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Automatik-Aufpreise

Das kostet der Schaltkomfort

Das Angebot an selbstschaltenden Getrieben wird immer größer, doch wer schalten lassen will, muss dafür einen gewissen Aufpreis in Kauf nehmen. Wir haben die Mehrkosten für CVT, DSG, PDK, 9-G-Tronic und Co. im Überblick.

13.01.2018 Uli Baumann, Andreas Of

Automatisierte Schaltvorgänge kommen in erster Linie dem Fahrkomfort zugute, doch mit zunehmendem Technologieeinsatz werden Automatikgetriebe auch immer mehr zu einem Werkzeug im Effizienzbaukasten. Während beim Handschalter derzeit mit 7 Gängen im Porsche 911 die Fahnenstange erreicht ist, können Automatikgetriebe bereits aus 10 Gängen die passende Übersetzung wählen. Durch die deutlich breiter gewordene Getriebespreizung ist eine bessere Anpassung an die Motorcharakteristik und die Lastzustände möglich geworden. Entsprechend kann nicht nur die Fahrdynamik gesteigert, sondern auch das Verbrauchslevel gesenkt werden. Schon jetzt sind Getriebe mit zehn Gängen im Einsatz – zum Beispiel im Ford Mustang.

Verschiedene Automatik-Versionen im Angebot

Beim Weg zum automatisierten Schaltvorgang gibt es verschiedene Optionen. Seit der Einführung in die Großserie 2003 bei Volkswagen haben Doppelkupplungsgetriebe einen wahren Boom erlebt und sind auf dem Markt weit verbreitet. dabei ermöglichen zwei Teilgetriebe und zwei Kupplungen einen automatischen und blitzschnellen Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung.

Der große Getriebe-ReportSchalter oder Automatik?

Nicken? Nein, danke!

Besonders bei Kleinwagen zum Einsatz kommen automatisierte Schaltgetriebe, bei denen hydraulische oder elektrisch betätigte Aktuatoren den Ein-und Auskuppelvorgang übernehmen. Die Schaltvorgänge an sich dauern allerdings recht lang und können durch die Zugkraftunterbrechung zu spürbarem Schaltrucken führen. Dafür sind die automatisierten Getriebe recht günstig, bei 600 Euro geht es los. Ein sensibler Gasfuß kann das Ruckeln mildern. Auch das Anfahren am Berg verlangt wegen der elektronischen Steuerung einen sensiblen Fahrer, der den Punkt zwischen Zurückrollen und quietschenden Reifen treffen muss. Das Ruckeln der Halbautomatik nervte vor allem bei frühen Smart, inzwischen setzt der Hersteller auf ein Doppelkupplungsgetriebe.

Aufjaulen? Abgeschafft!

Stufenlose Getriebe, sogenannte CVT-Schaltboxen, arbeiten ohne fixe Übersetzungen und ermöglichen dem Motor so, stets im optimalen Drehzahlbereich zu laufen. Trotz der theoretischen Vorteile haben sich CVT-Getriebe nie auf breiter Front durchgesetzt. Hauptgründe dürften das jaulende Motorgeräusch beim Beschleunigen und das begleitende Trägheitsgefühl des Antriebs sein. Mit fest einprogrammierten Fahrstufen versuchen die Entwickler dem entgegenzuwirken.

Schlecht gemachte Stufenlos-Automaten jaulen erst auf, um dann ruckend den nächsten Gang einzuwerfen. Gut gemachte Stufenlos-Automaten können die Drehzahl auf einem akustisch erträglichen Niveau halten – vor allem in Kombination mit einem drehmomentstarken Motor sind ohnehin keine Drehzahlesxzesse nötig. Doch gerade da geraten stufenlose Automatikgetriebe an ihre Grenzen: Audi hat mit der Multitronic keine guten Erfahrungen gemacht. Subaru setzt weiterhin auf Stufenlos-Automaten – zum Teil sogar serienmäßig.

Schlüpfrig? Überbrückt!

Der Klassiker unter den Automatikgetrieben ist die Wandler-Automatik, die längst ihr unsportliches und durstiges Image abgelegt hat. Möglich machen dies mehr Gänge, eine Wandlerüberbrückung sowie mitunter extrem kurze Schaltzeiten. Denn der Schlupf im Wandler – der die Kupplung ersetzt – hat frühen Automatikgetrieben den Ruf eingetragen, lahm und durstig zu sein. Doch die Zeiten sind vorbei, moderne Automatikgetriebe überbrücken den Wandler schon innerorts und stellen so Kraftschluss und Effizienz her. Bis zu zehn Getriebestufen helfen außerdem, den Motor im optimalen Drehzahlbereich zu halten.

Schnell mal schalten – lassen

Modernen Automatikgetrieben sagt man nach, dass sie so perfekt und schnell schalten, wie es ein normaler Autofahrer im manuellen Modus kaum besser machen könnte. Elektrifiziert und mild hybridisiert hilft die Automatik sogar beim Sprit sparen. Wer hätte das gedacht, als Dreistufen-Automaten gang und gäbe waren?

Die Kosten des Komforts

Allen Getriebevarianten gemein ist aber weiterhin der finanzielle Mehraufwand für den Schaltkomfort. Während automatisierte Schaltgetriebe schon ab rund 600 Euro Aufpreis zu haben sind, müssen für ein Doppelkupplungsgetriebe in der Regel schon rund 2.000 Euro Aufpreis einkalkuliert werden. Wandlerautomaten sind je nach Fahrzeugklasse mit 1.300 bis 2.500 Euro zu bezahlen. CVT-Getriebe liegen im Mittel bei einem Aufpreis von gut 1.500 Euro. Es gibt aber bei allen Bauarten auch Ausreißer in beide Richtungen.

Einen Überblick über die verfügbaren Automatik-Optionen samt Aufpreisen finden Sie in unserer Fotoshow.

Neuester Kommentar

Doppelkupplungsgetriebe haben doch genau so einen Kupplungsautomaten. Toyota baut "echte Wandler" auch für Quermotoranwendungen. Ich hoffe das wird neuer Standard.

IBM4370 30. März 2018, 21:28 Uhr
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