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90 Jahre Nürburgring - Teil 6 aus der Grünen Hölle

Wie Hans-Joachim Stuck Niki Lauda half

Der Nürburgring wird am 18. Juni 90 Jahre alt. Wir haben neun Nürburgring-Spezialisten zu ihren Erlebnis in der Grünen Hölle gefragt. Es kamen tolle Geschichten dabei heraus. Teil 6: Hans-Joachim Stuck.

Der Nürburgring feiert Geburtstag. Die Grüne Hölle wird 90 Jahre alt. Abertausende von Fahrern haben auf der schwierigsten Rennstrecke der Welt zum Teil haarsträubende Dinge erlebt. Zum Jubiläum gratulieren wir dem Nürburgring mit Anekdoten von Rennfahrern, die viele Kapitel auf der Nord- und Südschleife der Eifelpiste mit geschrieben haben.

In Folge 6 gibt es den Lauda-Unfall aus anderer Sicht. Hans-Joachim Stuck erzählt von der Rettungsaktion im Bergwerk.

„Fahrt doch einfach gegen die Rennrichtung“

„Als Niki Lauda 1976 den Feuerunfall beim Grand Prix von Deutschland auf der Nordschleife hatte, kam ich ein paar Sekunden danach zur Unfallstelle. Ich lag relativ weit hinten, weil ich mit kaputter Kupplung ganz schlecht vom Start weggekommen bin. Ich habe natürlich gestoppt. Bei der Bergung habe ich nicht aktiv mitgeholfen. Es standen ja schon genügend Leute herum, die an den Gurten herumgefummelt haben. Da konnte ich nichts mehr machen. Also habe ich den restlichen Verkehr gestoppt. Im Film sieht man, wie ich ganz aufgeragt herumfuchtle und die anderen warne. Es waren ja schon auch noch ein paar Autos hinter mir. Als der Krankenwagen kam, war Niki ansprechbar. Dann hat sich herausgestellt, dass die Sanitäter von Bergwerk hochfahren wollten zur Start und Ziel und dann über die Landstraße wieder hinunter nach Adenau.

Dabei war die Unfallstelle ja gerade zwei Kilometer entfernt von Adenau. Und bis zur Ausfahrt der Strecke in Breitscheid war es nicht mal ein Kilometer. Also sagte ich den Jungs: Fahrt doch gegen die Rennrichtung zurück. Es kommt ja kein Rennauto mehr. So erspart ihr dem Niki eine Stunde Fahrt. Das war vielleicht sein Glück. Denn so hat man im Krankenhaus mit dem Absaugen in der Lunge anfangen können. Niki hat mir später dafür übrigens eine Rolex geschenkt.

An noch eine andere Geschichte kann ich mich gut erinnern. Sie hat sich bei einem Fahrlehrgang der Scuderia Hanseat zugetragen. Am Abend wurde in Nürburg fleißig gezecht, und alle waren schon ein bisschen beschwipst. Nur ich nicht. Ich habe ja Zeit meines Lebens niemals Alkohol getrunken. Auf jeden Fall kamen die Burschen auf die Idee, eine Dampfwalze zu klauen, die in Nürburg herumstand. Sie haben die Zündung kurzgeschlossen und ich wurde zum Fahrer bestimmt. Klar, ich war ja als Einziger nüchtern. Es dauerte nicht lange, dann kam die Polizei angeschossen. Der Wachtmeister fand dies nicht lustig. “Eigentlich müsste ich Sie alle verhaften„, sagte er. “Aber leider haben wir auf dem Revier in Adenau nicht genug Platz in den Zellen.„ Wir sind also straffrei davon gekommen.“

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Der Nürburgring wird 90 Jahre alt.

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