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GP Kanada (Formel 1)

Großer Preis von Kanada (Formel 1) Rennstrecken Grafik Montreal Foto: auto motor und sport

Vor allem für die Ingenieure ist die letzte verbleibende Rennstrecke in Nordamerika eine Herausforderung. Der bei Fans und Fahrern beliebte Kurs mitten im Sankt Lorenz-Strom zeichnet sich vor allem durch den extrem hohen Bremsen-Verschleiß aus.

BMW-Sportchef Mario Theissen bezeichnete Montreal mal als Brückenkopf in die USA. Von hier sollte sich die Formel 1-Begeisterung auf den restlichen Kontinent ausbreiten. Umso erstaunter reagierten die Teams, als der GP Kanada in der ersten Kalenderplanung für 2009 gestrichen wurde.

Die malerisch am Wasser gelegene Strecke zieht jedes Jahr mehr als 100.000 Besucher zum GP Wochenende. Dabei waren die Rennen in Montreal meist spektakulär, der Einsatz des Safety-Cars ist immer sehr wahrscheinlich. Das liegt vor allem an den vielen Mauern, die in direkter Nähe zum Asphaltband auf Einschläge warten.

Ein Unfallschwerpunkt wartet schon direkt nach dem Start: In der sehr engen Rechts-Links-Passage muss sich das Feld möglichst reibungslos einsortieren. In den anschließenden schnelleren Kurvenkombinationen wird dann der Grundstein für eine gute Rundenzeit gelegt.

Eine der besten Überholmöglichkeiten bietet sich in der breiten Haarnadel „L’épingle“, vor der die Boliden von annähernd 300 km/h in den ersten Gang herunterschalten und auf 65 km/h abbremsen müssen. Direkt im Anschluss wartet die längste Vollgaspassage, in der die Boliden bis auf über 310 km/h beschleunigen.

Vor der Ziellinie bietet sich mit der Zweite-Gang-Schikane noch eine weitere gute Überholmöglichkeit. Zu schnelles Einlenken in die enge Kombination wird allerdings zumeist mit einem Crash in die Mauer am Kurvenausgang bestraft. Da hier schon viele bekannte Namen ihre Rennen beendeten, taufte man die Streckenbegrenzung an dieser Stelle „Wall of Champions“.

Das vielen extremen Verzögerungspunkte stellen eine hohe Belastung für die Bremsscheiben dar. Mit vergrößerten Kühl-Öffnungen versuchen die Ingenieure die Temperatur-Entwicklung der Carbon-Scheiben in Grenzen zu halten. Der Vollgas-Anteil ist mit 63 Prozent relativ hoch, die Grip- und Abtriebslevel eher Durchschnitt.

Ungewöhnliche Probleme entwickelten sich am Grand Prix-Wochenende 2008. Der Asphalt in der Haarnadel hielt der hohen Beanspruchung nicht stand und bröckelte auf. Zwischen den Sessions musste der Veranstalter die lädierten Stellen ausbessern. Eine weitere Gefahr stellten die Murmeltiere dar, die vom Formel 1-Lärm aus ihren Höhlen gelockt wurden und die Strecke überqueren.