Gebrauchtwagen Renault Twingo

Außen hui, innen so na ja

Renault Twingo, Frontansicht, Anna Matuschek Foto: Anna Matuschek 20 Bilder

Sie lassen sich in kleine Parklücken drücken und sind günstig in der Anschaffung. Einen alten Bekannten aus der Rubrik Kleinstwagen haben wir genauer inspiziert: den Renault Twingo.

Liest man sich durch diverse Internet-Foren, fällt auf: Der Renault Twingo genießt nicht den besten Ruf. Dabei werden selten die Motoren der zweiten Modellgeneration (seit 2007) kritisiert, lediglich beim 1,2-Liter-16V gibt es Klagen über häufige Defekte der Lichtmaschine. Happige Mängel offenbaren sich hingegen aufgrund schlechter Verarbeitungsqualität.

Was mit „dünnem Lack“ gemeint ist, zeigt sich an unserem Gebrauchten beispielsweise an den Oberseiten der Schweller. Denn dadurch nimmt die Oberfläche schnell Schaden. Wird dieser nicht behoben, fängt der Franzose an zu rosten. Gespart wurde auch am Unterbodenschutz. Teilweise trägt der Fahrzeugbauch nur einen hauchdünnen Nebel.

Gebrauchtwagenkäufer sollten darauf achten, dass hier bereits nachgebessert wurde, oder das Auto von einem Lackierer anständig versiegeln lassen. Der könnte sich bei der Gelegenheit eventuell gleich der Heckschürze annehmen. Die ist häufig von der ab Werk viel zu eng schließenden Heckklappe des Renault Twingo verkratzt.

Weiter gehen die Fertigungsfehler im Innenraum des Renault Twingo. Häufig spinnt der Fensterheber auf der Fahrerseite, und Knarzen aus der Türverkleidung sowie vom Sitzgestell hinten rechts bekommen die meisten Käufer gratis zum Gebrauchten. Wobei die unangenehmen Geräusche aus der Sitzschiene des Renault Twingo mit etwas Schmierfett aus der Spraydose zu beheben sind.

Auch unangenehm hohe Töne aus der Lüftung auf Stufe eins und zwei sind leider üblich. Also vor Ort unbedingt alle Schalter auf Funktion und Geräusch testen. Bei Renault Twingo-Modellen mit CD-Radio sollten Interessenten am besten mehrmals die Funktion prüfen – oder gleich ein neues Gerät kaufen (Zubehörradios mit CD/USB gibt es ab 50 Euro im Handel). Wobei es im Renault Twingo auch ohne das Lieblingslied laut werden kann. Als häufiger Defekt gilt eine Undichtigkeit zwischen Krümmer und Flexrohr. Die Abgasanlage läuft zwischen Motor und Spritzwand, eine Sichtkontrolle ist kaum möglich, es hilft also nur Hören. Und dann wäre da noch ein eventuelles Knacken beim Lenkeinschlag – ein Indiz für ausgeschlagene Querlenker.

Genug gemeckert. Schön sind im Renault Twingo zum Beispiel die geteilten Rücksitze, ausreichend auch der Platz. Außerdem ist der Renault Twingo ein recht Hübscher, zumindest unser Vorführmodell im RS-Look gefällt. Die Mängel häufen sich zwar bei der Verarbeitungsqualität, dafür sind Motor und Getriebe meist zuverlässig – vorausgesetzt, die Maschine springt an, denn auch Startprobleme gehören leider zu den „normalen Eigenschaften“.

Als Familienauto taugt der Renault Twingo nur bedingt, denn es gibt ihn lediglich mit zwei Türen. ESP-Modelle sind rar, da der Schleuderschutz Aufpreis kostet. Etwas Komfort bieten die optional geteilten Rücksitze. Für Haptik-Fetischisten ist der Renault Twingo mangels anständiger Verarbeitung ein Graus. Drei 1,2-Liter-Benziner mit 58 bis 100 PS (GT) und ein 1,5-Liter-Diesel mit 64 PS stehen zur Auswahl.

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