Mazda 6 Kombi D 175 i AWD, Mazda CX-5 D 175 AWD Achim Hartmann
Mazda 6 Kombi Skyactiv-D 175 AWD, Frontansicht
Mazda 6 Kombi Skyactiv-D 175, Seitenansicht
Mazda 6 Kombi D 175 i AWD, Lenkradpaddel
Mazda 6 Kombi D 175 i AWD, Head-up-Display 12 Bilder

Mazda 6 und Mazda CX-5 Kaufberatung

Kombi oder SUV?

Lange Wartezeiten? Die hat der CX-5 hinter sich, er zählt dennoch zu den populärsten Modellen der Marke. Aber ist der Mazda 6 Kombi nicht vielleicht die bessere Wahl?

Sowohl der Mazda 6 als auch der Mazda CX-5 zählen eigentlich zur Kategorie der Baumaschinen. Wie bitte? Ja, denn beide haben bei ihrem Debüt gekonnt einige Vorurteile gegenüber der Marke platt gewalzt. Der Sechser brachte auf einmal Fahrdynamik in die Mittelklasse, der CX-5 mit seinem Design Schwung in das Kompakt-SUV-Segment.

Der direkte Vergleich mag trotz des identischen Antriebsstrangs etwas hinken, einen entsprechenden Kompakt-Kombi führt Mazda jedoch nicht im Programm. Also holt sich der Mazda 6 Kombi souverän den Sieg, falls ihn die Kosten nicht einbremsen? Durch einen fluffigeren Federungskomfort aufgrund des etwas längeren Radstands und bauhöhenbedingt agilerem Handling? Nein. Die 19-Zoll-Räder des Testwagens beginnen bereits bei Anregungen durch zivile Unebenheiten zu poltern, rollen dazu steif ab, und selbst lange Bodenwellen reicht der Kombi straff weiter.

Mazda CX-5 überzeugt mit gutem Federungskomfort

Nun, Rückschlüsse auf die Fahrdynamik zu ziehen, wäre ebenfalls voreilig, denn der Kombi lenkt zwar recht frisch ein, bleibt dann aber zurückhaltend untersteuernd. Die Lenkung arbeitet ausreichend direkt mit ordentlicher Rückmeldung. Was daran verkehrt ist? Nichts – außer dass der CX-5 beides sogar etwas besser hinbekommt. Sowohl beim Federungskomfort als auch in Kurven fallen lediglich die stärker ausgeprägten Karosseriebewegungen auf, speziell den Fahrgästen im geräumigen Fond. Übrigens: Mitreisende finden im Kombi auch nicht mehr Platz vor, einzig der Laderaum fällt ein klein wenig üppiger aus.

Mazda 6 Kombi Skyactiv-D 175, Seitenansicht
Achim Hartmann
Trotz tieferem Schwerpunkt und längerem Radstand rollt der Mazda 6 Kombi spröder ab und spricht auf viele Unebenheiten schlechter an als der CX-5.

Und der 2,2-Liter-Dieselmotor? Überraschenderweise würgt er ungeachtet seiner beeindruckenden Leistungsdaten nicht unbedingt die Antriebswellen, bis sie rot anlaufen. Dabei liefert der Vierzylinder bereits bei 2.000 Umdrehungen sein maximales Drehmoment von immerhin 420 Newtonmetern. Einzig der mit Schaltgetriebe ausgerüstete CX-5 kommt eine Spur befreiter aus dem Startblock, im Wandler der Sechsstufenautomatik des Sechser nehmen ein paar PS wohl lieber ein Dauervollbad, als für Vortrieb zu sorgen.

Verbrauchsgleichstand bei Kombi und SUV

Gegen qualmende Reifen hilft der Allradantrieb mit elektronisch geregelter Lamellenkupplung, der die Kraft unauffällig verteilt. In beiden Modellen stört vor allem die etwas hemdsärmelige Laufkultur des Direkteinspritzers, der jeweils nahezu identische Verbrauchswerte ermöglichen soll – 5,4 l/100 km beim Kombi, 5,5 l beim SUV, sagt der Hersteller. In der Praxis lässt sich das vermutlich nur dann realisieren, wenn der Fahrer aufgrund einer Überdosis heißer Milch mit Honig leicht sediert hinterm Lenkrad sitzt. Andererseits: Ungeachtet aller Zoom-Zoom-Marketinglyrik der Japaner stacheln weder der Sechser noch der CX-5 ihre Fahrer an, sondern lassen sie im jeweils hübsch eingerichteten Interieur leicht zur Ruhe kommen.

Einzig über die nicht immer logische Bedienung und Menüführung des Infotainments könnten sich die Gemüter wieder erhitzen, aber mit ein bisschen Übung klappt’s dann doch. Die wesentlichen Informationen stellen beide Mazda übersichtlich zur Verfügung, Lenkrad und Sitze verfügen über einen ausreichend großen Verstellbereich. Natürlich bietet der SUV die für diese Fahrzeuggattung typische hohe Sitzposition, doch auch im Kombi sitzt man in der ersten Reihe hoch – ein bisschen zu sehr sogar. In jedem Fall täte den Sitzen etwas mehr Seitenhalt gut, speziell in Verbindung mit den im 6 Sports-Line serienmäßigen Lederbezügen.

Höheres Preisniveau beim Mazda 6

Für die Kombination mit dem starken Diesel und Allradantrieb macht Mazda diese Ausstattungslinie zur Bedingung, gönnt dem mit 42.790 gegenüber 39.190 Euro deutlich teureren Kombi etwas mehr Ausstattung, wobei sich dieser Vorteil auf die bereits erwähnten Ledersitze sowie ein etwas klein geratenes Head-up-Display reduziert. Selbst wenn man beim CX-5 das optionale Automatikgetriebe mitberücksichtigt, schreddern die Kosten weiteren Boden, auf dem die Argumente für den Kombi wachsen könnten – womit wir wieder beim Thema Maschinen wären.

Fazit: Vorteil für den SUV

In Gestalt des Mazda CX-5 findet sich klar das attraktivere Gesamtpaket wieder. Er realisiert auf geringerer Grundfläche das nahezu identische Raumangebot, fährt komfortabel und agil — ja, er kostet sogar noch weniger. Der schicke, geräumige Mazda 6 Kombi enttäuscht vor allem beim Federungskomfort. Statt den niedrigeren Schwerpunkt zum Anlass für eine komfortablere Feder-Dämpfer-Abstimmung zu nehmen, rollt er sehr spröde ab, spricht auf viele Unebenheiten nur zögerlich an.

Technische Daten

Mazda 6 Kombi Skyactiv-D 175 AWD Sports-Line Mazda CX-5 Skyactiv-D 175 AWD Sports-Line
Grundpreis 43.590 € 39.190 €
Außenmaße 4805 x 1840 x 1480 mm 4555 x 1840 x 1710 mm
Kofferraumvolumen 522 bis 1664 l 503 bis 1620 l
Hubraum / Motor 2191 cm³ / 4-Zylinder 2191 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 129 kW / 175 PS bei 4500 U/min 129 kW / 175 PS bei 4500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 209 km/h 204 km/h
Verbrauch 5,4 l/100 km 5,5 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
SUV Tests Mazda CX-5, Nissan Qashqai, Frontansicht Mazda CX-5 gegen Nissan Qashqai Duell der japanischen SUV-Bestseller

Vielleicht ist es die Sorge der Kunden, der A 5 könnte hinter Ober-Mörlen...

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