24h-Rennen Nürburgring

Reifeprüfung des ContiForceContact

Artega GT mit ContiForceContact, Teamfoto, Frontansicht Foto: Rossen Gargolov 7 Bilder

Continental und Artega starteten beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring mit dem von sport auto mitentwickelten und straßenzugelassenen ContiForceContact-Reifen. Mit Gesamtplatz 70 konnte die Mischung aus Serienwagen und Serienreifen auch im hochkarätigen Starterfeld überzeugen.

Manche lächelten im Vorfeld über die Idee, mit einem nahezu serienmäßigen Fahrzeug und dann auch noch mit einem straßenzugelassenen Reifen im extrem hochkarätig besetzten Starterfeld des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring anzutreten. Doch die Mischung aus einem Artega GT, der sich auch schon im sport auto-Supertest bewiesen hat , und ContiForceContact-Bereifung erwies sich als schlagkräftige Einheit. Nach 24 Stunden rollte das gelb-schwarze Coupé als 70. der Gesamtwertung und auf Rang elf der stark besetzten SP7-Klasse über die Ziellinie.

Rückblick – mit dem Projekt „Eventreifen“ legte sport auto gemeinsam mit Continental im Jahr 2008 den Grundstein für die Entwicklung eines Reifens, der einerseits eine höchstmögliche Performance bei Trockenheit, andererseits aber auch ausreichend Reserven bei feuchter Fahrbahn bietet.

Nach Abflug schwer lädierter Rennwagen

Nach ausgiebiger Entwicklungsphase, in enger Zusammenarbeit mit sport auto, präsentierte Continental den ContiForceContact dann 2010 im Rahmen des sport auto-Perfektionstrainings auf der Nordschleife. „Mit dem Einsatz beim 24-Stunden-Rennen wollten wir zeigen, dass der Reifen auch unter extremsten Bedingungen gut funktioniert“, erklärt Henry Siemons, Leiter Tuning Continental, erleichtert nach dem Rennen. Freitag vor dem Eifel-Marathon war die Erleichterung im Conti Force Team keineswegs so groß.

Nach einem unverschuldeten Abflug im Zeittraining wurde das 300 PS starke Sportcoupé mit schweren Wunden in der Conti-Werkstatt im Gewerbegebiet Meuspath nahe der Nordschleife eingeliefert. Es begann ein Wettlauf mit der Zeit, und es schlugen die großen Stunden der Artega-Mechaniker. Dank einer cleveren Konstruktionsweise kann die komplette Hinterachsaufhängung samt Motor-Getriebe-Einheit wie bei einem LMP-Boliden schnell abgetrennt und ausgetauscht werden. Aus den kosmetischen Maßnahmen wurde dennoch eine Nachtschicht.

Bei Regen kein Reifenwechsel dank ContiForceContact

Am Morgen kehrte der Artega GT dafür „wie neu“ ins Fahrerlager zurück. „Bis auf zwei kleine Zwischenfälle in den ersten Stunden hatten wir keinerlei Probleme. Vor allem in der vom wechselhaften Wetter geprägten Anfangsphase konnten wir die Qualität des straßenzugelassenen ContiForceContact hervorragend ausspielen“, erklärt Ex-Rallye-Vizeweltmeister Uwe Nittel, der den Artega GT zusammen mit Conti-Testfahrer Uwe Krumscheid, Dierk Möller-Sonntag sowie sport auto-Testredakteur Christian Gebhardt steuerte.

Während die meisten Teams beim Wechsel zwischen Regenreifen und Slicks immer wieder Zeit verloren, drehte die Flunder aus Delbrück mit der Startnummer 53 ununterbrochen ihre Runden. Mit einem 110-Liter-Tank ausgerüstet und dank des vergleichsweise geringen Verbrauchs des V6-Triebwerkes mit Serienleistung fuhr das Conti Force Team bei über zweistündigen Stints mit Rundenzeiten um 10.30 Minuten kontinuierlich nach vorn.

Perfekte Performance unter extremen Bedingungen bis ins Ziel

Von Position 130 ging es mit großen Schritten in Richtung einer zweistelligen Platzierung. Doch kurz vor Mitternacht sorgte der Defekt der linken Antriebswelle noch einmal für eine Schrecksekunde in der Conti-Box. 20 Minuten später ging die Reise gen Zielankunft unvermindert weiter. Während am Artega nur noch einmal bei einem planmäßigen Boxenstopp ein leichter Defekt am Unterboden behoben werden musste, leisteten sich die Conti-Pneus während des Marathon-Ritts keinerlei Schwächen.

„Dass die Reifen gehalten haben, freut mich riesig“, erklärte Uwe Nittel, der in die Entwicklung des Eventreifens eingebunden war, nach der Zieldurchfahrt. „Die Performance war perfekt. Wir von Artega sind stolz, dass unser Fahrzeug im Verbund mit den Reifen die Strapazen während des extremen Rennens so gut gemeistert hat“, zeigte sich Artega-Chef Peter Müller ebenfalls zufrieden. Mission „Eventreifen“ erfüllt.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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