Roadster - aber immer sehr eigenständig, auch technisch. Er trägt wie die Studie EX-E von 1985 den Motor mittig. Das ist ein Konzept, das in vergleichbarer Größe allein Toyotas MR-2 bietet. Zudem dämpft der MGF - beim Nachfolger TF entschied sich MG wieder für konventionelle Dämpfer - über ein Flüssiggas-Verbundsystem. Beides sorgt im MGF für ein besonderes Fahrgefühl, das im Grenzbereich auch mal extra von bösen Überraschungen angeheizt werden kann. Der MGF verlangt Respekt.

5. seine Verfügbarkeit

Neun Jahre nachdem der TF auslief ist die Verfügbarkeit anständiger Exemplare drastisch eingeschränkt. Das wird in den nächsten Jahre nicht besser. Viele verbrauchen den MG als Low-Budget-Roadster. Die schlechten Autos werden die Preise für Schmuckstücke hochtreiben. Wenn, dann jetzt zugreifen.

Darauf sollten Sie beim Kauf eines MGF unbedingt achten

Die Verarbeitung des MGF war nie die beste. Rostanfällig sind Querlenker und Kühlwasserrohre. Außerdem hält die originale Kopfdichtung nicht ewig. Oft sind schon Nachrüstsätze verbaut, die unanfällig sind. Liegt das Auto hart und ungedämpft auf der Straße, deutet das womöglich darauf hin, dass das Hydragas-Fahrwerk überholt werden muss – und das kostet.

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