125 Jahre Automobil

Historie der Rennfahrer-Ausrüstung

Mercedes-Team Grand-Prix 1938 Foto: Jeske, Reinhard, ams, Hersteller 16 Bilder

Anno 1908 fuhren Grand-Prix-Piloten mit Sakko und Fliege, später im grobgestrickten Pullover. In den Dreißigern kam der Overall in Mode, Helme trug man aber erst nach dem Krieg. Streifzug durch die Historie der Rennfahrer-Ausrüstung.

Der Streckenposten beim 500-Meilen- Rennen von Indianapolis war unerbittlich: "Ohne Helm fährst du hier keinen Meter!" Man schrieb das Jahr 1946. Rudolf Caracciola, deutscher Held unzähliger Vorkriegs-Rennschlachten, wollte bei seinem ersten Gastspiel in den USA so fahren, wie er es aus seiner Zeit beim Mercedes-Werksteam gewohnt war: lediglich mit einer dünnen Stoffkappe auf dem Kopf. Die Helmpflicht bewahrte Caracciola seinerzeit womöglich vor einer schlimmen Verletzung. Denn im Rennen kollidierte er mit einem Vogel und blieb dabei unversehrt.

Helmpflicht in der F1 erst ab 1952, HANS ab 2003

In der Formel 1 wurde das Tragen eines Sturzhelms erst 1952 vorgeschrieben. Es dauerte nochmals fast zwei Jahrzehnte, bis sich der Vollvisierhelm durchsetzte. Jackie Stewart war 1968 der Trendsetter im Formel 1-Starterfeld. Der clevere Schotte legte als Erster den damals üblichen Jethelm samt Brille zur Seite und setzte auf Rundumschutz für sein Haupt. Heutzutage teilen sich drei Hersteller den Formel 1-Markt: Arai, Bell und Schuberth. Die Schale besteht stets aus Kohlefaser. Computerscans der Fahrerköpfe garantieren optimale Passform.

Ein weiterer Meilenstein in puncto Sicherheit ist HANS, Head and Neck Support. Seit 2003 müssen die Formel 1- Fahrer diese Kopf- und Nackenstütze tragen, die Verletzungen an der Halswirbelsäule verhindern soll. Inzwischen ist HANS in allen Rennklassen Vorschrift. Genauso wie Helm und HANS gehört feuerfeste Kleidung zur Grundausrüstung in allen Serien. Wegbereiter war die Firma Simpson.

Unterwäsche schützt vor Feuer

1964 stellten die Amerikaner ihren ersten "Firesuit" für den Rennsport vor. Flammabweisende Unterwäsche sowie entsprechende Schuhe und Handschuhe hielten in den sechziger Jahren Einzug in den Rennsport. Bei Rennen mit Formelautos und stehendem Start müssen die Handschuhe in kräftigen Farben gehalten sein. So kann der Starter besser sehen, wenn ein Pilot in der Startaufstellung verzweifelt winkt, weil etwa der Motor abgestorben ist.

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