Corvette C1-C3 in der Kaufberatung

Robuster Kunststoff-Sportler

Corvette C1-C3, Seitenansicht Foto: Jörg Künstle 14 Bilder

Die ersten drei Chevrolet Corvette-Generationen zeichnen sich durch ihre Kunststoff-Karosserien, weitgehend unkomplizierte Großserien-Technik und eine vorbildhafte Teileversorgung aus. Außerdem besitzen die C2- und C3-Baureihen den fast identischen Stahlrahmen mitsamt Antrieb.

Karosserie-Check

Die rostfreien Corvette-Karosserien sollten nicht ungeschützt permanenter Feuchtigkeit oder starker UV-Bestrahlung ausgesetzt worden sein. Rost nagt dagegen an den Stahlrahmen, besonders nach Unfallreparaturen, erkennbar an deformierten Rahmenendspitzen. Weitere gefährdete Teile sind der Spritzbereich der Räder, die äußeren schwellernahen Träger und die Anlenkpunkte der Achsen, insbesondere der Hinterachse.

Während die Corvette C1 dank Starrachse hier kaum Probleme macht, sind bei den C2/C3-Modellen mit Einzelradaufhängung deren Befestigungspunkte einschließlich Differenzialträger gefährdet. Das Gleiche gilt für die stählerne A-Säule mit integriertem Scheibenrahmen, die Bestandteil des „Birdcage“ genannten Hilfsrahmens ist. Zum Teil sind auch rostanfällige Stahlelemente in den Kunststoff einlaminiert (A-Säulen-Querträger, Türverstärkungen), deren Ersatz sehr arbeitsintensiv ist.

Technik-Check

US-V8-Motoren gelten im Allgemeinen als robust und vergleichsweise wartungsarm (ein Vergaser, Hydrostößel). Trotzdem benötigen sie einen regelmäßigen Service mit Ölwechsel. Das gilt besonders für die bis 1971 gebauten, hoch verdichteten Sportmotoren mit mechanischen Ventilstößeln. Ab Werk oder zusätzlich montierte Ölkühler, ein vergrößertes Ölreservoir und Elektro-Lüfter erhöhen die Lebensdauer der Corvette-V8-Triebwerke erheblich.

Corvette-Versionen mit originalen Einspritzanlagen sind rar und von Sammlern gesucht, aber ein Fall für den Spezialisten. Während die Getriebe kaum Probleme machen, kann das Hinterachs-Differenzial mit den tragenden Antriebswellen und Kreuzgelenken Probleme bereiten (Corvette C2 und C3). Breitreifen erhöhen den Verschleiß. Ruckeln bei Schleichfahrt sind deutliche Signale.

Ein unrunder Motorlauf kann durch ein Leck im komplexen Unterdrucksystem herrühren, das bei den Corvette C3-Modellen die Scheinwerfer- und Scheibenwischerklappen (bis Baujahr 1972) öffnet. Bei allen Corvette-Modellen wichtig: auf den originalen Auslieferungszustand achten ("Matching Numbers").

Preise

Die frühen Sechszylinder-C1 von 1953 sind am teuersten und liegen bei rund 150.000 Euro (Zustand 2). Es folgt die 63er Corvette C2 "Split Window" mit 75.000 Euro. Ähnlich hoch liegt der Preis für C2-Modelle mit originalen Bigblock-V8. Bei den C3-Typen sind die Chrom-Modelle bis 1972 gefragt. Mit Viergang-Schaltung und Bigblock-V8 müssen derzeit bis zu 50 000 Euro investiert werden. Coupé und Cabrio werden in etwa gleich bewertet. Jüngere C3-Plastiknasen gibt es bereits ab 15.000 Euro.

Bei Einführung 1958 (Corvette C1, 4,6-Liter)
3.591 $
Bei Produktionsende 1964 (Corvette C3, 5,7-Liter)
5.192 $

Ersatzteile

Dank großer Fan-Gemeinde und Fahrzeugbestand gibt es keine Teile-Engpässe bei der Corvette. Von Verschleißteilen bis zu ganzen Karosserie-Partien ist alles verfügbar. Die Preise hängen von der Teilequalität (Made in China oder USA) ab, sind aber generell im Vergleich günstig. Zum Beispiel Dichtungssatz Zylinderköpfe Smallblock-V8 für 90 Euro.

Schwachpunkte

  1. Unfallschäden
  2. Motorlager
  3. Ölschlammbildung im Motor
  4. Motor nicht original (zu jung)
  5. Rahmenenden
  6. A-Säule mit Scheibenrahmen
  7. Chassis-Längsträger
  8. Aufhängepunkte der Hinterachse
  9. Differenzialträger
  10. Antriebswellen
  11. Fahrwerksbuchsen verschlissen
  12. Unterdrucksystem undicht
Corvette C1-C3, Schwachstellen, Igelbild

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

Fazit

Die ersten drei Chevrolet Corvette-Generationen zeichnen sich durch ihre Kunststoff-Karosserien, weitgehend unkomplizierte Großserien-Technik und eine vorbildhafte Teileversorgung aus. Außerdem besitzen die C2- und C3-Baureihen den fast identischen Stahlrahmen mitsamt Antrieb.

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