Subaru WRX STi Gerhardt
Subaru WRX STi
Subaru WRX STi, Innenraum
Subaru WRX STi, Innenraum
Subaru WRX STi, Fahrertür 33 Bilder

Subaru WRX STi im Innenraumcheck

Wer schnell sein will, muss leiden

Der Subaru WRX STI zählt zu den Ausnahme-Athleten unter den viertürigen Limousinen. Details wie der Powerdome über dem 300-PS-Boxer, die 19-Zoll-Vielspeichen-Felgen, die vierflutige Auspuffanlage oder ein Heckdiffusor setzen den Sportler mit den Rallye-Genen von außen gekonnt in Szene. Kann der Innenraum da noch mithalten?

Nur kurz gebe ich mich der Vorstellung hin, wie der Subaru WRX STi mit blauer Lackierung, goldenen Felgen und reichlich Sponsoren-Stickern über eine portugiesische Schotterpiste fegt. Seine vier Räder schaufeln das Geröll unter ihm weg; das Heck steht quer. Im nächsten Augenblick rast der Allradler auf eine Kuppel zu, verliert den Fahrbahnkontakt, schlägt erst nach 30 Metern wieder auf und verschwindet in einer Wolke aus Staub. Ein aufregendes Auto - das hat der 300-PS-Sportler in zahlreichen Rallye-Auftritten bewiesen.

Heute ist der Subaru WRX STi in zivil, schwarz lackiert und ohne den riesigen Heckspoiler angereist. Er parkt auf einem Parkdeck in der Stuttgarter Innenstadt und muss die Füße still halten, von seinen Kernkompetenzen wird er an diesem Tag nichts zeigen. Stattdessen wird sein Innenraum auf Verarbeitung, Praktikabilität und Komfort geprüft - keine leichte Aufgabe für ein Fahrzeug, dass vor allem sportlich sein will. Ich freue mich  trotzdem riesig und reiße die Fahrertür auf.

Subaru WRX STI lässt sich problemlos entern

Der Einstieg fällt mir - dank üppiger Kopfbehaarung verpasse ich die 1,90-Meter-Marke nur um Millimeter - kaum schwerer als in jeder anderen Limousine auch. Einen Unterschied macht die optionale Recaro-Bestuhlung. Einfach drauf werfen ist nicht drin, man muss schon genauer zielen um in eine bequeme Position hineinzuschlüpfen. Die Verstellmöglichkeiten beschränken sich auf "vor/ zurück" und "rauf/ runter" - Sportsitze eben.

Als meine Augen jedoch das Cockpit scannen, kommen arge Zweifel auf, ob ich mich tatsächlich in einem 50.000 Euro-Wagen befinde. Zur Erinnerung: Ich drehe nicht am Zündschlüssel, der Motor bleibt still, der Allradantrieb wird mich nicht in die Sitzwangen der Recaros schmeißen. Als der erste Anblick der Plastik-Orgie verdaut ist (die V-förmige Blende im Möchtegern-Alu-Look und die schlecht platzierten, eckigen Lüftungsdüsen treiben es besonders bunt), checke ich die Verarbeitung.

Leder nur an Schaltknauf, Handbremshebel und Lenkrad

Auch meine Finger werden alles andere als verwöhnt. An vielen Stellen knackt und knarzt es. Die Drehregler der Klimaanlage sind schwammig, das Einrasten in die unterschiedlichen Stufen ist kaum spürbar. Die Schalter für die Steuerung der Infotainment-Einheit (rechts und links neben dem Bildschirm angeordnet) sehen zwar alle gleich aus, geben aber unterschiedliche Rückmeldung.

Das serienmäßige Leder an Schaltknauf, Handbremshebel und Lenkrad beruhigt meinen Tastsinn für einen kurzen Moment. Beim Blick auf die Instrumente entspannen sich auch die Augen. Sie sind klar gegliedert und gut ablesbar, mehr Lob verdienen aber auch sie nicht.

Schlimmer wird es wieder beim Infotainment-Bildschirm und dem darüber liegendem Zusatzdisplay, das über Zeit, Verbrauch und Außentemperatur informiert, bei einfallendem Sonnenlicht aber seine Funktion so gut wie verliert. Das Navigationssystem könnte grafisch gerade mal einen Gameboy schlagen, der Touchscreen will Druckbefehlen nicht immer folgen.

Subaru WRX STI mit gutem Platzangebot im Fond

Auch das Ablageangebot erntet keinen Beifall. Platz ist in den Türfächern und der Mittelkonsole zwar vorhanden, aber eben nur für Kleinkram. Das Handschuhfach hat da noch am meisten Raum zu bieten, empfiehlt sich aber nicht gerade mit einem stabilen Eindruck.

Anders sieht es auch in der zweiten Sitzreihe nicht aus. Die Ablagemöglichkeiten in den hinteren Türen sind stark begrenzt. Das Plastik der Getränkehalter unterhalb der schmalen Lüftungsdüsen ist so dünn, dass ihm zwei volle Halb-Liter-Flaschen kaum zuzumuten sind. Dafür stimmt das Platzangebot in Reihe zwei. Beulen am Kopf oder blaue Flecken am Knie wird es nicht geben - vielleicht, wenn der Subaru WRX STi an seine fahrerischen Grenzen geht.

Objektiv betrachtet, konnte der Innenraum des Subaru WRX STI in unserem Innenraumcheck nicht überzeugen. Die gute Nachricht: Mit seinen wenigen Knöpfen und Reglern, der sinnvollen und aufgeräumte Anordnung und der abstinenten Materialverführung lenkt er wenigstens nicht von der Ideallinie ab, wenn man mal mit 200 km/h über Straßen fegt, die gar keine sind.

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