Giancarlo Fisichella

Giancarlo Fisichella Foto: Force India

In seiner langen und erfolgreichen Karriere ging Giancarlo Fisichella mit seinem diesjährigen Gastspiel bei Ferrari insgesamt für sieben Teams an den Start. Mit weit über 200 GP-Starts ist der Römer einer der erfahrendsten Piloten in der Königsklasse.

Nach einer erfolgreichen Juniorenlaufbahn im Kart-Bereich startete der junge Giancarlo Fisichella im Alter von 19 Jahren seine professionelle Rennsport-Karriere in der italienischen Formel 3. Nach einem achten und einem dritten Rang gelang Fisico in der dritten Saison (1994) schließlich der Meistertitel.

Mit dem Erfolg sicherte sich Fisichella im Folgejahr einen Testfahrervertrag beim italienischen Minardi-Team. Renntechnisch wechselte der Römer allerdings erst einmal in den Tourenwagenbereich. Für Alfa Romeo ging der Italiener in der DTM (bzw. ITC) an den Start. 1996 konnte er als Meisterschafts-Sechster auch bekannte DTM-Größen wie Klaus Ludwig, Uwe Alzen und Hans-Joachim Stuck hinter sich lassen.

Parallel zur DTM fuhr Fisichella schon 1996 in der Formel 1 beim Minardi-Team. Nach acht Rennen war wegen Geldmangel allerdings erst einmal Schluss. Erst ein Jahr später konnte der Italiener beim Team von Eddie Jordan seine F1-Karriere voll durchstarten. Schon im vierten Rennen in Imola gab es für Platz vier die ersten Punkte. Im Juni 1997 stand Fisichella in Montreal als Dritter das erste Mal auf dem Podium. Fünf Rennen später folgte mit Rang zwei in Belgien hinter Michael Schumacher der nächste Höhepunkt.

1998 wechselte der Römer zum Team von Flavio Briatore. Obwohl der Benetton nicht mit dem neuesten Material ausgestattet war, konnte Fisichella in seinen ersten beiden Saisons drei weitere zweite Plätze einfahren und erfüllte jeweils mit Rang neun im Endklassement die Erwartungen. Im Jahr 2000 sollte schließlich seine beste Saison für Benetton folgen: Mit drei Podiumsplätzen landete Fisichella auf dem sechsten Gesamtplatz und deklassierte seinen Teamkollegen Alex Wurz um Längen.

Im Jahr darauf ging es sowohl für das Team als auch für Fisichella bergab. Mit einem nicht konkurrenzfähigen Auto schaffte es der kleine Italiener nur noch drei Mal in die Punkte. Obwohl er dabei stets seinen neuen Teamkollegen Jenson Button im Griff hatte, folgte zum Saisonende der Wechsel zurück zu Jordan. Aber auch bei seinem alten Team ging nicht wirklich viel voran.

Einen Höhepunkt hatte das zweijährige Gastspiel bei Jordan allerdings: Nach zwei Ausfällen zu Saisonbeginn gelang Fisichella beim dritten Grand Prix 2003 in Brasilien der ganz große Coup. Nach einigen Ausfällen und Boxenstopps der vor ihm liegenden Fahrer ging Fisichella in der 54. Runde überraschend in Führung als ein Crash von Mark Webber und einige Folgeunfälle zu einem Rennabbruch führten. Nach einigen Konfusionen und einem FIA-Schiedsspruch wurde Fisichella schließlich der Sieg zugesprochen. Die Trophäe gab es allerdings erst in einer besonderen Zeremonie beim darauffolgenden Rennen in Imola.

Trotz des überraschenden Erfolgs in Sao Paulo konnten die zwei Jahre bei Jordan nicht als Erfolg verbucht werden und so wechselte Fischella erneut das Team. Sportlich lief es beim neuen Arbeitgeber Sauber allerdings auch nicht zufriedenstellend. Am Ende stand zum dritten Mal in vier Jahren der elfte Platz in der WM-Wertung. Seinen Teamkollegen Felipe Massa hatte Fisichella allerdings wieder sicher im Griff und so lockte ihn Flavio Briatore erneut in sein Team.

Der ehemalige Benetton Rennstall war mittlerweile von Renault übernommen worden und lieferte ein deutlich besseres Auto als vier Jahre zuvor. Fisichella fühlte sich auf Anhieb wohl im Team und gewann in seinem ersten Rennen für Renault gleich seinen zweiten Grand Prix. Doch trotz des frühen Erfolgs und regelmäßigen Punkteplatzierungen konnte Fisichella mit Rang fünf in der WM-Wertung nicht zufrieden sein. Der Grund: Teamkollege Fernando Alonso wurde mit dem gleichen Material Weltmeister.

2006 folgte mit Rang vier in der Fahrerwertung die beste Saison in Fisichellas Karriere. Doch erneut verblassten ein Rennsieg in Malaysia und vier weitere Podiumsplatzierungen hinter dem erneuten WM-Titel Alonsos. 2007 wechselte der ungeliebte Teamkollege zwar zu McLaren, dafür stellte ihm Renault kein siegfähiges Fahrzeug mehr zur Verfügung. Als Fisico schließlich auch vom Team-Neuling Heikki Kovalainen geschlagen wurde, ersetzte ihn Briatore 2008 durch Nelson Piquet Jr.

Obwohl manche schon munkelten, dass die F1-Karriere von Fisichella damit beendet sei, erhielt der erfahrene Italiener im Force India-Team eine neue Chance. Mit unterlegenem Material konnte de Teamkollege von Adrian Sutil allerdings nicht mehr an alte Erfolge anknöpfen. Am Ende schaffte es keiner der Force India-Piloten, auch nur ein einziges WM-Pünktchen einzufahren.

Stattdessen lief es 2009 wesentlich besser für den Italiener. Mit einem erstarkten Force India Team gelang Fisichella in Spa sogar der Sprung aufs Podium, er sicherte sich den zweiten Platz. Mit diesem Ergebnis schlug er Teamkollege Adrian Sutil klar. Und es wartete nur kurze Zeit später noch eine Überraschung auf den Italiener. Ab dem Grand Prix von Italien durfte er Luca Badoer bei Ferrari ersetzen - damit ging ein Traum in Erfüllung.

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