24h-Rennen Nürburgring 2018 (Ergebnis Rennen)

Porsche gewinnt in der Eifel

Porsche 911 GT3 R - Startnummer #912 - 24h-Rennen Nürburgring 2018 - Nordschleife - 13.5.2018 Foto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink 235 Bilder
24h-Rennen 2018

Die Entscheidung fiel in den letzten 90 Minuten nach einem Rennabbruch. In einem Sprint im Regen und Nebel. Zwischen Porsche und Mercedes. Das bessere Ende hatte das Manthey-Team. Fred Makowiecki, Nick Tandy, Patrick Pilet und Richard Lietz haben für Porsche das 24h-Rennen Nürburgring 2018 gewonnen.

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Jubel bei Porsche: Zum ersten Mal seit 2011 hat der Sportwagenhersteller das 24h-Rennen am Nürburgring gewonnen. Es ist der insgesamt 12. Gesamtsieg für Porsche. Ein Erfolg, den man in einer dramatischen Schlussphase errang.

Bis dreieinhalb Stunden vor Rennende hatte alles nach einem Sieg für Mercedes ausgesehen. Der AMG GT3 von Black Falcon mit der Startnummer 4 führte das Rennen mit rund vier Minuten vor dem Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 912 an. Doch dann löschte eine Rennunterbrechung den Vorsprung aus. Starker Regen und dichter Nebel zwang die Rennleitung um Walter Hornung, die 46. Ausgabe des Langstreckenklassikers für zwei Stunden zu unterbrechen. Um 11:59 Uhr zeigten die Streckenposten die roten Flaggen. Um 13:58 Uhr wurde das Rennen wieder gestartet.

Heiße Schlussphase im Regen

Es folgte ein 90-minütiger Sprint im Regen zwischen Mercedes und Porsche. Zwei Runden lang behauptete Adam Christodoulou im Mercedes-AMG GT3 die Spitzenposition. Doch dann nutzte Verfolger Fred Makowiecki eine kleine Unsicherheit aus, um sich die Führung zu krallen. Der Franzose setzt sich auf der Anfahrt zur ersten Kurve auf der Bremse neben seinen Konkurrenten. Christodoulou machte die Bremse auf, doch er konnte den Elfer nicht vollends verzögern. Makowiecki zog auf der Außenseite vor Kurve zwei vorbei. Christodoulous Konter misslang. Er lehnte sich am Elfer an und verlor beim Rausbeschleunigen die Kontrolle über seinen AMG GT3. Nach einem halben Dreher ging es aber weiter. Der 29. Führungswechsel sollte der letzte sein.

Mercedes-AMG GT3 - Startnummer #4 - 24h-Rennen Nürburgring 2018 - Nordschleife - 13.5.2018 Foto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink
Mercedes muss sich mit dem zweiten Rang begnügen.

Am Ende der 129. Runde wäre das Rennen für Christodoulou um ein Haar vorzeitig zu Ende gewesen. Der Mercedes-AMG GT3 schwamm im Galgenkopf auf und der Brite knallte mit der linke Fahrzeugseite gegen die Leitplanke. Christodoulou konnte weiterfahren. Ein letzter Angriff verpuffte. Danach fuhr Makowiecki den Sieg sicher ins Ziel. Nach 135 Runden jubelte er zusammen mit seinen Kollegen Richard Lietz, Patrick Pilet und Nick Tandy. Das Quartett Adam Christodoulou, Maro Engel, Manuel Metzger und Dirk Müller landete auf dem zweiten Platz. „Unser Kampf war unglaublich. Wir sind gefahren wie die Irren“, erklärte Makowiecki. „Die Berührung zwischen mir und Adam war nicht so schlimm. Das war Racing. Wir sind sehr glücklich über den Sieg.“

Statistenrolle für Audi und BMW

Den letzten Platz auf dem Podest machten in den letzten eineinhalb Stunden die beiden Mercedes-AMG GT3 von Black Falcon mit den Startnummern 5 und 6 sowie der Aston Martin Vantage GT3 (#7) untereinander aus. Sie lagen eine Runde hinter dem Führungsduo, jedoch selbst im selben Umlauf. Die Entscheidung fiel in der 133. Runde. Yelmer Buurman überholte Maxime Martin auf der Kuppe zum Schwedenkreuz. Damit kann sich Mercedes-AMG über ein Doppelpodium freuen. Aston Martin wurde Vierter vor dem nächsten AMG.

Audi und BMW blieb nur die Statistenrolle. Der Marke mit den vier Ringen fehlte sowohl im Trockenen als auch im Nassen der Speed. Hinzu kamen Unfälle wie der des WRT-Audi von Dries Vanthoor am Samstagabend. Nach einem Highspeed-Crash ausgangs Tiergarten war an ein Weiterfahren nicht mehr zu denken. Auch das Auto des Vorjahressiegers verunfallte. Kelvin van der Linde schmieß am Sonntagvormittag das Auto mit der Startnummer 1 im Streckenbereich Hohe Acht in die Leitplanken. BMW konnte den Traum vom 20. Gesamterfolg schon am Samstag begraben. Die M6 GT3 gaben auf der Strecke zwar keine schlechte Figur ab, doch Strafen und Unfälle legten die Münchner aufs Kreuz.

Um das Rennen zusammen zu fassen: Porsche hatte das schnellste Auto. Mercedes das zweitschnellste. Während sich die Topautos mit Stern größtenteils aus Unfällen heraushielten und auch ohne große Strafen über die Distanz kamen, schwächte sich Porsche in den ersten 20 Stunden selbst. Eine sichere Führung warf Romain Dumas im Porsche mit der Startnummer 911 weg. Noch bevor der Regen einsetzte. Und das später siegreiche Auto hatte schon in der ersten Runde durch einen schleichenden Plattfuß und anschließenden Boxenstopp gut drei Minuten eingebüßt. Eine Strafe für ein Vergehen unter Code 60 kostete das Team weitere 3:32 Minuten. Doch mit der roten Flagge war alles vorher passierte Makulatur. Porsche hatte das notwendige Quäntchen Glück, in derselben Runde wie der AMG zu sein und setzte sich im Finalsprint durch.

24h-Rennen Nürburgring 2018 (Top 30-Quali)

Porsche schnappt sich die Pole-Position

Es war die große Porsche-Show. Dagegen war Audi auffällig langsam. Im Top-30-Qualifying für das 24h-Rennen Nürburgring 2018 eroberte Manthey Racing die Pole-Position. Laurens Vanthoor kurvte in 8:09.105 Minuten um die kombinierte Strecke aus Nürburgring und Nordschleife. Der Belgier erzielte die Bestmarke im zweiten von zwei Umläufen. „Kein Verkehr, du fährst wie ein Irrer, um auf Pole zu kommen. Ich hatte einen Puls von 197. Ich glaube, das sagt alles. In der ersten Runde hatte ich einen kleinen Fehler und habe sogar die Mauer touchiert. Trotzdem verlor ich nur wenig Zeit. In der zweiten Runde hat alles gepasst“, fasste der Pole-Mann zusammen.

Sein erster Verfolger, der ebenfalls aus dem Porsche-Lager kommt, jedoch auf Falken- statt Michelin-Reifen fährt und bei Falken Motorsports für den Rennklassiker angestellt ist, erzielte seine Bestmarke im ersten Versuch. Sven Müller verfehlte den ersten Startplatz nur um gerade einmal 0,407 Sekunden. Drei Zehntel mehr büßte Norbert Siedler im Frikadelli-Porsche mit der Startnummer 31 ein, der seine zweite Runde sogar abgebrochen hat, weil die erste seiner Meinung nach nicht mehr zu übertreffen war.

Was ist mit Audi los?

Auch Maro Engel knackte im Einzelzeitfahren die 8:10er Marke. Das bringt dem Black Falcon mit der Startnummer 4 die vierte Startposition ein. Nicki Thiim brannte im Aston Martin Vantage GT3, der nur durch eine Sondergenehmigung am 24h-Rennen teilnehmen darf, die fünftschnellste Rundenzeit in den Asphalt. Es folgten der zweite Manthey-Porsche von Fred Makowiecki, die HTP-Mercedes von Daniel Juncadella und Maximilian Götz sowie der zweite Black-Falcon-Mercedes mit Yelmer Buurman am Steuer. Die ersten neun Fahrer des Top-30-Qualifyings unterboten jeweils die bisher schnellste Polezeit auf der Nordschleife. Die hatte Kevin Estre in einem McLaren MP4-12C im Jahr 2014 aufgestellt (8:10.921 Minuten). Die Top 10 rundete Jesse Krohn im besten BMW ab.

Fotos 24h-Rennen (Donnerstag)
Action auf dem Nürburgring

Audi schwächelte. Diesen Eindruck gewinnt man zumindest, wenn man auf das nackte Ergebnis schaut. Möglicherweise arbeitet man immer noch mit Zielzeiten, um das wahre Potenzial erst im Rennen zu zeigen. Frikadelli-Pilot Norbert Siedler kommentierte das Kräfteverhältnis süffisant: „Im Training war Audi langsam. Wie immer. Im Rennen werden sie stark sein. Wie immer.“

Ergebnis Top-30-Qualifying

1. #911 Manthey Racing Porsche 911 GT3 R Estre/Dumas/Vanthoor/Bamber 8.09,105 min.
2. #44 Falken Motorsports Porsche 911 GT3 R Müller/Werner/Ragginger/Bachler + 00.417 sec.
3. #31 Frikadelli Racing Porsche 911 GT3 R Seefried/Siedler/Laser/Jaminet + 00.719
4. #4 Mercedes AMG HTP Mercedes AMG GT3 Engel/Christodoulou/Metzger/Müller + 00.811
5. #7 Aston Martin Racing Aston Martin Vantage GT3 Thiim/Turner/Sorensen/Martin + 00.915
6. #912 Manthey Racing Porsche 911 GT3 R Pilet/Lietz/Tandy/Makowiecki + 00.932
7. #47 Mercedes AMG HTP Mercedes AMG GT3 Baumann/Mortara/van der Zande/Juncadella + 01.294
8. #48 Mercedes AMG HTP Mercedes AMG GT3 Götz/Dontje/van der Zande/Hohenadel + 01.417
9. #5 Mercedes AMG Black Falcon Mercedes AMG GT3 Buurman/Jäger/Seyffarth/Stolz + 01.618
10. #99 Rowe Racing BMW M6 GT3 Tomczyk/Sims/Krohn/de Phillippi + 02.441
11. #22 Wochenspiegel Ferrari 488 GT3 Kainz/Krumbach/Weiss/Menzel + 02.589
12. #6 Black Falcon Mercedes AMG GT3 Haupt/Al Faizal/Johansson/Piana + 02.914
13. #17 KÜS Team75 Bernhard Porsche 911 GT3 R Cairoli/Christensen/Bergmeister/Lotterer + 03.054
14. #98 Rowe Racing BMW M6 GT3 Catsburg/Westbrook/Edwards/Blomqvist + 03.388
15. #1 Land Motorsport Audi R8 LMS Mies/van der Linde/van der Linde/Rast + 03.406
16. #11 AutoAren Motorsport Mercedes AMG GT3 Assenheimer/Schmid/Bleekemolen/Marciello + 03.931
17. #30 Frikadelli Racing Porsche 911 GT3 R Arnold/Müller/Henzler/Campbell + 04.677
18. #102 Walkenhorst BMW M6 GT3 Krognes/Schiller/Palttala/Farfus + 04.750
19. #25 Team BWT Mücke Audi R8 LMS Mücke/Jöns/Fässler/Kaffer + 04.780
20. #12 Manthey Racing Porsche 911 GT3 R Klohs/Kern/Olsen/Frommenwiler + 04.782
21. #33 Falken Motorsports BMW M6 GT3 Dumbreck/Dusseldorp/Imperatori/Klingmann + 04.858
22. #3 Audi Sport Team Phoenix Audi R8 LMS Haase/Stippler/Vervisch/Müller + 04.871
23. #8 Audi Sport WRT Audi R8 LMS Frijns/Vanthoor/Rast/van der Linde + 05.138
24. #10 Konrad Motorsport Lamborghini Huracan GT3 Di Martino/Brück/Henkola/Konrad + 05.250
25. #16 Landgraf Motorsport Mercedes AMG GT3 Heyer/Asch/Sandström/Vautier + 05.439
26. #35 GT Tronix 360 mcchip-dkr Renault RS 0.1. Schmidtmann/Hammel/Wittmer + 06.249
27. #24 Audi Sport Team BWT Audi R8 LMS Winkelhock/Rockenfeller/Haase/Müller + 06.504
28. #705 Scuderia Glickenhaus SCG003C Simonsen/Westphal/Mutsch/Mailleux + 06.829
29. #15 Car Collection Motorsport Audi R8 LMS de Leener/Trummer/Kaffer + 07.984
30. #100 Walkenhorst Motorsport BMW M6 GT3 Posavac/Adams/Müller/Lambertz + 27.941

24h-Rennen Nürburgring 2018 – 2. Qualifying

Porsche in letzter Sekunde vorn

Das zweite Qualifying zum 24h-Rennen Nürburgring 2018 wurde von vielen Gelbphasen geprägt. Passend dazu sicherte sich ein gelbes Auto die Spitzenposition: Laurens Vanthoor verdrängte im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer #911 im letzten Moment den Rowe-BMW mit der 98.

Eigentlich hatten die Teams im zweiten Qualifying 110 Minuten Zeit, um ihre Rundenzeiten zu drücken, sich in eine bessere Ausgangsposition für das 24h-Rennen Nürburgring 2018 zu bringen oder einen der 15 verbliebenen Plätze für das Top-30-Qualifying am Abend zu ergattern. Eigentlich passten auch die Bedingungen. Das Asphaltband zeigte sich griffiger als noch am Vortag. Doch mehrere Code-60-Phasen verkleinerten das Zeitfenster für schnelle Runden auf 20 bis 25 Minuten.

BMW legt vor, Porsche zieht nach

Gleich zu Trainingsbeginn verursachte ein Unfall des BMW M235i Racing mit der Startnummer 248 die erste Gelbphase. Woraufhin das restliche Feld mit nur 60 km/h durch den Streckenabschnitt Wippermann/Eschbach schlich. Gegen Ende des Qualifyings ereignete sich ein weit schwererer Crash. Rudi Speich verlor auf dem Flugplatz seinen grünen Audi TT mit der Startnummer 89, bog scharf links ab in den Reifenstapel und überschlug sich. Nach dem unfreiwilligen Salto landete der TT inmitten der Fahrbahn. Mit zerfetztem Heck.

24h-Rennen Nürburgring 2018 - Nordschleife - BMW M6 GT3 - Startnummer #98
Der Rowe-BMW mit der Startnummer #98 sicherte sich Rang zwei im zweiten Qualifying.

Das schmale Zeitfenster zwischen den Code-60-Phasen nutzte Rowe-BMW am erfolgreichsten. John Edwards steuerte seinen M6 GT3 in 8:17.811 Minuten zur vorläufigen Bestzeit. Es war das erste Mal an den bisherigen Trainingstagen, dass ein BMW so richtig angriff. Im ersten Qualifying war kein einziges Auto mit Niere unter den besten zehn Positionen gelandet.

Für die Bestmarke reichte es nicht. Im Schlusssprint lenkte Laurens Vanthoor seinen Porsche 911 GT3 R (#911) um 3,308 Sekunden schneller um den 25,308 Kilometer langen Traditionskurs. 8:14.503 Minuten: Das ist schneller als die Pole-Marke 2017. Die Konkurrenz ist beeindruckt: „Das ist eine gewaltige Hausnummer. Wir haben diese Zeit nicht drauf. Ich hoffe, Porsche fuhr mit einem Supersoft-Reifen. Der funktioniert an unserem Auto nicht so gut. Uns fehlen Drehmoment und Topspeed“, konstatierte Audi-Kutscher Christopher Mies.

Dritter wurde der Landgraf-Mercedes mit einem Rückstand von 4,182 Sekunden. Tristan Vautier sorgte in der allerletzten Runde dafür, dass sich der Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 16 für das prestigeträchtige Top-30-Shootout qualifiziert.

Die Mannschaft von Land-Audi verbesserte sich nicht am Freitagnachmittag. Christopher Mies, Kelvin und Sheldon van der Linde und Rene Rast stürzten deshalb vom ersten auf den vierten Rang ab. Dahinter sortierte sich HTP-Mercedes mit der Startnummer 48 ein. Sie müssen sich nicht krämen. Im Einzelzeitfahren am Abend, das um 19 Uhr angepfiffen wird, zählen die bisher gefahrenen Rundenzeiten nicht mehr. Und die Piloten haben erstmals eine wirklich freie Strecke.

Qualifizierte Teams für Top-30-Qualifying

#911 Manthey Racing Porsche 911 GT3 R Estre/Dumas/Vanthoor/Bamber
#22 Wochenspiegel Ferrari 488 GT3 Kainz/Krumbach/Weiss/Menzel
#102 Walkenhorst BMW M6 GT3 Krognes/Schiller/Palttala/Farfus
#47 Mercedes AMG HTP Mercedes AMG GT3 Baumann/Mortara/van der Zande/Juncadella
#912 Manthey Racing Porsche 911 GT3 R Pilet/Lietz/Tandy/Makowiecki
#4 Mercedes AMG HTP Mercedes AMG GT3 Engel/Christodoulou/Metzger/Müller
#48 Mercedes AMG HTP Mercedes AMG GT3 Götz/Dontje/van der Zande/Hohenadel
#31 Frikadelli Racing Porsche 911 GT3 R Seefried/Siedler/Laser/Jaminet
#7 Aston Martin Racing Aston Martin Vantage GT3 Thiim/Turner/Sorensen/Martin
#5 Mercedes AMG Black Falcon Mercedes AMG GT3 Buurman/Jäger/Seyffarth/Stolz
#99 Rowe Racing BMW M6 GT3 Tomczyk/Sims/Krohn/de Phillippi
#705 Scuderia Glickenhaus SCG003C Simonsen/Westphal/Mutsch/Mailleux
#44 Falken Motorsports Porsche 911 GT3 R Müller/Werner/Ragginger/Bachler
#8 Audi Sport WRT Audi R8 LMS Frijns/Vanthoor/Rast/van der Linde
#98 Rowe Racing BMW M6 GT3 Catsburg/Westbrook/Edwards/Blomqvist
#16 Landgraf Motorsport Mercedes AMG GT3 Heyer/Asch/Sandström/Vautier
#1 Land Motorsport Audi R8 LMS Mies/van der Linde/van der Linde/Rast
#11 AutoAren Motorsport Mercedes AMG GT3 Assenheimer/Schmid/Bleekemolen/Marciello
#24 Audi Sport Team BWT Audi R8 LMS Winkelhock/Rockenfeller/Haase/Müller
#17 KÜS Team75 Bernhard Porsche 911 GT3 R Cairoli/Christensen/Bergmeister/Lotterer
#15 Car Collection Motorsport Audi R8 LMS de Leener/Trummer/Kaffer
#6 Black Falcon Mercedes AMG GT3 Haupt/Al Faizal/Johansson/Piana
#33 Falken Motorsports BMW M6 GT3 Dumbreck/Dusseldorp/Imperatori/Klingmann
#12 Manthey Racing Porsche 911 GT3 R Klohs/Kern/Olsen/Frommenwiler
#3 Audi Sport Team Phoenix Audi R8 LMS Haase/Stippler/Vervisch/Müller
#10 Konrad Motorsport Lamborghini Huracan GT3 Di Martino/Brück/Henkola/Konrad
#25 Team BWT Mücke Audi R8 LMS Mücke/Jöns/Fässler/Kaffer
#30 Frikadelli Racing Porsche 911 GT3 R Arnold/Müller/Henzler/Campbell
#35 GT Tronix 360 mcchip-dkr Renault RS 0.1. Schmidtmann/Hammel/Wittmer
#100 Walkenhorst Motorsport BMW M6 GT3 Posavac/Adams/Müller/Lambertz

24h-Rennen Nürburgring 2018 – 1. Qualifying

Bestzeit für Land-Audi

Im ersten Zeittraining zum 24h-Rennen Nürburgring sicherte sich Land Motorsport die Bestzeit. In der dreistündigen Sitzung, die in die Dunkelheit reichte, war Christopher Mies Schnellster vor Mercedes und Porsche.

Das Gerangel um die schnellste Zeit im ersten Zeittraining zum 24h-Rennen Nürburgring dauerte nicht lange. Eine halbe Stunde nach dem Start der Session um kurz nach 21 Uhr, als es langsam dunkel wurde, setzte Christopher Mies im Audi R8 LMS (#1, Mies/van der Linde/van der Linde/Rast) von Land Motorsport die Bestmarke mit 8.18,914 Minuten. Danach gab es keinen wirklich ernsthaften Angriff mehr auf diese Zeit, denn meist herrschte irgendwo eine Code-60-Phase.

Zwei heftige Unfälle

Den Anfang machte der BMW M235i #253 von Sorg Rennsport. Im Bereich Schwalbenschwanz krachte er nach einer Berührung mit dem Giti-Lamborghini mit voller Wucht in die Leitplanken. Die folgende Code-60-Phase zog sich lange hin.

24h-Rennen Nürburgring 2018 - Nordschleife - BMW M235i Racing - Startnummer #253 Foto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink
Heftiger Einschlag des BMW M235i.

Kurz darauf folgte der nächste Unfall: Jordan Tresson flog im Walkenhorst-BMW in der Fuchsröhre ab. Offenbar war der Auslöser eine Kollision. Es wurde auch von einem kurzen Feuer berichtet. Tresson wurde ins Medical Center zum Check gebracht, danach aber wieder entlassen. Der Unfall bedeutete wieder eine längere Code-60-Phase.

Entsprechend wenig Potenzial gab es sich zu verbessern – speziell für die Teams, die noch auf ein Ticket für das Top-30-Qualifying hoffen. Noch 15 Plätze sind zu vergeben – auch Vorjahressieger Land war noch nicht qualifiziert. Es zählen die Zeiten aus dem kombinierten ersten und dem zweiten Zeittraining, das am Freitagnachmittag stattfindet.

Enge Zeitabstände

Schaut man sich die Top-Ten an, sind die Zeiten aber durchaus sehenswert. Bester Verfolger von Mies war der Mercedes AMG GT von HTP Motorsport (#11, Assenheimer/Schmid/Bleekemolen/Marciello), der mit Hankook-Reifen ausgestattet ist. Ihm fehlte lediglich 0,379 Sekunden. Mike Rockenfeller war einer der wenigen, die sich zum Schluss noch einmal verbessern konnten. Er stellte den Mücke-Audi (#24, Winkelhock/Rockenfeller/Haase/Müller) auf den dritten Platz mit 0,488 Sekunden Rückstand.

Es folgen der Team75-Porsche (#17, Bergmeister/Lotterer/Cairoli/Christensen) und der Car Collection-Audi R8 (#15, de Leener/Kaffer/Trummer). Wie Car Collection muss auch der Mercedes AMG GT3 von Black Falcon (#6, Haupt/Al Faizal/Johansson/Piana) dahinter ohne Werksunterstützung auskommen. Den siebten Platz sicherte sich der Phoenix-Audi (#3, Vervisch/Stippler/Müller/Haase) vor dem privat eingesetzten Manthey-Elfer (#12, Kern/Klohs/Olsen/Frommenwiler)), dem ebenfalls privat eingesetzten Audi von Mücke (#25, Mücke/Jöns/Fässler/Kaffer) und einem der beiden Manthey-Top-Autos (#912, Lietz/Pilet/Makowiecki/Tandy).

24h-Rennen Nürburgring 2018 – Freies Training

Rutschpartie im ersten Training

Zum ersten Mal röhrten am Donnerstagnachmittag beim 24h-Rennen Nürburgring die Motoren. Im ersten freien Training erwarteten die 150 Teams rutschige Bedingungen. Schnellster war Heiko Hammel im Renault R.S.01.

Am Mittwoch schien rund um die Nordschleife noch die Sonne, beim ersten Kräftemessen am Donnerstag (10.5.) im freien Training mussten die Fans ihre Regenschirme auspacken. Vor allem zu Beginn des Trainings nieselte es und Teile der 25,378 Kilometer langen Kombination aus Nordschleife und Grand-Prix-Strecke waren noch feucht. Die richtige Reifenwahl wurde zur Knobel-Aufgabe. Man hatte die Wahl zwischen Slicks, geschnittenen Slicks und Regenreifen.

Entscheidung in letzter Sekunde

Kein Wunder, dass die Zeitenjagd zunächst sehr verhalten losging. Christian Krognes im BMW M6 GT3 von Walkenhorst war der Erste, der die 9-Minuten-Marke unterbieten konnte. Später trocknete die Strecke immer weiter ab, was zunächst Connor de Phillippi im Rowe-BMW an die Spitze brachte.

Das letzte Quäntchen in den letzten Sekunden holte jedoch ein Überraschungskandidat heraus: Heiko Hammel umrundete den Kurs im Renault R.S.01 aus der SP-X-Klasse in 8.26,703 Minuten. Bei optimalen Bedingungen ist aber noch weit Luft nach oben. Zum Vergleich: Die Pole-Runde des Glickenhaus SCG003c lag bei 8.15,427 Minuten im vergangenen Jahr.

24h-Rennen Nürburgring 2018 - Nordschleife - Hyundai i30N TCR - Startnummer #831
100 Minuten lief das freie Training auf dem Nürburgring.

Noch BoP-Diskussionen

Auf dem zweiten Rang reihte sich Porsche-Förderkandidat Dennis Olsen auf dem privat eingesetzten Manthey-Porsche #12 mit 1,150 Sekunden Rückstand ein. Dahinter landete schließlich Vorjahressieger de Phillippi, dem 2,120 Sekunden fehlten. Die weiteren Ränge in diesem noch wenig aussagekräftigen Training gingen an Tristan Vautier im Landgraf-Mercedes AMG GT3, der ebenfalls ohne Werkunterstützung unterwegs ist. Die Top 5 komplettiert der Aston Martin Vantage GT3.

Dass sich die Top-Teams noch zurückhalten, abgesehen davon dass die Bedingungen nicht optimal waren, ist ohnehin nicht überraschend. Noch immer wird im Fahrerlager heftig über die jüngsten BoP-Änderungen diskutiert.

Ausrutscher ins Gras

Einen Eindruck von den ersten Kilometern auf der Strecke gab Christopher Haase: „Zu Beginn meines Stints war es noch relativ schwierig zu fahren. Die Ideallinie war zwar trocken, aber der Rest noch feucht. Aber in den letzten zwei Runden hat es schnell abgetrocknet. Allerdings ist die Strecke relativ dreckig.”

Entsprechend gab es schon den ein oder anderen Ausrutscher. Unter anderem rumpelte ein Porsche aus der SP7-Klasse ins Gras. Einen der Hyundai TCR erwischte es mit technischem Defekt ausgangs der Dunlop-Kehre.

Das erste Qualifying, das einige Teams noch für das Ticket zum Top-30 Quali nutzen wollen, startet um 20.30 Uhr und dauert bis 23.30 Uhr.

Neuester Kommentar

Nach Audi und Merc in den letzten Jahren sollte beim 4er Markenpokal der deutschen Premiumhersteller dieses Mal Porsche gewinnen und das hat geklappt.

Jar 14. Mai 2018, 07:02 Uhr
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