Händlertest 2015

E-Mail-Anfragen noch unbeliebter als im Vorjahr

Probefahrt Foto: Beate Jeske

Kunden, die sich per E-Mail als potentieller Autokäufer in einem Autohaus melden, sind oft Kunden zweiter Klasse. Im neuen Händlertest von auto motor und sport in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Concertare beantworteten überhaupt nur 69 % der Händler E-Mails von Kaufinteressenten.

Damit schneidet die Branche noch schlechter ab als 2014, als die Quote noch bei 78 % lag. Getestet wurden 1.030 Händler der 32 verkaufsstärksten Marken in Deutschland.

Doch viele Händler nutzen Textbausteine und beschäftigen sich gar nicht richtig mit den Anfragen potentieller Käufer. Das ist umso erstaunlicher, ist doch ein Auto die zweitgrößte Investition eines Privathaushaltes nach dem Immobilienkauf. So gingen im aktuellen Test nur 45 % der antwortenden Händler konkret auf die Kundenanfrage ein, 2014 waren es noch 62 %. Eine Einladung ins Autohaus sprechen nur 63 % der Händler aus, 2014 waren es noch 69 %.

Volvo mit klarem Testsieg

Bei nur acht der 32 Marken wurden die E-Mail-Kunden gut bedient. Bei Ihnen wurden nicht nur die gestellten Fragen beantwortet, sondern auch Ansprechpartner genannt, zum Verkaufgespräch oder zur Probefahrt eingeladen. Eindeutiger Testsieger wurde erstmals Volvo. Der schwedische Hersteller legte im Vergleich zum Vorjahr bei der Erfüllung der Anforderungen um weitere sieben Prozentpunkte zu und verbesserte sich mit nun 83 % von Rang 5 auf 1. Stark zugelegt in der Servicequalität hat auch Mazda. Die Japaner stiegen von Platz 16 auf 2. Dahinter folgen ebenfalls stark verbessert Smart (von 9 auf 3), Land Rover (von 22 auf 4) und Mercedes (von 10 auf 4). Ebenfalls im grünen Bereich liegen die Marken Lexus (von 33 auf Platz 6), Nissan (von 4 auf 6) und Audi (von 7 auf 8).

Bei den anderen 24 Händlernetzen war das Ergebnis ernüchternd. Bei einigen Marken wird nur jede zweite E-Mail beantwortet, kaum auf das individuelle Anliegen eingegangen und werden Textbausteine benutzt. Am schlechtesten abgeschnitten hat Subaru. Die Japaner verschlechterten sich um unglaubliche 39 Prozentpunkte in nur einem Jahr und landen mit einer Erfüllungsquote von nur 26 % auf dem letzten Platz. Der Vorjahresletzte Lada wurde trotz schlechterem Ergebnis gegenüber 2014 jetzt Vorletzter – allerdings nur, weil Subaru noch stärker verlor. Drittletzter und ebenfalls durchgefallen ist Hyundai.

Erstaunlich ist, dass auch Premiumsmarken mit Online-Anfragen lieblos umgehen. Die Vorjahreszweiten Mini und BMW haben stark nachgelassen. Mini verschlechtert sich um elf Prozentpunkte und kommt nur noch auf Platz 9. BMW rutscht um 13 Prozentpunkte von Platz 2 auf 12 ab. Der Vorjahressieger Porsche schwächelt so stark, dass die Nobelmarke 17 Prozentpunkte verliert und von Rang 1 auf 10 abrutscht. Volumenmarken wie VW (Rang 20) und Ford (16) liegen nur im Mittelfeld, Opel rangiert mit Platz 27 und 53 % Erfüllungsquote nur knapp vor den Schlusslichtern. Den stärksten Absturz, gemessen in Plätzen, legt Fiat hin. Die Italiener verlieren in Sachen Online-Service 23 Prozentpunkte und fallen von 5 auf 27.

Mehr lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von auto motor und sport - Heft 8 - ab dem 2.4. im Handel. Die weiteren Themen:

  • Die Zukunftspläne von Mercedes
  • Markenreport: Was kann Opel wirklich
  • Kombis im Test: Ford Mondeo gegen Opel Insignia und Mazda 6
  • Tests SUV für 30.000 Euro: Jeep Renegade gegen Mini Countryman
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