BMW 3er und 5er Touring in der Kaufberatung

Reicht der 3er oder muss es der 5er sein?

BMW 320i Touring, BMW 520i Touring, Frontansicht Foto: Beate Jeske 19 Bilder

Mit dem Modellwechsel ist der BMW 3er Touring deutlich größer geworden. Lohnt sich da der Mehrpreis von 8.000 Euro für einen gleich motorisierten 5er Touring überhaupt noch?

Downsizing – schon klar. Wir könnten alle ein bisschen abspecken, manche müssen sogar – wie die Autohersteller, um die verschärften CO2-Grenzwerte einzuhalten. So ersetzte BMW die feinen Sechszylinder durch smarte Vierzylinder mit Aufladung, die mehr Leistung und Drehmoment entwickeln, aber weniger verbrauchen. Und warum nicht gleich das ganze Auto eine Nummer kleiner kaufen, wenn man doch ohnehin meist allein oder zu zweit fährt?

Bessere Grundausstattung rechtfertigt den hohen Aufpreis nicht

Schließlich ähneln sich BMW 3er und 5er in Stil und Konzept so sehr, dass nur Kenner die beiden Kombis auf Anhieb unterscheiden können. Auch eine geteilt umklappbare Rücksitzlehne sowie die elektrisch betätigte Heckklappe samt separat öffnender Scheibe gibt es hier wie dort serienmäßig, und die bessere Grundausstattung (größere Räder, Zweizonenregelung für Klimaanlage sowie Luftfederung mit Niveauregulierung an der Hinterachse) rechtfertigt kaum die 8.050 Euro Aufpreis für den 520i Touring, zumal BMW hier für die gleichen Extras mehr verlangt als beim kleineren Modell.

Das ist naturgemäß auch innen etwas knapper geschnitten, bietet speziell im Ladeabteil und im Fond weniger Platz. Vom 16 Zentimeter längeren Radstand des BMW 5er profitiert die Beinfreiheit hinten jedoch nur marginal, selbst vorn sind die Unterschiede gering. Allerdings wirkt der größere Kombi nicht nur luftiger, sondern zugleich hochwertiger im Detail, leiser und komfortabler.

BMW 3er Touring mit mehr Handlichkeit und besseren Fahrleistungen

Denn während beim BMW 320i mit verstellbaren Dämpfern (1.100 Euro extra) noch gelegentlich ein Rappeln oder eine Querfuge zu den Insassen vordringt, schluckt der luftgefederte 520i mit DDC (1.300 Euro) speziell im Komfort-Modus Unebenheiten und lange Bodenwellen bravourös. Und wer unbedingt meint, den großen Wagen um die Ecken scheuchen zu müssen, ist im Sport-Modus fast so schnell unterwegs wie im rund 200 Kilogramm leichteren BMW 3er Touring.

Dessen Agilität und Handlichkeit erreicht der 5er jedoch ebensowenig wie die besseren Fahrleistungen und den niedrigeren Normverbrauch (6,5 statt 6,7 L/100 km) des gleich motorisierten kleinen Bruders, wobei der aufgeladene Zweiliter-Benziner mit 184 PS und 270 Nm beide Wagen erfreulich munter antreibt. Die blitzschnelle, weich schaltende Achtgang-Automatik (Option) trägt jedoch mehr zur Fahrkultur bei als der beim Ausdrehen laute Turbo-Vierzylinder.

Dass man von solchen Störfaktoren im komfortableren, solideren und größeren BMW 520i weniger behelligt wird, macht ihn zum besseren Reiseauto. Mit seiner tollen Agilität, der überragenden Fahrpräzision und dem Plus an Temperament ist der 320i aber der bessere BMW.

Fazit: Trotz des Größenwachstums sind die typischen BMW-Tugenden wie Agilität, Fahrpräzision und Temperament im neuen BMNW 3er Touring konzentrierter zu finden als im gleich motorisierten 5er. Der rechtfertigt seinen Mehrpreis mit zusätzlichen Ausstattungsdetails sowie einem Plus an Innen- und Kofferraum, vor allem aber mit einem spürbar besseren Fahrkomfort und Qualitätsgefühl. Doch obwohl der Aufstieg zur größeren Baureihe wegen der im Sommer bevorstehenden Modellpflege derzeit durch höhere Rabatte erleichtert wird, bleibt der BMW 3er das günstigere, modernere und freudvollere Auto.

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