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Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen - Porträt - 2019 Foto: Alfa Romeo

Kühl, verschlossen – manchmal etwas knurrig – der „Iceman“ Kimi Räikkönen will so gar nicht ins bunte Formel 1-Geschäft passen. Mit seinem unglaublichen Rennspeed hat sich der Weltmeister von 2007 allerdings schnell den Respekt von Kollegen und Kontrahenten gesichert.

Kimi Räikkönens Weg in die Formel 1 war steil. Mit 9 Jahren stieg der Finne in den Kartsport ein, zwei Jahre später fuhr er bereits internationalen Jugendmeisterschaften. Mit 21 Jahren hatte der Blondschopf aus Espoo schon zwei Formel Renault-Titel in der Tasche, als er beim Sauber-Team die Gelegenheit zum F1-Einstieg ergriff. Da er 2001 mit nur wenig mehr als 20 Autorennen Erfahrung in die Königsklasse kam, erhielt er die Superlizenz sogar zunächst nur auf Bewährung.

Bei seinem F1-Debüt in Melbourne erreichte der Finne auf Rang 6 direkt die Punkte. Als Teamkollege des damals ebenfalls noch sehr jungen Nick Heidfeld erntete Räikkönen schon in seiner ersten Saison viel Respekt. Auch wenn er in der Abschlusstabelle mit Rang 10 knapp hinter seinem deutschen Teamkollegen landete, ließ der junge Finne sein unglaubliches Talent immer wieder aufblitzen.

Erster Sieg mit McLaren-Mercedes

Das blieb auch bei der Konkurrenz nicht unentdeckt und so wechselte Räikkönen bereits 2002 zu McLaren-Mercedes, wo er den ehemaligen Weltmeister Mika Häkkinen ersetzte. Beim Silberpfeil-Debüt in Melbourne konnte der Finne mit seinem ersten Podiumsplatz erneut glänzen. Die Erfolgswelle hielt allerdings nicht die ganze Saison an. Den sechsten Platz mit nur 24 Punkten sollte er allerdings schon in seiner zweiten McLaren-Saison deutlich übertreffen. In Malaysia gab es 2003 den ersten Sieg und mit nur 2 Zählern Rückstand auf Michael Schumacher wurde Räikkönen Vizeweltmeister.

Nach einem weiteren enttäuschenden Jahr 2004 konnte der von seinen Fans „Iceman“ getaufte Finne erneut um die WM-Krone kämpfen. Seinen Teamkollegen Juan Pablo Montoya hatte er locker im Griff, gegen den Weltmeister Fernando Alonso zog der wortkarge Finne allerdings deutlich den Kürzeren.

Die Berg- und Talfahrt hielt auch danach an: Das Jahr 2006 beendete Kimi Räikkönen ohne einen einzigen Rennsieg nur auf Rang 5 der Fahrerwertung. Einen Höhepunkt hatte die Saison allerdings: In Monza wurde offiziell bekannt gegeben, dass er in der kommenden Saison erneut einen Weltmeister beerben werden: Räikkönen wechselte als Nachfolger von Michael Schumacher zu Ferrari.

Wechsel zu Ferrari bringt den WM-Titel

Das Ferrari-Debüt in Australien gelang mit einem Sieg fast schon traditionell gut. Im Laufe der Saison musste sich der Finne allerdings einem harten Dreikampf mit den McLaren-Piloten Fernando Alonso und Lewis Hamilton stellen. Zwei Rennen vor Saisonende lag Räikkönen noch mit 17 Zählern aussichtslos hinter Hamilton zurück, konnte den aufstrebenden Silberpfeil-Star mit einem Zwei-Siege-Endspurt in China und Brasilien noch abfangen und sich seine erste WM-Krone aufsetzen.

Die Saison nach dem Titel brachte wieder mehr Enttäuschungen. Hinter Teamkollege Felipe Massa spielte Räikkönen nur die zweite Geige bei Ferrari. Spekulationen über einen möglichen Rücktritt kamen auf, die er im September allerdings mit der Vertragsverlängerung bis 2010 beseitigte. Am Ende konnte der Finne mit Rang 3 in der Fahrerwertung noch Schadensbegrenzung betreiben.

2009 sah es dann richtig schlecht aus. Am Ende sprang nur Platz 6 in der Fahrerwertung raus. Ferrari entschloss sich Räikkönen vorzeitig zu kündigen und Fernando Alonso zu verpflichten. Auf der Suche nach einem neuen Cockpit für die Saison 2010 landete Räikkönen allerdings nicht in der Formel 1 sondern in der Rallye-WM.

Comeback mit Lotus in der Formel 1

Nach zwei Jahren mit den geschlossenen Allradlern, in denen Kimi mehr als einmal die Bodenhaftung verlor, kehrte er 2012 in die Formel 1 zurück. Sein neuer Arbeitgeber war das ehemalige Renault-Werksteam, das mittlerweile auf den Namen Team Lotus F1 hörte. Viele zweifelten, ob Räikkönnen nach 24 Monaten Pause noch den nötigen Speed hatte. Doch die Kritiker wurden eines Besseren belehrt.

Schon im dritten Saisonrennen in Bahrain wäre Räikkönen beinahe die ganz große Überraschung gelungen. Im Zweikampf mit Sebastian Vettel verpasste der Lotus-Pilot nur ganz knapp den Sieg. Der zweite Platz in der Wüste sollte aber nicht die einzige Podiumsplatzierung bleiben. Sechs Pokale hatte Kimi für zweite und dritte Plätze bereits gesammelt, als es zum Finale nach Abu Dhabi ging.

Auf dem Yas Marina Circuit platzte endlich der Knoten. Mit einer fehlerfreien Leistung fuhr Kimi Sieg Nummer 19 nach Hause. Vielen Fans bleiben vor allem seine legendären Funksprüche an sein Team in Erinnerung. Mehrmals forderte der Pilot seine Ingenieure auf ihn in Ruhe zu lassen. Für das neuformierte Lotus-Team war es der erste Erfolg. Mit dem dritten Platz in der Teamwertung hatte Räikkönen am Ende der Saison sowohl Fans als auch Kritiker begeistert.

Auch die Saison 2013 begann gut für den Finnen. In Australien gewann der Routinier das Auftaktrennen. Es sollte allerdings der einzige Sieg bleiben. 6 Mal landete er im Laufe der Saison auf Rang 2. Neben den sportlich guten Leistungen fiel Räikkönen allerdings vor allem durch die Querelen mit seinem Team auf. Lotus verzögerte die Gehaltszahlungen an den Finnen, worauf sich dieser öffentlich beschwerte. In Singapur brach zudem eine alte Rückenverletzung wieder auf. Für die Operation an der Wirbelsäule ließ der Iceman die letzten beiden Rennen sausen.

Räikkönen kehrt zu Ferrari und Sauber zurück

Zu diesem Zeitpunkt stand schon längst fest, dass er nach der Saison das Team wechseln würde. Von Lotus ging es zurück zu Ferrari, wo er 2009 unsanft vom Hof gejagt wurde. Gerne hätte der Iceman seinem alten und neuen Arbeitgeber gezeigt, dass die Entscheidung von damals falsch war. Doch gegen seinen neuen Teamkollegen Fernando Alonso sah der Routinier 2014 kein Land. Das Quali-Duell ging genauso klar verloren wie der Zweikampf in der WM-Wertung. Da Ferrari aber sowieso keine Chance auf den Titel besaß, fiel das kleine Formtief von Räikkönen nicht sonderlich ins Gewicht.

Das änderte sich im Laufe der Jahre 2015 bis 2018, als der neue Teamkollege Sebastian Vettel hieß. Mit dem immer stärker werdenden Auto kämpfte der Heppenheimer am Ende regelmäßig um die WM-Krone, während Räikkönen lange Zeit nicht einmal einen Sieg einfahren konnte. Trotzdem verlängerte die Teamleitung der Scuderia den Vertrag mit dem Iceman immer wieder um ein weiteres Jahr.

Erst bei seinem viertletzten Rennen im roten Overall, beim USA-Grand Prix in Austin, platzte 2018 der Knoten und Räikkönen stand noch einmal ganz oben auf dem Podium. Rang 3 in der Endabrechnung war die beste Platzierung seit 2012. Da war die Entscheidung der Teamleitung aber schon gefallen, den Blondschopf auszusortieren. Er wurde von Junior-Pilot Charles Leclerc ersetzt.

Doch trotz des fortgeschrittenen Alters von 39 Jahren fand Räikkönen noch einmal einen neuen Arbeitgeber. Mit der Rückkehr zum Sauber-Team, dass ab 2019 unter der Bezeichnung Alfa Romeo an den Start ging, schloss sich der Kreis nach 19 Jahren für den Iceman.

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