Audi A6 Avant 3.0 TDI Quattro, Audi Q7 3.0 TDI Quattro Achim Hartmann
Audi A6 Avant 3.0 TDI Quattro, Audi Q7 3.0 TDI Quattro
Audi A6 Avant 3.0 TDI Quattro, Audi Q7 3.0 TDI Quattro
Audi A6 Avant 3.0 TDI Quattro, Audi Q7 3.0 TDI Quattro
Audi A6 Avant 3.0 TDI Quattro, Cockpit 25 Bilder

A6 Avant 3.0 TDI Quattro vs. Q7 3.0 TDI Quattro

V6-Turbo-Diesel im Kombi oder im SUV?

Da er offensichtlich größer ist, steckt der SUV mehr Lasten weg, beherbergt alternativ mehr Passagiere. Dafür bietet der Kombi mehr Federungskomfort und Agilität – oder?

Jetzt müsste dem Audi Q7 nur noch jemand eine blonde Wallehaar-Perücke überstülpen, dann könnte er als Meister-Illusionist in Las Vegas Karriere machen. Wie der rund 2,1 Tonnen schwere SUV-Brocken über die Handling-Teststrecke fegt, sorgt für Erstaunen beim Fahrer und für höchste Konzentration beim Piloten des A6 Avant, der sich schon ein bisschen strecken muss, um dranzubleiben.

Audi A6 Avant 3.0 TDI Quattro, Audi Q7 3.0 TDI Quattro
Achim Hartmann
Es erfordert höchste Konzentration beim Piloten des A6 um mit dem Q7 mitzuhalten.

Müsste es nicht umgekehrt sein, der schlankere Kombi dem dicken Offroader davonfahren? Vielleicht, doch nicht in diesem Fall. Okay, im Q7-Testwagen steckt natürlich die 1.150 Euro teure Hinterradlenkung, die sowohl hilft, den 5,05 Meter langen SUV ziemlich unstressig in engen Parkhäusern zu manövrieren, als auch, ihm bei höherem Tempo mehr Stabilität zu verleihen. Also lenkt der Q7 nicht nur agil ein, sondern bleibt bei steigendem Kurventempo überdies erschreckend lang neutral, während der A6 beginnt, etwas unschlüssig mit dem Heck zu drücken.

Mehr Fortschritt beim Q7

Beide Modelle geben dabei ihr Bestes, um dem Fahrer die Arbeit zu erleichtern. Bequem gepolsterte, gut zupackende Sitze (allerdings nur für zum Teil erheblichen Aufpreis), sehr gute Ergonomie – perfekt. Keine Schwächen mehr beim MMI-Konzept? Der Fortschritt vom A6 zum Q7 ist erkennbar, etwas Eingewöhnung braucht’s aber immer noch. Dass der längere, breitere und höhere SUV das erheblich großzügigere Raumgefühl und Platzangebot offeriert, ist in etwa so überraschend wie die Tatsache, dass um 20 Uhr im Ersten die Tagesschau läuft. Dreist allerdings, dass Audi beim Q7 die ausgesprochen praktische, weil dreigeteilte Rücksitzbank mit 390 Euro extra berechnet. Versendet sich das nicht bei einem Grundpreis von 61.700 Euro? Jedenfalls lässt sie sich im Verhältnis 35 : 30 : 35 umklappen und verschieben, was die Variabilität gegenüber dem Kombi deutlich erhöht, und ist zudem angenehm straff gepolstert.

Genug gesessen und geklappt

Doch genug gesessen und geklappt, zurück auf die Straße. Auch beim Lenkgefühl macht sich bemerkbar, dass der SUV zu einer anderen Generation Audi-Modelle gehört als der A6. Die elektromechanische Lenkung des Q7 arbeitet mit einer etwas entschlosseneren Rückmeldung, nuschelt aber in der Kommunikation mit dem Fahrer noch immer etwas zu sehr, statt ihm klare Ansagen zu geben. Der A6 lässt seinen Piloten noch etwas mehr im Unklaren, weshalb sich die geringen Haltekräfte zusätzlich negativ bemerkbar machen. Dafür filtert die Lenkung bei beiden Antriebs- und Fahrbahneinflüsse ordentlich heraus, was ja auch ganz angenehm sein kann, wenn es einfach mal nur flott geradeaus gehen darf.

Audi Q7 3.0 TDI Quattro, Motor
Achim Hartmann
In beiden Audis arbeitet der V6-TDI mit 272 PS.

Die mit adaptiven Dämpfern und Luftfederung aufgerüsteten Fahrwerke halten mit, sperren die meisten Unpässlichkeiten des Fahrbahnbelags aus – wenngleich der A6 hier ebenfalls weniger souverän wirkt als angenommen. Er verarbeitet Unebenheiten eher straff, das darf er ja, lässt sich aber speziell von kurzen Wellen etwas zu stark anregen. Der Q7 geht damit ein wenig entspannter um, wenngleich sich konzeptbedingt ausgeprägtere Aufbaubewegungen unangenehm bemerkbar machen – also Gleichstand.

Lässiger V6-Turbodiesel

Und was haben die Antriebe drauf? Kurz gesagt: Der 272 PS starke V6-TDI stellt für beide die wohl perfekte Motorisierung dar, zumindest sofern der Grundpreis nicht völlig unerheblich ist. Ganz gleich, ob das Dreiliter-Triebwerk getriebebedingt nun 580 (A6) oder 600 Nm (Q7) entwickeln darf, ob es nun 1,9 oder 2,1 Tonnen anschieben muss – es arbeitet kultiviert, entwickelt beeindruckenden Schub, realisiert hervorragende Fahrleistungen, grummelt dabei vielleicht ein klein wenig rau.

Einzig die Achtstufenautomatik des Q7 spielt noch etwas professioneller auf der Harmonie-Harfe als das mittlerweile recht komfortabel agierende Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe des A6. Also ein klarer Sieg für den agilen, komfortablen und geräumigen SUV? Nein. Da wären noch die deutlich höheren Kosten, denn alleine im Grundpreis trennen die beiden 4.550 Euro – und die sind leider keine Illusion.

Audi A6 Avant 3.0 TDI Quattro, Audi Q7 3.0 TDI Quattro
Achim Hartmann
Damit der Q7 so gut performt sind teure Extras nötig. Daher Sieg für den A6 Avant.

Vorteil für den Kombi

Der Q7 fährt den A6 zwar schwindelig, ist aber teuer.

Ein Urteil abzugeben, fällt in diesem Fall schwer. Warum? Einfach deshalb, weil der Q7 SUV-Gegnern ziemlich viele Argumente zerbröselt. Der Gewichtsnachteil hält sich gemessen an seiner Größe in einem erstaunlich überschaubaren Rahmen, der Platzvorteil ist erheblich. Beim Federungskomfort und der Agilität hält er wacker mit dem A6 mit – aber. Aber was? Damit der SUV das kann, muss er mit teuren Extras aufgerüstet werden. Und der A6 zählt nach wie vor zu den Besten seiner Klasse.

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