24h-Rennen Le Mans 2017 (1. Qualifying)

Toyota nur knapp vor Porsche

Toyota geht als Favorit in die 24 Stunden von Le Mans. Doch der Vorsprung der Japaner ist kleiner als erwartet. Der 7er Toyota hängte den besten Porsche auf Platz 3 nur um eine Sekunde ab. Drei Sekunden waren befürchtet worden.

Die Qualifikation begann mit 20 Minuten Verspätung. Nach einem verlustreichen Training des Porsche-Cups davor mussten zuerst einige Ölspuren beseitigt und Blessuren an den Leitplanken repariert werden. Für die Le Mans-Asse bedeutete das 20 Minuten weniger Zeit, eine schnelle Runde auf die 13,629 Kilometer lange Bahn zu setzen. Vom Wetter passte es. Nach einem heißen freien Training am späten Nachmittag mit bis zu 30 Grad, sank die Außentemperatur bis 22.20 Uhr auf 24 Grad. Die Motoren und Aerodynamik dankten es.

Die letztjährige Trainingsbestzeit von Neel Jani egalisierte Porsche-Pilot Timo Bernhard schon in seinem ersten Versuch nach 8 Minuten. Doch die Bestzeit des 36-jährigen Homburgers hielt nur 9 Minuten. Dann setzte Kamui Kobayashi im 7er Toyota für seine Teamkollegen Mike Conway und Stéphane Sarrazin mit 3.18,793 Minuten einen neuen Bestwert. Dabei blieb es.

LMP1-Feld Langsamer als beim Vortest

Damit wurde nicht einmal die Bestzeit aus dem Vortest erreicht, die bei 3.18,1 Minuten lag. Das Team Bernhard//Bamber/Hartley musste es schließlich noch hinnehmen, dass sich der zweite Toyota mit dem Team Buemi/Davidson/Nakajima dazwischenschob.

Porsche hatte nach den Vortests einen größeren Rückstand auf die favorisierten Toyota erwartet. Da betrug die Spanne noch 3,3 Sekunden. Und Kobayashi hatte bei freier Bahn 3.15er Zeiten für die Qualifikation angekündigt. Doch diesmal war die Bahn nicht frei. Die 180 Fahrer auf den 60 Teilnehmern wollten alle ihre Pflichtrunden abspulen. Es herrschte allenthalben dichter Verkehr.

Die Top 5 sind gut verteilt. Zwei Toyota, ein Porsche, wieder ein Toyota, dann der zweite Porsche. Den 7er Toyota und den 1er Porsche trennten lediglich 2,372 Sekunden. Porsche traute sich höchstens Runden um die 3.18 Minuten zu. „Entweder helfen uns die höheren Temperaturen, oder Toyota hat nicht alles gezeigt“, meinte Porsche-Teamchef Fritz Enzinger.

Auf dem Papier sollte LMP1 vier Sekunden langsamer sein

Obwohl neue Rekorde ausblieben, ist das Tempo erstaunlich hoch. Eigentlich hätten der Porsche 919 Hybrid und der Toyota TS050H vier Sekunden langsamer als 2016 sein müssen. Allein der aerodynamischen Einschnitte wegen. Der höhere Frontsplitter und der flachere Diffusorwinkel kosten in der Theorie massiv Abtrieb. Doch Verbesserungen im Antriebsstrang und aerodynamische Tricksereien haben den theoretischen Nachteil wieder wettgemacht.

Nach dem furiosen Auftakt der ersten Qualifikationssitzung schlief das Geschehen etwas ein. Porsche und Toyota begnügten sich mit Renntempo. Die beiden Sieganwärter stimmten ihre Autos ab und übten schon jetzt für das Rennen, wann welche der drei Michelin-Mischungen am besten geeignet sein würde, wie sich die Hitze im Cockpit auswirken würde. Wer es ohne Klimaanlage im Auto nicht unter 32 Grad unter der Fahrerkuppel schafft, darf seine Fahrer nicht länger als 80 Minuten am Steuer lassen. So sagt es das strenge Reglement. „Das würde bedeuten, dass bei jedem Stopp der Fahrer getauscht werden müsste“, erzählte Enzinger. Ein gravierender Nachteil, weil damit jeder Boxenhalt automatisch 30 Sekunden länger dauert. Nicht für Porsche. Der 919 Hybrid fährt mit Klimaanlage.

Aston Martin überrascht in der GT-Klasse

In der LMP2 machte das TDS Racing-Team das Tempo. Francois Perrodo, Matthieu Vaxivière und Emmanuel Collard waren mit Oreca-Gibson mit 3.29,333 Minuten eines von zwei Teams, das die 3.30 Minuten Marke knackte. Auf den privaten LMP1 des ByKolles-Team mit Oliver Webb, Dominik Kralhammer und Marco Bonamoni verlor der Beste der zweiten Klasse nur eine halbe Sekunde.

GT-Sieger des ersten Schlagabtauschs war mit 3.52,117 Minuten die Aston Martin-Mannschaft Marco Sorensen, Richie Stanaway und Nicki Thiim vor zwei Ferrari, einem weiteren Aston Martin und dem besten Porsche 911 RSR mit Dirk Werner am Steuer. Das war insofern eine Überraschung, da die Aston Martin bei den ersten beiden Rennen zur Langstrecken-WM nichts zu melden hatten und erst beim Vortest eine stärkere Figur abgaben.

Die Experten erwarten auch am morgigen Donnerstag keine großen Änderungen, obwohl dann vier Stunden Trainingszeit bereitstehen. Wenn die Teams am Donnerstag mit den Rundenzeiten zufrieden sind, werden vor den abschließenden Sitzungen schon die Rennmotoren eingebaut. Dann beherrschen Longruns den Donnerstag.

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